WEC Portimao 2021: Toyota-Sieg mit Teamorder, Glickenhaus crasht

Beim WEC-Debüt in Portimao hat Toyota erneut die Nase vorn - Kommandostand greift zwei Mal ein - Glickenhaus in den größten Crash des Rennens involviert

WEC Portimao 2021: Toyota-Sieg mit Teamorder, Glickenhaus crasht

Toyota hatte erneut die Nase vorn: Auch bei den 8h Portimao setzten sich die japanischen Hypercars gegen die Konkurrenz von Alpine durch. Das zweite Rennen der WEC-Saison 2021 ging in beiden GTE-Klassen an Ferrari, während Jota in der LMP2-Kategorie einen Doppelsieg einfuhr.

Am Start behauptete Nicolas Lapierre im Alpine #36 (Negrao/Lapierre/Vaxiviere) die Führung und setzte sich in der Folge ein wenig ab. Es zeichnete sich aber bald das Bild aus Spa ab: Der "grandfathered" Alpine-LMP1 musste deutlich früher als die Toyota-Hypercars an die Box.

So kam es in der ersten Rennhälfte immer wieder zu einem Wechselspiel zwischen Alpine und Toyota an der Spitze. Die Entscheidung schien in der fünften Stunde gefallen zu sein: Zu diesem Zeitpunkt war der Stint-Nachteil des Alpine so groß, dass man einen Stopp Rückstand auf Toyota hatte.

Toyota verliert Stint-Vorteil wegen Safety-Car

Eine Safety-Car-Phase in der sechsten Stunde machte diesen Vorteil für Toyota aber zunächst wieder zunichte. Grund war der Abflug des ARC-Bratislava-Ligier #44 (Konopka/Jackson/Webb) aus der LMP2-Klasse. Der Alpine war wieder dran und setzte die Toyotas unter Druck.

 

Doch im letzten Rennviertel kam wieder der Stint-Vorteil der Toyotas wieder zum Tragen. Der Alpine kam 38 Minuten vor Schluss zum neunten und letzten Mal an die Box. Beim Toyota #8 (Buemi/Nakajima/Hartley) war das 55 Minuten vor dem Ende der Fall, die #7 (Conway/Kobayashi/Lopez) musste ganz am Ende noch einen Splash absolvieren.

Jedoch war die #7 ein Mal weniger als der Alpine drin, die #8 sogar zwei Mal weniger. Danach war die #8 auf dem Weg zum Sieg - bis in der letzten halben Stunde eine Full-Course-Yellow die Vorzeichen änderte. Die #7 konnte ihren Splash so unter Gelb absolvieren und lag damit in Schlagdistanz zur #8.

Glickenhaus ohne Fortune in Portimao

Rund 20 Minuten vor dem Ende war die #7 direkt dran und wurde an der #8 vorbei beordert. Das revidierte die Toyota-Box wenig später aber wieder und schickte die #8 in Front. Damit war der Kampf um den Sieg entschieden. Sebastien Buemi, Kazuki Nakajima und Brendon Hartley holten sich den Sieg vor dem Schwesterauto und dem Alpine.

 

Das Debüt des Glickenhaus-Hypercars stand unter keinem guten Stern: Der 007 LMH #709 (Briscoe/Dumas/Westbrook) wurde früh von der Spitze überrundet und erregte später mit einem Unfall Aufmerksamkeit, in den auch der TF-Sport-Aston-Martin #777 (Hoshino/Fujii/Watson) und der Proton-Porsche #77 (Ried/Evans/Campbell) verwickelt waren.

Der Glickenhaus war anschließend gefühlt häufiger in der Garage, als auf der Strecke. Man sah allerdings mit über 50 Runden Rückstand die Zielflagge. Der Porsche konnte ebenfalls die Fahrt fortsetzen, für den Aston Martin allerdings war das Rennen beendet.

Jota-Doppelsieg in der LMP2-Klasse

Ein Zweikampf zwischen dem Nederland-Oreca #29 (van Eerd/van der Garde/van Uitert) und dem WRT-Oreca #31 (Frijns/Habsburg/Milesi) bestimmte die Anfangsphase in der LMP2-Klasse. WRT fiel jedoch wegen zweier Durchfahrtsstrafen früh zurück, erholte sich davon aber wieder.

 

Dafür übernahm Jota mit der #28 (Gelael/Vandoorne/Blomqvist) im weiteren Rennverlauf das Zepter. Dieses Fahrzeug kristallisierte sich bald als jenes heraus, das es zu schlagen galt. Auch das Schwesterauto #38 (Gonzalez/Felix da Costa/Davidson) und der United-Autosports-Oreca #22 (Hanson/Boyd/di Resta) mischten vorne mit.

Die beiden Jota-Autos bekriegten sich wenige Minuten vor Schluss im Zweikampf um den Sieg, letztlich hatte die #38 die Nase vorn. Die #28 brachte den zweiten Platz nach Hause, United Autosports durfte als Dritter mit auf das Podest.

Ferrari gewinnt beide GTE-Klassen

In der GTE-Pro-Klasse behauptete Kevin Estre im Porsche #92 (Estre/Jani/Christensen) die Führung, doch Porsche sollte bald deutlich das Nachsehen gegenüber Ferrari haben. In der zweiten Stunde ging der AF-Corse-Ferrari #51 (Calado/Pier Guidi) in Führung, und auch das Schwesterauto #52 (Molina/Serra) ließ bald die Porsche hinter sich.

 

Die 911er-Fraktion hatte zwischenzeitlich sogar schon eine Runde Rückstand, kämpfte sich aber wieder ins Rennen zurück. Nach der Safety-Car-Phase eroberte die #92 den zweiten Rang zurück, verlor diese Position aber im Zuge der ganz späten FCY wieder. So wurde es am Ende ein Ferrari-Doppelsieg, mit der #51 auf Platz eins und der #52 auf Rang zwei.

Der Sieg in der GTE-Am-Kategorie ging ebenfalls an einen Ferrari, in diesem Fall an die #47 von Cetilar Racing. Das Trio Lacorte/Sernagiotto/Fuoco setzte sich gegen harte Konkurrenz durch. Rund eine Stunde vor Schluss schien der Sieg nach einem harten Manöver des Project-1-Porsche #56 (Perfetti/Cairoli/Pera) verloren. Doch eine Zeitstrafe warf den Porsche wieder zurück.

Zuvor hatte auch der Aston Martin #98 (Dalla Lana/Farfus/Gomes) ein Wörtchen an der Spitze mitzureden. Ein Abflug von Paul Dalla Lana begrub jedoch alle Sieghoffnungen der #98 im portugiesischen Kies. Zweiter wurde am Ende der Project-1-Porsche #56, Dritter der AF-Corse-Ferrari #54 (Flohr/Castellacci/Fisichella).

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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