WRT-Team fixiert LMP2-Titel in Bahrain - Habsburg: "Über Nacht stark geschwitzt"

Nach den 24h Le Mans und dem ELMS-Titel gewinnt WRT auch die WEC-Meisterschaft in der LMP2-Klasse - Vor dem Finale war vor allem Ferdinand Habsburg nervös

WRT-Team fixiert LMP2-Titel in Bahrain - Habsburg: "Über Nacht stark geschwitzt"

Die WRT-Mannschaft von Teamchef Vincent Vosse krönte bei den 8h Bahrain ein unglaubliches Jahr auf der Langstrecke. Nach dem LMP2-Klassensieg bei den 24h Le Mans und der ELMS-Meisterschaft mit Robert Kubica fuhren Robin Frijns, Ferdinand Habsburg und Charles Milesi auch den WEC-Titel in der kleinen Prototypen-Kategorie ein.

Der Rennverlauf ähnelte dem 6h-Rennen in Bahrain eine Woche zuvor: Wieder startete Habsburg aus dem Mittelfeld der LMP2-Klasse, wieder ging es von Anfang an nach vorne, wieder wurde es am Ende ein relativ ungefährdeter Erfolg. Emotional gesehen war es diesmal aber ein wenig anders.

"Am Start war ich ehrlich gesagt wirklich nervös, denn wir wussten um die Situation. Wir mussten das Rennen gewinnen. Es gab lange Diskussionen. Wir waren ziemlich besorgt, ob nicht unsere Gegner eine Menge Pace gefunden hätten. Und in acht Stunden kann auch alles schiefgehen. Deshalb habe ich über Nacht sehr stark geschwitzt", gibt Habsburg zu.

Daher war es für ihn auch ein Segen, gleich zu Beginn im Oreca-07-Gibson mit der #31 zu sitzen: "Sobald ich den Helm auf hatte, war aber sehr glücklich darüber, den Start fahren zu können. Denn das war der frühestmögliche Zeitpunkt, um mich anzuziehen und ins Auto zu steigen. Da ist alles von mir abgefallen und ich habe mich einfach gefreut, das Rennen starten zu können."

Bahrain-Finale: Habsburg nervös, Frijns kämpft

Nach seinem furiosen Start-Stint stieg Habsburg gegen Mitte des Rennens noch einmal in den WRT-Oreca #31. Das Rennen fuhr schließlich Teamkollege Frijns nach Hause. Der Niederländer hatte vor allem mit Stoffel Vandoorne im Jota-Oreca #28 (Gelael/Vandoorne/Blomqvist) zu kämpfen. "Zu Beginn möchtest du nicht zu viel Risiko gehen", berichtet Frijns.

"Auch wenn ich ein wenig schneller war, als Stoffel. Als ich ihn überholt habe, hatten wir die gleiche Pace. Ich bin ihm nicht davon gefahren, aber je länger das Rennen gedauert hat, umso wohler fühlten wir uns. Als ich dann am Ende wieder für einen Triple-Stint ins Auto gestiegen bin, hat sich das Auto wirklich gut angefühlt und ich konnte eine gute Lücke zu Stoffel hinter mir herausfahren."

Robin Frijns, Ferdinand Habsburg

Auf dem Weg zum Titelgewinn: WRT vor Jota

Foto: Motorsport Images

Die Vorentscheidung im Rennen und im Titelkampf brachte eine Full-Course-Yellow, die WRT für einen Stopp komplett nutzen konnte, Jota jedoch nicht ganz. Die Neutralisierung wurde aufgehoben, als deren Auto #28 gerade beim Service war. Von diesem Zeitverlust erholte man sich nicht mehr. Im Ziel fehlten der #28 auf P3 liegend fast 1:20 Minuten auf WRT.

Die belgische Truppe siegt damit in ihrem Debüt-Jahr im LMP2-Sport auf ganzer Linie. "Ich würde nicht sagen, dass wir zu Beginn Probleme hatten, aber wir hatten ein wenig Pech", blickt Frijns zurück. Den ersten Sieg des Jahres hatte man in Monza auf dem Fuß. Doch ein Strategie-Fehler vereitelte damals noch den Premierensieg.

Die erfolgreiche WEC-Saison von WRT im Rückblick

Der sollte ausgerechnet beim nächsten Rennen folgen - den 24h Le Mans. Doch selbst dort lief nicht alles wunschgemäß: Man hatte einen Doppelsieg vor Augen, als in der letzten Runde die Führenden Kubica/Deletraz/Ye ausrollten. Frijns/Habsburg/Milesi mussten den Erfolg danach auf den Schlussmetern mit allem, was sie noch hatten, verteidigen.

Nach dem Premierenerfolg ist allerdings der Knoten geplatzt: In Bahrain gewann man beide Rennen mit beeindruckender Souveränität und entschied damit noch den LMP2-Titelkampf für sich. "Sicherlich wussten wir zu Saisonbeginn, dass das Jahr nicht einfach werden würde. Aber mit fortschreitendem Verlauf haben wir gezeigt, dass wir die Pace und die Konstanz haben", so Milesi.

Der junge Franzose weiter: "Wir hatten das Team, um zu gewinnen. Aber ich denke wir haben von Beginn an hart gearbeitet und am Ende haben wir gezeigt, wozu wir in der Lage sind. Für das Team wird es nun darum gehen, nächstes Jahr die gleiche Dynamik zu entwickeln. Aber wir haben dieses Jahr Beeindruckendes gezeigt."

WRT geht 2022 als Titelverteidiger in der LMP2-Klasse in die WEC-Saison. Das beeindruckende Premierenjahr im Prototypen-Sport mit Titelgewinnen in der Langstrecken-WM und der ELMS, sowie dem Klassensieg in Le Mans ist aber vor allem eines: Ein Fingerzeig in Richtung LMDh-Ära.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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