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Hyundai-Boss Cyril Abiteboul: Das kann die WRC von der Formel 1 lernen

Der neue Hyundai-Boss Cyril Abiteboul glaubt, dass die WRC eine Menge von der Formel 1 lernen kann - So könnte der Rallyesport neue Fans gewinnen

Hyundai-Boss Cyril Abiteboul: Das kann die WRC von der Formel 1 lernen

Cyril Abiteboul stößt mit viel Formel-1-Erfahrung zum Hyundai-Werksteam in der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) und hat jede Menge Ideen, wie man das Produkt verbessern kann. Der ehemalige Teamchef von Caterham, Renault und Alpine glaubt, dass die WRC viel von der Königsklasse lernen kann, um neue Fans zu gewinnen und sich wirtschaftlich besser zu positionieren.

Die Formel 1 könnte der WRC als Vorbild dienen, wenn es darum geht, eine solide Marketingstrategie zu entwickeln und Fans auf der ganzen Welt zu erreichen. Abiteboul nahm beim Saisonauftakt in Monte Carlo zum ersten Mal als Hyundai-Teamchef an einem WRC-Lauf teil und identifizierte gleich mehrere Bereiche, in denen die WRC in Zukunft noch besser werden kann.

Doch der neue Hyundai-Chef stellt klar, dass die WRC keineswegs ein Trümmerhaufen ist, sondern ihr Potenzial nur noch besser entfalten muss, um das Maximum aus dem Sport herauszuholen. Dazu, so Abiteboul, müsse die Serie die einzigartigen Geschichten der Rallye-Weltmeisterschaft besser erzählen, so wie es die Formel 1 mit der erfolgreichen Netflix-Serie Drive to Survive geschafft hat.

Marketing muss verbessert werden

Im Free-TV ist die WRC im deutschsprachigen Raum mit kurzen Zusammenfassungen am Abend präsent, wer die Rallyes in voller Länge sehen will, muss das kostenpflichtige Abo WRC+ abschließen, das auch die Rallycross-WM und die Rallye-Europameisterschaft beinhaltet. Der Dienst ist somit das Schaufenster zur Welt des Rallyesports auf höchstem Niveau.

"Es gibt einen Bereich, auf den sich die Serie konzentrieren muss, und das ist das Marketing", erklärt Abiteboul. "Die Formel 1 hat ihre eigene Art, mit schwierigen Situationen umzugehen, das haben wir vor zehn und vor fünf Jahren gesehen. Die Formel 1 ist da einfach brillant. Das Produkt hat sich dort massiv verbessert und das Marketing hat sich viel schneller verändert."

Deshalb fordert Abiteboul, "besser zu erklären", was die Teams und Fahrer in der WRC leisten. "Beim Marketing geht es nicht nur um Rennsport, sondern auch um einfache Erklärungen. Ihr habt sicher die Netflix-Serie gesehen und was dort gemacht wird, sind einfache Erklärungen. Das gibt eine neue Perspektive, einen neuen Blickwinkel und andere Möglichkeiten, den Sport zu verstehen."

Geschichten müssen in den Vordergrund rücken

Genau das wünscht sich der Franzose auch für die WRC, um die Fans noch enger an die Weltmeisterschaft zu binden. "Es gibt viele Rallye-Geschichten, die noch nicht erzählt wurden. Ich bin erst seit zehn Stunden hier und sehe schon, wie viele Rallyegeschichten es zu erzählen gibt. Ich sage aber nicht, dass die Journalisten einen schlechten Job machen."

Abiteboul outet sich als gelegentlicher Zuschauer der WRC in der Vergangenheit und sagt, dass ihn die Geschichten schon damals nie wirklich erreicht hätten. Die Weltmeisterschaft müsse daher einen Weg finden, die wichtigen Ereignisse für die Fans besser aufzubereiten. Dabei gehe es nicht um die eingefleischten Fans, die bereits jedes Detail kennen, sondern um die breite Masse, die abgeholt werden müsse, so der Hyundai-Teamchef.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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