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Interview mit Yves Matton zum Heckflügel-Streit in der WRC

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Interview mit Yves Matton zum Heckflügel-Streit in der WRC
Autor:
Übersetzung: Heiko Stritzke
08.08.2019, 07:49

Wie konnte es passieren, dass mindestens ein World-Rally-Car seit zweieinhalb Jahren quasi regelwidrig herumfährt? Yves Matton stellt sich unbequemen Fragen

Wie aus dem Nichts gibt es in der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) gibt es plötzlich Ärger um eine zweieinhalb Jahre alte Homologation: Der Toyota Yaris WRC soll nicht dem Reglement entsprechen.

Bei der Berechnung nach dem Überhang des Heckflügels sollen die Japaner nicht die Serienstoßstange, sondern die speziell für den Yaris WRC homologierte Heckschürze herangezogen haben. Die FIA nahm das Auto so ab - bis jetzt. Eine neue Technische Direktive, über deren Inhalt sich alle ausschweigen, gilt ab der Rallye Türkei.

FIA-Rallyechef Yves Matton stellte sich den Fragen von 'Motorsport.com' zur Causa Heckflügel. Dabei betont er, dass es nicht nur um Toyota gehe und dass die Hersteller keine Schuld trifft.

Frage: "Herr Matton, warum war diese Klarstellung nötig?"

Yves Matton: "Wenn man eine Homologation vornimmt, gibt es unterschiedliche Interpretationen zwischen den Herstellern und das war hier der Fall. Deshalb wurde um eine Klarstellung gebeten."

Frage: "Wenn Dimensionen genau vorgegeben sind, wie kann es dann unterschiedliche Interpretationen geben?"

Matton: "So einfach ist das nicht, dass einem einfach ein Maß vorgegeben wird ... Es handelt sich um eine Regel, die ziemlich kompliziert ist und auf verschiedenen Annahmen basiert."

"Es geht nicht einfach um ein 'Maß von hier nach dort'. Man muss all diese Annahmen in Betracht ziehen und dann kann es zu unterschiedlichen Interpretationen kommen. Das ist der Grund, warum wir das prüfen und warum um Klarstellung gebeten wurde."

Jari-Matti Latvala

Im Zentrum der Diskussionen steht der Überhang des Toyota-Heckflügels

Foto: LAT

Frage: "Aber die Regularien erlauben keinen 30-Millimeter-Überhang wie beim Toyota?"

Matton: "Wenn man sich die Regeln ansieht, ist es schwieriger als das."

Frage: "Aber sonst hat kein anderes Auto Probleme mit dem Heckflügel?"

Matton: "So ist das nicht. Wir haben alle Hersteller gebeten, ihre Homologation anzupassen."

Frage: "Bedeutet das, dass keines der vier Autos den Regeln entspricht?"

Matton: "Nein. Die Modelle aller vier Hersteller entsprechen den Homologationsblättern."

Frage: "Sind die Fahrzeuge also gegen das Reglement, aber trotzdem von der FIA homologiert worden?"

Matton: "Nein."

Frage: "Wer hat dann Schuld, dass es diese Klarstellung braucht?"

Matton: "Ich würde sagen, wenn jemand schuld ist, dann ist es die FIA. Es geht nicht um Toyota. Wie ich gesagt habe, geht es um alle Fahrzeuge."

Frage: "Wie sieht der Plan genau aus?"

Matton: "Das wird zwischen uns und den Herstellern ausgemacht."

Frage: "Aber es gibt dann keinen Raum mehr für unterschiedliche Interpretationen?"

Matton: "Wir haben sehr deutlich klargestellt, wie der Text zu lesen ist."

Frage: "Warum wurde die Regel nicht von vorn herein enger gefasst?"

Matton: "Die Regel wird sich nicht ändern."

Frage: "Okay, aber warum war dann eine Klarstellung nötig?"

Matton: "Vorher hat niemand diese Regel hinterfragt. Vielleicht ist es unsere Schuld, dass wir es nicht vorausgesehen haben, dass diese Regel anders interpretiert werden könnte. Aber jetzt ist es klar."

Mit Bildmaterial von LAT.

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Urheber David Evans