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Jean Todt frustriert: Hybrid kommt in der WRC zu spät

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Jean Todt frustriert: Hybrid kommt in der WRC zu spät
Autor:
Co-Autor: David Evans
26.09.2019, 10:09

Ab 2022 sollen in der Rallye-WM Autos mit Hybridantrieb fahren - Für FIA-Präsident Jean Todt ist das deutlich zu spät: "Das frustriert mich"

Während in der Formel 1 seit 2014 Motoren mit Hybridantrieb Standard sind, wird die Rallye-WM erst 2022 ein neues Reglement einführen, welches die Verwendung von elektrischen Zusatzmotoren ermöglicht. Nach Einschätzung von FIA-Präsident Jean Todt hat der Rallyesport damit den Anschluss an die Entwicklung der Serienfahrzeuge verpasst.

"Wir sind sehr spät dran, und das frustriert mich", sagt Todt. "Ich war in Frankfurt [auf der Automobilmesse IAA], und alle Autos, die nicht elektrisch waren, wurden mehr oder weniger versteckt", führt der FIA-Präsident als Indiz dafür an, dass ein reiner Verbrennungsmotor gerade bei Kleinwagen, auf denen die WRC-Boliden basieren, nicht mehr zeitgemäß ist.

"Wir leben in einer Welt, in der wir dem Klimawandel nicht mehr entkommen können", sagt Todt. "Ich bin sehr stolz darauf, dass wir die Formel E eingeführt und in der Formel 1 und im Langstreckensport neue Regeln für den Antriebsstrang geschaffen haben, aber leider fahren wir dort [im Rallyesport] noch mit Verbrennungsmotoren, obwohl die Autos ähnlich denen auf den normalen Straßen sind."

Sorge bei den Teams: Ist Hybrid 2022 voll einsatzbereit?

"Vielleicht haben wir nicht entschlossen genug auf die Einführung neuer Technologien gedrängt, aber besser spät als nie. Immerhin passiert etwas", hält der FIA-Präsident fest.

Während Todt die Entwicklung in Richtung Hybrid in der WRC viel zu langsam geht, empfinden die Teams teilweise das Gegenteil. "Die Teams führen für die FIA viele Vorbereitungen und Untersuchungen durch, aber die Zeit vergeht sehr schnell. 2022 wird schon bald sein", sagt ein Insider aus dem Servicepark zu 'Motorsport.com'.

Bei einigen Technikern macht sich die Sorge breit, ob die Hybrid-Antriebe der WRC-Boliden bis 2022 schon allen Anforderungen gerecht werden können. "Was ist mit Mexiko?", fragt sich ein Teamvertreter. "Ich weiß nicht, ob ich mich darauf freuen soll, wenn wir in der Hitze und der Höhenluft zum ersten Mal mit einer 50-Kilogramm-Batterie in die Rallye starten. Es sind noch einige Fragen offen, und da brauchen wir schnelle Antworten."

Mit Hybrid könnte auch Biosprit kommen

Mit der Einführung der Hybridantriebe hoffen die Regelhüter auch neue Hersteller in die WRC zu locken. An den Gesprächen über das neue Reglement nahmen neben den aktuell in der Rallye-WM vertretenen Herstellern Citroen, Toyota, Hyundai und M-Sport-Ford auch weitere Hersteller teil.

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"Aber nur weil sie das verfolgen bedeutet das nicht, dass sie auch kommen werden", tritt FIA-Rallyedirektor Yves Matton jedoch auf die Bremse. "Einen neuen Hersteller [in die WRC] zu bringen, ist ein langer Prozess. Wichtig ist für uns zu wissen, dass sie nicht ohne Hybrid kommen werden."

Todt hofft, dass neben den Hybridantrieben 2022 noch ein weiteres grünes Element im Rallyesport Einzug hält: "Wir sprechen mit den Teams darüber, ob wir gleichzeitig Biosprit einführen können. Das wäre eine bahnbrechende Entwicklung. In diese Richtung wollen wir gehen."

Mit Bildmaterial von LAT.

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