Rätselhafter Reifenschaden: Neuville gibt sich im WRC-Titelkampf geschlagen
Bei Hyundai häufen sich die Reifenschäden: Nach einer starken Leistung verliert Neuville in viel Zeit und zweifelt nun selbst an seiner WM-Chance
Thierry Neuville glaubt nicht mehr an eine erfolgreiche Titelverteidigung in der WRC
Foto: Red Bull Content Pool
Für Thierry Neuville hat sich der Kampf um die Titelverteidigung in der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) nach einem Reifenschaden bei der Rallye Finnland seiner eigenen Einschätzung nach wohl erledigt. Der amtierende Weltmeister lag auf Podiumskurs, als ihn am Samstag in der 16. Wertungsprüfung ein Reifenschaden vorne rechts einbremste und weit zurückwarf.
"Wir waren auf Kurs für ein starkes Ergebnis - sowohl für die Herstellerwertung als auch für die Fahrermeisterschaft. Aber der Reifenschaden ruiniert unser Wochenende", sagte Neuville enttäuscht. "Ich denke, unsere Titelhoffnungen sind verloren."
Neuville hatte sich für die schnelle Schotterrallye in Skandinavien viel vorgenommen. Ein starkes Resultat sollte ihm helfen, die Lücke zu seinem Hyundai-Teamkollegen Ott Tänak in der Meisterschaft zu verkleinern. Vor dem Finnland-Wochenende lag der Belgier 48 Punkte hinter dem WM-Führenden. Doch obwohl Neuville in Schlagdistanz zum führenden Kalle Rovanperä (Toyota) lag, zerstörte der Zwischenfall seine Hoffnungen auf ein Top-Ergebnis.
Auch Teamkollege Adrien Fourmaux erlitt auf derselben Prüfung einen Reifenschaden vorne rechts. Beide Fahrer verzichteten auf einen Radwechsel, verloren dadurch jedoch fast zwei Minuten und fielen auf die Plätze sechs und sieben zurück.
Für Neuville ist es nicht der erste Reifenschaden in dieser Saison. Bereits in Griechenland hatte er Reifenhersteller Hankook öffentlich kritisiert. Dieses Mal zeigte er sich ratlos: "Ich kann es nicht verstehen. Mit Pirelli hatten wir weniger Probleme als Toyota, jetzt haben wir mehr. Wir müssen das untersuchen."
Elfyn Evans (Toyota), der durch die Rückschläge der Hyundai-Piloten auf Platz vier vorrückte, äußerte Mitgefühl: "Ich glaube, sie hatten einfach Pech. Ich habe vermutlich denselben Stein getroffen und dachte auch, ich hätte einen Plattfuß. Aber es ist nichts passiert. Manchmal hat man Glück, manchmal nicht."
Rovanperä dominiert Heimspiel - Sieg in Sichtweite
Rovanperä profitierte von den Problemen seiner Rivalen und baute seine Führung auf 36,1 Sekunden vor Toyota-Teamkollege Takamoto Katsuta aus. Der Finne dominierte den Samstag mit fünf Bestzeiten in acht Prüfungen und nähert sich seinem ersten Sieg bei der Heimrallye.
"Ich fühle mich wieder mehr wie mein altes Ich", sagte Rovanperä. "Wir haben kleine Änderungen am Auto vorgenommen, es fühlt sich jetzt besser an. Ich kann das Tempo besser kontrollieren, statt überall voll zu pushen."
Besonders die nassen Bedingungen am Nachmittag forderten die Fahrer heraus. "So etwas habe ich in Finnland noch nie erlebt", meinte der WM-Leader. "Aber unser Plan war es, aus Schwierigkeiten herauszuhalten, und das ist uns gelungen."
Am Sonntag stehen noch zwei Durchgänge durch die legendäre Ouninpohja-Prüfung auf dem Programm. Rovanperä will nichts riskieren: "Alle kennen diese Prüfung auswendig, die Abstände werden klein sein. Manche werden volles Risiko gehen. Ich will einfach einen sauberen Tag und ein paar gute Punkte mitnehmen."
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