Rallye Deutschland: Dominante Vorstellung von Ott Tänak

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Rallye Deutschland: Dominante Vorstellung von Ott Tänak
Autor: Markus Lüttgens
17.08.2018, 16:51

Mit fünf WP-Siegen fährt sich Ott Tänak am Freitag bei der Rallye Deutschland einen soliden Vorsprung heraus: Nur Sebastien Ogier kann sein Tempo halbwegs mitgehen

Ott Tänak (Toyota) hat am Freitag bei der Rallye Deutschland, neunter Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2018, nahtlos da weitergemacht, wo er zuletzt bei seinem souveränen Sieg in Finnland aufgehört hatte. Der Este war der schnellste Mann, gewann fünf der sechs Wertungsprüfungen und geht mit einem soliden Vorsprung von 12,3 Sekunden auf Sebastien Ogier (Ford) in den zweiten Tag der Rallye.

Der amtierende Weltmeister war am Freitag der einzige Fahrer, der das Tempo Tänaks einigermaßen mitgehen konnte. Mit einer Bestzeit bei der ersten Wertungsprüfung (WP) des Tages hatte Ogier den Toyota-Piloten von der Spitze der Gesamtwertung verdrängt, doch Tänak schlug bei der folgenden WP "Mittelmosel 1" in den Weinbergen umgehend zurück und nahm Ogier fünf Sekunden ab.

Es war der Beginn eines Durchmarschs, denn Tänak gewann auch die folgenden vier WP und setzte sich so von seinem Verfolger ab. "Heute morgen hat es sich nicht perfekt angefühlt, aber die Zeiten waren trotzdem gut", sagt der Vorjahressieger Tänak. "Das Auto ist offensichtlich schnell, es ging nur darum, dass ich mich wohl fühle. Im Moment macht es ziemlich viel Spaß."

Ogier wirkte am Ende des Tages trotz Platz zwei etwas ernüchtert. Zwar funktionierte die neue Aerodynamik seines Ford Fiesta WRC besser als in Finnland, doch Tänak hatte der Franzose nur wenig entgegenzusetzen. "Es ist sehr schwierig, gegen das Paket Ott und Toyota zu kämpfen", sagt er. 

Der WM-Führende Thierry Neuville (Hyundai) war insgesamt nicht in der Lage, mit Tänak und Ogier mitzuhalten. Darüber hinaus mussten Neuville und Beifahrer Nicolas Gilsoul eine lose Ölleitung reparieren. "Das hat uns aber nicht beeinträchtigt", sagt er. "Es war im Grunde ein perfekter Tag für uns. Wir haben alles gegeben und keine großen Fehler gemacht, sind aber nicht in der Lage, die selben Zeiten wie sie zu fahren. Wir müssen schauen warum." Mit 27,4 Sekunden auf Tänak hat der Hyundai-Pilot mit dem Kampf um den Sieg aktuell nichts zu tun, liegt aber sicher auf Rang drei.

 

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Während an der Spitze des Feldes die Positionen für den Moment klar bezogen sind, toben dahinter spannende Duelle um die weiteren Positionen. Elfyn Evans (Ford) und Jari-Matti Latvala (Toyota) sind im Kampf um Platz vier nur um eine Sekunde voneinander getrennt. Noch enger geht es mit 0,1 Sekunden Abstand zwischen Dani Sordo (Hyundai) und Esapekka Lappi (Toyota) auf den Plätzen sechs und sieben zu.

Auch Craig Breen (Citroen) und Andreas Mikkelsen (Hyundai) sind nach sieben WP auf den Rängen acht und neun nur um eine Sekunde voneinander getrennt. Die beiden Citroen-Piloten Breen und Mads Östberg waren so etwas wie die Pechvögel des Freitag. Breen war bei der zweiten WP des Tages als erster Fahrer in einen heftigen Regenschauer geraten, Östberg verlor am Nachmittag durch eine fehlerhaft eingebaute Frontschürze und ein daraus resultierendes Motorproblem an Leistung.

Der Deutsche Marijan Griebel zeigt bei seinem ersten Start in einem World-Rally-Car bisher eine solide Leistung, kann mit dem Citroen DS3 WRC nach dem Reglement von 2016 aber naturgemäß nicht mit den stärkeren WRC-Autos der aktuellen Generation nicht mithalten. Auf Position zwölf fährt der Lokalmatador ein recht einsames Rennen.

In der WRC2-Wertung führt Top-Favorit Jan Kopecky (Skoda) vor Yoann Bonato (Citroen) und Eric Camilli (Ford). Der Deutsche Meister Fabian Kreim (Skoda) verlor am Vormittag durch einen Reifenschaden mehr als eine Minuten und liegt dadurch im großen und umkämpften Feld der WRC2 nur auf Rang 16, ließ allerdings mit der Klassenbestzeit bei WP3 sein Potenzial aufblitzen.

Mit 150,12 Kilometern, die sich auf acht Wertungsprüfungen verteilen, ist der Samstag der längste Tag der Rallye Deutschland. Dann steht unter anderem zweimal die Königsprüfung "Panzerplatte" mit ihren 38,57 Kilometern auf dem Programm.

Fotos Rallye Deutschland

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Rennserie Rallye-WM
Urheber Markus Lüttgens
Artikelsorte Etappenbericht