Richtlinien und neue Technik: So sollen Rallyes sicherer werden

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Richtlinien und neue Technik: So sollen Rallyes sicherer werden
Autor:
Co-Autor: David Evans
03.03.2019, 10:17

Mit neuen Sicherheits-Richtlinien will die FIA Zuschauer bei Rallyes für Gefahren sensibilisieren: Technik soll kritische Situationen automatisch erkennen

Der Automobil-Weltverband FIA hat neue Sicherheits-Richtlinien veröffentlich, mit denen Zuschauer bei Rallyes über Gefahren aufgeklärt und zu sicherem Verhalten angeleitet werden sollen. Gleichzeitig initiiert die FIA die Entwicklung neuer technischer Systeme, mit denen Zuschauer, die sich an unsicheren Stellen in einer Wertungsprüfung aufhalten, automatisch erkannt werden können.

"Sicherheit ist der Schlüssel für die Nachhaltigkeit des Rallyesports in der Zukunft, und einer der Schlüssel zur Sicherheit ist die Bildung - das sehen wir weltweit", sagt Michele Muton, die Sicherheitsdeligierte der Rallye-WM zu 'Motorsport.com'. "Diese Richtlinien werden dazu beitragen, die richtigen Verhaltensweisen und Abläufe im Rallyesport beizubringen."

Die nun erarbeiteten Sicherheits-Richtlinien sind das Ergebnis von zwei Jahren Forschung und Beratungen unter der Federführung von Stuart Robertson, der bei der FIA für die Sicherheit auf Rundstrecken und im Rallyesport zuständig ist.

Einheitliche Vorgaben für alle Rallyes

"Auf nationalen oder regionalen Niveau gibt es viel mehr Probleme mit Zuschauern. Wir müssen unsere Botschaften vermitteln, und die WRC ist dabei unser Schaufenster, bei dem wir das richtige Verhalten zeigen und den Leuten vermitteln, wie einer Veranstaltung für die Zuschauer so sicher wie möglich sein kann", sagt Robertson.

Die Richtlinien enthalten dabei nicht nur Verhaltenshinweise für Zuschauer, sondern definieren auch die Anforderungen und Verhaltensregeln für die offiziellen einer Rallye - vom Rennleiter bis zum Streckenposten sowie organisatorische Grundvoraussetzungen, die bei allen Rallyes gelten sollen.

"Selbst auf dem höchsten Niveau des Sports sehen wir Zuschauer, die an den falschen Stellen stehen", sagt Robertson. Die Gründe dafür seien vielschichtig. "Diese Leute wissen es entweder nicht besser, weil sie zum ersten Mal bei einer Rallye sind, oder es handelt sich um den ortsansässigen Landwirt, der sehen will, was das los sind. Oder es sind fanatische Fans, die ihrem Lieblingsfahrer so nahe wie möglich sein wollen."

Unbelehrbare Zuschauer sollen erwischt werden

"Oder noch schlimmer, es sind YouTuber, die am Straßenrand liegen und filmen wollen, wie die Autos Zentimeter an ihnen vorbeifahren und die Steine über sie hinwegfliegen. Alles, damit ihre Videos noch mehr Klicks bekommen", so Robertson weiter. Ein solcher Zwischenfall mit einem Filmer hatte im vergangenen November bei der Rallye Australien für Schlagzeilen gesorgt.

Die FIA will es aber nicht bei Ratschlägen und Richtlinien belassen, sondern auch mit technischen Lösungen die Sicherheit bei Rallyes erhöhen. "Wir haben ein Projekt gestartet, bei dem wir Zuschauer mit Hilfe der Onboard-Kameras und verschiedener anderer Tools anonym erfassen können", sagt Robertson.

Damit sollen vor allem unbelehrbare Zuschauer an ihrem Tun gehindert werden. "Wir wissen, dass sie oft warten, bis die Sicherheits-Crews vorbeigefahren sind und sich dann in Position begeben. Wir arbeiten an einem System, das den Rennleiter alarmiert, wenn es irgendwo Probleme gibt."

So könnte die Information über Zuschauer an gefährlichen Stellen beispielsweise automatisch in die Autos der Teilnehmer übermittelt und für den entsprechenden Bereich eine Slow-Zone ausgerufen werden. "Die Botschaft ist einfach: Du kannst kein rücksichtsloser Zuschauer mehr sein. Wir wissen, wo du bist und kriegen dich", sagt Robertson.

Mit Bildmaterial von wrc.com.

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Rennserie Rallye-WM
Urheber Markus Lüttgens
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