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Thierry Neuville: Nach COVID ging es mit der WRC bergab

Hyundai-Pilot Thierry Neuville sieht die Rallye-Weltmeisterschaft an einem kritischen Punkt und fordert von allen Beteiligten Mut zur Veränderung

Thierry Neuville: Nach COVID ging es mit der WRC bergab

Keine konkreten Signale von möglichen neuen Herstellern, nachlassendes Interesse bei Fans und Medien: Thierry Neuville sieht die Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) in einer kritischen Phase der Stagnation und fordert von allen Beteiligten - Automobil-Weltverband FIA, Promoter und Hersteller - Mut zur Veränderung, damit die WRC gerade im Wettbewerb mit anderen Rennserien bestehen kann.

"Mein persönliches Gefühl sagt ja", antwortet Neuville im Vorfeld der Rallye Portugal im Gespräch mit der englischsprachigen Ausgabe von 'Motorsport.com' auf die Frage, ob die WRC einen kritischen Punkt erreicht habe.

Vor allem der in den Jahren der COVID-19-Pandemie ausgedünnte und zeitweise stark auf Europa konzentrierte Kalender der WRC sowie die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie hätten die Entwicklung der Meisterschaft nachhaltig gebremst. "Ich bin schon sehr lange im Rallyesport und habe viel Erfahrung. Ich persönlich glaube, dass COVID der WRC einen großen Schlag versetzt hat", so der Hyundai-Pilot.

Nachlassendes Interesse von Medien und Fans

"Vor COVID würde ich sagen, dass es ganz gut lief, aber nach COVID ging es für mich in der WRC bergab", so Neuville. "Und ich habe das Gefühl, dass niemand so richtig merkt, wie dramatisch das ist. Aber als Fahrer spürt man es an der Medienpräsenz, ich habe es in Belgien gespürt. Niemand interessiert sich mehr wirklich für die WRC"

Ausgangspunkt für das Gespräch in Portugal war Neuvilles Reaktion auf einen Post von Autosport in den sozialen Medien. Dort war die Frage gestellt worden, welchen neuen Hersteller die Fans gerne in der WRC sehen würden. Neuville beantwortete den Post mit den Worten: "Falsche Frage! Die richtige Frage wäre: Können der WRC-Promoter und die FIA die aktuellen (zweieinhalb) Hersteller in der WRC halten?"

Eine berechtigte Kritik. Seit dem Comeback von Toyota 2017 ist kein neuer Hersteller mehr in die WRC eingestiegen, und nach dem Rückzug von Citroen Ende 2019 besteht das Feld in der vierten Saison in Folge aus Toyota, Hyundai und M-Sport-Ford. Neue Hersteller sind trotz der Einführung des Hybridantriebs im vergangenen Jahr nicht in Sicht.

Formel 1 und MotoGP wagen Veränderungen, WRC nicht

"Ich habe nie gesagt, dass jemand [ein Hersteller] gehen wird. Aber seit wie vielen Jahren ist auch kein neuer gekommen, das ist schon eine Tatsache", stellt Neuville fest. "Ich weiß nicht, wie viele Jahre ein Hersteller noch machen wird", so der Belgier weiter, der auch meint: "Ich habe das Gefühl, dass das Engagement der Hersteller nicht mehr das gleiche ist wie in der Vergangenheit."

Neuville vermisst in der WRC vor allem den Mut zu Innovationen, mit denen andere Rennserien erfolgreich neue Zielgruppen erschließen. "Wir sehen, dass die Formel 1 in der Lage ist, das Format während der Saison zu ändern, mit dem neuen Format für das letzte Rennen in Baku mit dem Qualifying am Freitag", spricht Neuville das neue Sprintformat der Formel 1 an.

"Die MotoGP führt Sprintrennen ein und die Rallye - da gibt es keine Veränderung", stellt Neuville fest. "Und wir leben in einer Zeit, in der niemand mehr nur Autos anschauen will, die durch den Wald fahren. Ja, es ist spektakulär, wenn man dabei ist, aber es ist nicht dasselbe, wenn man vor dem Fernseher sitzt."

Neuville fordert einen "runden Tisch"

Es sei daher im Interesse aller Beteiligten, nach Lösungen zu suchen, die die WRC im Wettbewerb besser positionieren. "Wenn man jedes Jahr viel Geld in eine Meisterschaft steckt, sollte man auch etwas zurückbekommen", so Neuville. Der Belgier fordert in diesem Zusammenhang eine Art "runden Tisch", an dem entsprechende Ideen mit allen Beteiligten offen diskutiert werden.

"Für mich sollte es vor allem ein Treffen geben, um darüber nachzudenken, was gut wäre", sagt Neuville. "Ich bin sicher, dass die Teams ein solches Feedback geben können. Aber manchmal haben auch die Fahrer eine gute Meinung, und da sie schon lange dabei sind, kann es hilfreich sein, die Fahrer und Teams zu berücksichtigen, um die Meisterschaft voranzubringen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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