Toyota bestätigt Gespräche mit Sebastien Ogier über Wechsel in die WEC

Ein Wechsel von Sebastien Ogier in die Langstrecken-WM nimmt Konturen an: Toyota zeigt sich aufgeschlossen und bestätigt erste Simulatorfahrten

Toyota bestätigt Gespräche mit Sebastien Ogier über Wechsel in die WEC

Die Anzeichen, dass die motorsportliche Zukunft des siebenmaligen Rallye-Weltmeisters Sebastien Ogier ab 2022 in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) liegen könnte, verdichten sich. Toyota bestätigt Gespräche mit dem Franzosen über einen Test im Le-Mans-Hypercar, welches Ogier bereits im Simulator in Köln-Marsdorf gefahren sei.

"Wir sprechen darüber. Es gibt aktuell noch keinen fixen Plan, aber wir schauen uns das an", sagt Pascal Vasselon, Technischer Direktor des WEC-Werksteams von Toyota der englischsprachigen Ausgabe von 'Motorsport.com'. "Er ist daran interessiert, unser Auto zu fahren, und ich verstehe, warum er unser Le-Mans-Hypercar fahren will. Er war schon einige Male im Simulator", bestätigt Vasselon.

Ogier will 2021 seine letzte volle Saison in der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) bestreiten. 2022 stehe er Toyota allenfalls noch für einzelne WM-Rallyes zur Verfügung, hatte der Franzose erklärt. Gleichzeitig hatte er sein Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit mit dem japanischen Hersteller bekundet, um sich mit Toyota den Traum vom Start bei den 24 Stunden von Le Mans zu erfüllen.

Rundestrecke keine Unbekannte für Ogier

"Wie Sie wissen, würde ich gerne in die WEC wechseln", wiederholt Ogier im Vorfeld der an diesem Wochenende stattfindenden Rallye Estland gegenüber 'Motorsport.com'. "Im Moment warte ich aber ab und schaue, wie sich alles ergibt. Es ist noch nichts entschieden."

"Ich arbeite ein wenig auf einen WEC-Test irgendwann hin, weil ich sehen möchte, wie gut ich in diesem Auto bin. Anschließend kann ich entscheiden, ob ich Rallyes fahren will und wie viele", erklärt Ogier. "Aber eines steht weiterhin fest: Motorsport wird 2022 für mich nicht das Wichtigste sein."

Ogier ist zumindest auf der Rundstrecke kein völliger Neuling. Im Laufe seiner Karriere gab er schon in zahlreichen Rennserien Gaststarts, darunter für Mercedes-AMG in der DTM (Spielberg 2018), im Porsche-Supercup (Monaco 2013 und Spielberg 2014) und in einem Audi im ADAC GT Masters (Lausitzring 2014). Hinzu kommt eine Formel-1-Testfahrt für Red Bull Racing (Spielberg 2017).

Für Vasselon ist die Vorstellung, einen dann vielleicht achtmaligen Rallye-Weltmeister im Le-Mans-Hypercar zu sehen, ebenfalls reizvoll. "Bei Team-Building-Events haben wir unsere WEC-Fahrer schon in Rallyeautos gesetzt, aber einen Rallyefahrer in einem unserer Prototypen hatten wir noch nie", sagt er. "Das wäre sicherlich sehr interessant."

Dass Rallyepiloten auch in Le Mans zu guten Leistungen im Stande sind, zeigt ein Blick in die Vergangenheit. WRC-Rekordchampion Sebastien Loeb startete zwei Mal für das Team von Henri Pescarolo an der Sarthe und holte 2006 zusammen mit Eric Helary und Franck Montagny den zweiten Gesamtrang.

Weitere Co-Autoren: Tom Howard. Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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