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Walter Röhrl kritisiert neues WRC-Punktesystem: "Da zerreißt es mich!"

Zu viel Show und zu wenig Sport: Warum Walter Röhrl den Bezug zum Rallyesport verloren hat, der für ihn doch die "Kunst des Autofahrens" schlechthin ist

Die Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) verlangt seit dieser Saison von Teilnehmern und Zuschauern mehr denn je Rechenkünste. Denn nun gibt es gleich drei Möglichkeiten, WM-Punkte zu sammeln: Für die Top 10 der Gesamtwertung am Samstagabend, dann für die sieben schnellsten Fahrer auf den Wertungsprüfungen am Sonntag sowie für die Top 5 der Powerstage am Ende jeder Rallye.

Eine Neuerung, die zu Beginn der Saison von den aktuellen WRC-Piloten kritisiert wurde und bei der eine Rallye-Legende wie Walter Röhrl geradezu rot sieht. "Wenn ich jetzt höre, was die in der Rallye-Weltmeisterschaft für ein Punktesystem gemacht haben, da zerreißt es mich!" ärgert sich der zweimalige Rallye-Weltmeister in einem Video auf dem YouTube-Kanal von Motorsport-Total.com.

Und mit dieser Kritik hält Röhrl auch gegenüber Offiziellen wie FIA-Präsident Mohammed bin Sulayem - ebenfalls ein ehemaliger Rallyepilot - nicht hinter dem Berg. "Wenn ich heute mit dem Präsidenten rede, dann sage ich: 'Ihr seid alle auf den Kopf gefallen, ihr seid nicht normal.' Was soll das?"

 

Wozu das neue Punktesystem, welches vor allem den Schlusstag der Rallyes sportlich aufwerten soll, führen kann, zeigte sich bereits bei der Safari-Rallye in Kenia Ende März. Dort wurde Thierry Neuville nach zahlreichen Problemen nur Fünfter der Gesamtwertung, holte aber dank einer starken Leistung am Schlusstag nur einen WM-Punkt weniger als Rallyesieger Kalle Rovanperä.

Neues Punktesystem verfälscht WM-Stand (noch) nicht

Theoretisch ist es sogar möglich, dass der Sieger einer Rallye weniger Punkte erhält als ein anderer Fahrer. Wahr ist aber auch: Bisher hat die neue Punkteregel die WM-Wertung noch nicht verfälscht. Obwohl Neuville sowohl in Schweden als auch in Kenia davon profitierte, würde er auch nach dem Punkteschema des Vorjahres die Tabelle anführen - und hätte sogar zwei Punkte mehr Vorsprung auf Elfyn Evans.

Das neue Punktesystem der WRC ist für Röhrl ein Beispiel für eine grundsätzliche Fehlentwicklung im Motorsport. "Was ich generell am Motorsport heute kritisiere: Es ist kein Sport mehr, es ist eine Show. Mit aller Gewalt versuchen sie, den Sport zur Show zu machen", sagt Röhrl. "Es muss nur eine Show sein. Schrecklich!"

Mit der Rallye-Weltmeisterschaft, in der er zu den besten Fahrern der Geschichte zählt, hat Röhrl deshalb heute nicht mehr viel am Hut. Er habe den Bezug zur Meisterschaft verloren. "Es ist mir wurscht, was die machen. Schade drum. Zum Glück war ich bei der richtigen Zeit dabei. Und alles andere interessiert mich nicht mehr so sehr."

Rallyefahren für Röhrl weiterhin "die Kunst des Autofahrens"

Für Röhrl eine bedauerliche Entwicklung, denn er hält Rallyefahrer nach wie vor für die besten Rennfahrer. "Wenn wir von Autofahren und der Kunst des Autofahrens reden, ist es das Rallyefahren und nicht das Rennfahren. Davon bin ich ganz fest überzeugt", sagt der 77-Jährige und illustriert das mit einem anschaulichen Beispiel:

"Wenn ich heute von der Straße einen nehme und sag zu dem: Da auf der Autobahn, kriegst einen Porsche, fahr 300! Dann sagt er: Ich bin noch nie schneller als 150 gefahren, ja, könnt ich mal probieren. Dann probiert der das und fährt mit dem Auto."

"Und dann gebe ich ihm ein Rallyeauto und sage: "Jetzt fährst du mit dem Rallyeauto mit 180 durch den Wald.' Da sagt der: 'Bist du nicht ganz dicht? Willst du, dass ich mich umbringe, oder wie?' So beschreibe ich das Verhältnis Formel 1 zum Rallyefahren."

Mit Bildmaterial von Porsche AG.

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