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WRC 2021 Kroatien: Ogier und Evans nehmen Neuville ins Fadenkreuz

Thierry Neuville führt die Rallye in Kroatien nach acht WPs mit 7,7 Sekunden Vorsprung an - Sebastien Ogier und Elfyn Evans lauern hauf ihre Chance

Der Lauf der Rallye-WM (WRC) in Kroatien hat es in sich: An der Spitze gibt es einen intensiven Dreikampf um den Sieg, den am ersten Tag Thierry Neuville im Hyundai für sich entschieden hat. Mit vier Stage-Siegen setzte sich der Belgier an die Spitze der Wertung, jedoch liegen Sebastien Ogier und Elfyn Evans mit 7,7 Sekunden beziehungsweise 8,0 Sekunden dahinter in Lauerstellung.

Die fünfte WP lief für Neuville nicht nach Plan. Der Belgier, der am Morgen die Pace vorgegeben hatte, startete als Erster in die 6,94 Kilometer lange Prüfung von Rude nach Plesivica. Der Hyundai-Fahrer erwischte eine Haarnadelkurve nicht perfekt und drehte sich beinahe komplett. Obwohl er die Kupplung gedrückt hielt, dauerte es etwas, bis das Auto wieder ansprang, weshalb er wichtige Zeit verlor.

Tänak holt ersten Stage-Sieg

Dennoch verteidigte er seine Führung, da die Konkurrenz patzte und Neuville für den Fehler nicht bestrafte. Ogier, der am Morgen mit dem Set-up seines Toyotas haderte, war 0,6 Sekunden langsamer als Neuville und verlor Zeit auf den Führenden der WRC-Rallye in Kroatien. Evans fehlten 1,1 Sekunden auf den Belgier, der damit seine Führung an der Spitze auf 8,4 Sekunden ausbaute. Es gab nur einen Fahrer, der wegen des Zwischenfalls Zeit auf den Belgier gutmachte.

Schnellster war Ott Tänak, der eine Sekunde Vorsprung auf Neuville hatte und sich damit seinen ersten Stage-Sieg in Kroatien sicherte. Dem Esten, der auf WP3 und WP4 keinen Grip fand, fehlten nach WP5 nur noch 24,3 Sekunden auf seinen Hyundai-Teamkollegen an der Spitze. Vor dem Start in den Nachmittag-Loop stellte Tänak noch einmal klar, dass es keine technischen Probleme an seinem Auto gebe.

Neuville managt das Risiko

In der 23,76 Kilometer langen WP6 ging Neuville keine unnötigen Risiken ein, was Ogier die Möglichkeit eröffnete, am Vorsprung des Belgiers ein kleines Stückchen abzuknabbern. Der aktuelle Weltmeister war 3,5 Sekunden schneller als Neuville und verkürzte den Rückstand auf den Hyundai-Fahrer auf 9,4 Sekunden.

Auch Evans kam näher an Neuville heran: Der Waliser war 0,5 Sekunden langsamer als Ogier, aber 3,2 Sekunden schneller als der Belgier, weshalb ihm nur noch 5,2 Sekunden auf die Spitze fehlten. Tänaks Aufholjagd kam hingegen ins Stocken, da der Este 7,7 Sekunden langsamer als Stage-Sieger Ogier war. Während Tänak 28,5 Sekunden auf Neuville an der Spitze fehlten, feierte Ogier seinen ersten Stage-Sieg in Kroatien.

Der Dreikampf spitzt sich weiter zu

Hyundai-Ass Neuville startete als erster Fahrer in die 10,10 Kilometer lange WP7 und setzte damit die Messlatte für die vorletzte Prüfung des Tages. Diese Benchmark knackte Rallye-Weltmeister Ogier mit nur knapp 0,3 Sekunden Vorsprung, weshalb der Rückstand des Franzosen auf Neuville nur marginal auf 9,1 Sekunden schrumpfte.

Evans verlor deutlich mehr Boden, da er aufgrund eines Fehlers, der ihn fast von der Strecke warf, wichtige Zeit liegen ließ. Evans war 1,2 Sekunden langsamer als Ogier und lag mit 7,7 Sekunden Rückstand auf Neuville auf Rang zwei. Ogier rückte immer näher an seinen Toyota-Teamkollegen heran, der nur noch 1,4 Sekunden Vorsprung genoss. Tänak verlor weiter den Anschluss mit 2,6 Sekunden Rückstand auf Neuville in WP7.

Ogier nähert sich mit kleinen Schritten

Die 9,11 Kilometer lange WP8 rundete einen ereignisreichen ersten Tag der Rallye Kroatien ab. Neuville war zuerst auf der Strecke und gab mächtig Gas. Da der Belgier ein höheres Risiko einging, hatte er einen kleinen Schreckmoment zu verdauen, als ihm fast die Kontrolle über sein Hyundai entglitt. So war es Ogier möglich, den Rückstand auf Neuville auf 7,7 Sekunden zu verkleinern. Der Franzose war im Toyota 1,4 Sekunden schneller als der Belgier.

Evans schaffte es nicht, seinen zweiten Platz gegen Ogier zu verteidigen, der damit Topverfolger von Neuville geworden ist. Der Waliser war 1,7 Sekunden langsamer als Ogier und 0,3 Sekunden langsamer als Neuville. Damit trennen die Top 3 am Endes des ersten Tages gerade einmal acht Sekunden. Tänak schaffte es, wieder in den Rhythmus zu finden: Der Este fuhr die zweitbeste Zeit der WP, liegt aber mit 31,9 Sekunden Rückstand auf die Spitze abgeschlagen auf Rang vier.

Kalle Rovanperä nach Überschlag zurück im Fahrerlager

Kalle Rovanperä ging als jüngster Spitzenreiter der WRC-Geschichte in die Rallye, musste aber schon auf WP1 einen herben Rückschlag hinnehmen. Der Finne kam von der Strecke ab und überschlug sich mehrmals. Damit platzte der Traum von einem Topergebnis in Kroatien nach nur rund fünf Kilometern.

Kalle Rovanperä

Kalle Rovanperä erlebte in Kroatien einen herben Rückschlag

Foto: Motorsport Images

"Wir sind beide okay", sagt Rovanperä im Service-Park. "Ich war kurz vor dem Ziel in WP1 unterwegs und die letzte Bergab-Passage ist sehr rutschig. Ich hatte die ganze Prüfung über Probleme mit Untersteuern im Auto. Ich erinnere mich eigentlich gut an diese Kurve."

Auch Ogier flog in der Kurve beinahe ab

"Ich bin reingefahren und habe gebremst, habe dann aber schon die Kontrolle über das Auto verloren gehabt", erklärt der Finne den Unfallhergang. "Ich habe nie die richtige Ideallinie getroffen, war zu schnell unterwegs und bin deshalb von der Straße abgekommen. Das war mein Fehler und solche Fehler müssen wir vermeiden."

Beinahe hätte es an dieser Stelle auch Ogier erwischt. Der Franzose kam in der Kurve ebenfalls zu weit raus, fang seinen Toyota aber wieder ein. Im Service-Park verrät der aktuelle WRC-Champion, dass er sich an der Stelle den Reifenschaden eingefahren habe, an dem Rovanperä abgeflogen ist.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Rennserie Rallye-WM
Urheber André Wiegold