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WRC-Kehrtwende der FIA: Rally1-Autos mit Hybrid bleiben bis Ende 2026!

Auf WMSC-Sitzung in Usbekistan hat man Abkehr vom Hybridantrieb in der Rallye-WM zwei Jahre nach hinten verschoben - Beschluss im Detail und Reaktionen darauf

WRC-Kehrtwende der FIA: Rally1-Autos mit Hybrid bleiben bis Ende 2026!

Auf seiner Weltratssitzung im Februar dieses Jahres hatte der Automobil-Weltverband (FIA) beschlossen, dass in der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) beginnend mit der Saison 2025 keine Autos mit Hybridantrieb mehr zugelassen sein werden. Die Rally1-Autos würden weiterhin erlaubt bleiben, aber in modifizierter Spezifikation ohne Hybrid. Jetzt aber hat die FIA eine Kehrtwende beschlossen.

Denn auf der jüngsten Sitzung des FIA-Weltrats (WMSC), die am Dienstag in Samarkand (Usbekistan) stattfand, wurde entschieden, dass der Hybridantrieb bis einschließlich der WRC-Saison 2026 erlaubt bleibt. Somit wird es eine Abkehr vom Hybrid in der Rallye-WM frühestens in der Saison 2027 - zwei Jahre später als ursprünglich verkündet - geben.

Warum die Kehrtwende? Die in der Rallye-WM engagierten Teams - Toyota, Hyundai und das Ford-Team M-Sport - hatten sich klar gegen die im Februar verkündeten Pläne ausgesprochen und auf Stabilität im Reglement gedrängt.

 

Der zeitliche Rahmen, um die modifizierte Variante der Rally1-Autos (also ohne Hybridantrieb) für 2025 einsatzbereit zu haben, wurde von den Teams als zu kurzfristig erachtet. Das Argument: In die Rally1-Autos in der aktuellen Spezifikation hat man im Zuge eines Fünfjahresplans (2022 bis 2026) investiert. Die Situation nach der Verkündung vom Februar wurde als "kritisch" beschrieben.

Am Dienstag in Usbekistan nun sagt FIA-Präsident Mohammed Bin Sulayem anlässlich der beschlossenen Kehrtwende: "Die WRC ist enorm wichtig für die FIA, sie ist die Königsklasse im Rallyesport. Ich habe in den vergangenen Wochen viele Gespräche mit den Herstellern über die zukünftige Ausrichtung geführt."

"Klar ist jetzt, dass wir alle eine technische Stabilität für die nächsten zwei Jahre brauchen. Für die FIA ist es in diesem Zusammenhang wichtig, dass wir bei der Bereitstellung dieser Stabilität das gleiche positive Engagement von den Herstellern erhalten", so Sulayem.

Der Beschluss des FIA-Weltrats im Wortlaut

Nachfolgend der WMSC-Beschluss vom Dienstag aus Usbekistan im Detail:

"Alle Beteiligten haben sich auf technische Stabilität für die FIA Rallye-Weltmeisterschaft in den Jahren 2025 und 2026 geeinigt. Nach umfangreichen Rückmeldungen und Diskussionen hat der Weltrat bestätigt, dass das Technische Reglement der WRC für Rally1- und Rally2-Autos in den kommenden zwei Jahren unverändert bleiben wird."

"Alle Beteiligten arbeiten positiv an der Ausrichtung des Reglements für 2027 und darüber hinaus, und es gibt einen guten Konsens zwischen den Mitgliedern des Weltrats und den Herstellern über die Hauptziele. Dabei geht es in erster Linie darum, mehr Teilnehmer für die Topklasse zu gewinnen, wie es schon zuvor von der FIA als Ziel ausgegeben wurde."

FIA-Logo

Der FIA-Weltrat hat seinen Beschluss vom Februar zurückgenommen

Foto: Motorsport Images

"Der Weltrat geht fest davon aus, dass sich die derzeitigen Hersteller frühzeitig für die langfristige Zukunft des Sports einsetzen. Dieses Reglement (für 2027; Anm. d. Red.) wird auf der Dezember-Sitzung des Weltrats zur Genehmigung vorgelegt, sodass die Hersteller mehr als zwei Jahre Vorlaufzeit haben werden, um sich darauf einzustellen."

"Nach einer klaren Investitionszusage seitens des WRC-Promoters wird die FIA ihr Team in den Abteilungen Kommerz und Kommunikation verstärken, um die Unterstützung des Promoters und der wichtigsten Interessengruppen in der kommerziellen Arbeitsgruppe (PWG; Promotional Working Group) auszuweiten."

"Nach der Gründung der sportlichen Arbeitsgruppe (SWG; Sporting Working Group) wird ein starker Fokus auf die Erstellung des Sportlichen Reglements gelegt. Schwerpunkte werden eine erhöhte Medienwirksamkeit und eine Reduzierung der Kosten für die Wettbewerber sein. Die endgültige Fassung des Sportlichen Reglements soll auf der Oktober-Sitzung des WMSC als Vorschlag präsentiert werden."

Wie Toyota, Hyundai, M-Sport auf den Beschluss reagieren

Bezugnehmend auf die Erwartung der FIA, dass sich die aktuell in der WRC engagierten Hersteller "frühzeitig für die langfristige Zukunft des Sports einsetzen", haben am Dienstag die Teamverantwortlichen von Toyota, Hyundai und M-Sport eigene Statements abgegeben.

Gruppenfoto: Rally1-Autos von Hyundai, Toyota, M-Sport-Ford für die WRC-Saison 2024

Bis Ende 2026 wird sich an den Rally1-Autos nun doch nichts grundlegend ändern

Foto: Motorsport Images

So sagt Toyota-Teamchef Jari-Matti Latvala: "Wir haben ein sehr solides Bekenntnis zur Rallye-Weltmeisterschaft. Eine weitere Zusammenarbeit, um für uns alle den besten Wettbewerb zu gewährleisten, unterstützen wir ausdrücklich."

Hyundai-Teamchef Cyril Abiteboul: "Wir haben in den vergangenen Monaten sehr eng mit der FIA zusammengearbeitet. Während wir alle der Meinung sind, dass die Stabilität des Technischen Reglements für 2025 und 2026 das Richtige ist, ermöglichen die substanziellen Schritte, die in Bezug auf die Führung unternommen wurden, einen einheitlicheren und positiveren Ansatz für kurzfristige Verbesserungen und langfristige Durchbrüche. Das ist es, was der Sport unserer Meinung nach braucht."

Und M-Sport-Teamchef Malcolm Wilson spricht von "einem wirklich positiven Schritt für uns in den kommenden Jahren. Wir haben einige gute Vorschläge gesehen für Vermarktung und Ablauf der Events. Jetzt muss damit begonnen werden, diese Dinge zu verwirklichen. Dank eines klaren Vorschlags zur Technik glaube ich, dass der Spielraum vorhanden ist, um unsere ehrgeizigen Ziele für die WRC zu erreichen".

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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