WRC Rallye Neuseeland 2022: Kalle Rovanperä jüngster Rallye-Weltmeister

Mit einem Sieg bei der Rallye Neuseeland krönt sich Kalle Rovanperä zum jüngsten Rallye-Weltmeister in der Geschichte der WRC

WRC Rallye Neuseeland 2022: Kalle Rovanperä jüngster Rallye-Weltmeister
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Kalle Rovanperä und Jonne Halttunen haben am Sonntag die Rallye Neuseeland gewonnen und sich damit zwei Läufe vor dem Saisonende die Titel in der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) gesichert. Im Alter von 22 Jahren und einem Tag ist Rovanperä nun jüngster Champion in der Geschichte der WRC und brach den Rekord von Colin McRae, der bei seinem Titelgewinn im Jahr 1995 27 Jahre alt war.

Rovanperä und Halttunen sicherten sich den Titel standesgemäß, indem sie in Neuseeland nicht nur die Rallye, sondern auch die Powerstage gewannnen. Nach seinem sechsten Saisonsieg beim elften WM-Lauf des Jahres hat Rovanperä in der WM-Wertung einen Vorsprung von 64 Punkten auf Hyundai-Pilot Ott Tänak, den dieser bei den verbleibenden Rallyes in Spanien und Japan nicht mehr aufholen kann.

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Rovanperä ist der erste finnische Rallye-Weltmeister seit 2002 und insgesamt der siebte Fahrer aus dem skandinavischen Land, der sich den Titel in der WRC sichern konnte. "Es ist eine große Erleichterung nach einer so guten Saison und endlich sind wir hier!", sagt der neue Weltmeister im Ziel.

"Nach einigen schwierigen Rallyes mussten wir etwas warten, aber der größte Dank geht an das Team - sie haben diese Rakete in diesem Jahr gemacht", lobt Rovanperä seine Toyota-Mannschaft für den Yaris GR Rally1. "Selbst nach all den schwierigen Rallyes haben sie an uns geglaubt und uns jede Unterstützung gegeben."

Rovanperä gewann fünf der ersten sieben Saisonläufe

Dass der Weg zum WM-Titel in der Saison 2022 nur über Rovanperä führen würde, hatte sich früh abgezeichnet. Nach Platz vier zum Auftakt in Monte Carlo hatte der Finne fünf der folgenden sechs Rallyes gewonnen und sich damit in der WM-Wertung deutlich abgesetzt. Schon bei der Ypern-Rallye Ende August hatte er in Belgien seinen ersten Matchball. Doch dort wie auch bei der Akropolis-Rallye im September verpasste Rovanperä nach Fahrfehlern die Punkteränge.

In Neuseeland zeigte der Finne dann aber Nervenstärke. Bei schwierigen Bedingungen und teils starkem Regen übernahm er am Samstag die Führung und fuhr sich einen Vorsprung heraus, den seine Verfolger bei den vier Wertungsprüfungen am Schlusstag aus eigener Kraft nicht mehr aufholen konnten.

Der Sieg bei der Powerstage war dann die ultimative Krönung für Rovanperä. Im Ziel betrug sein Vorsprung auf seinen Teamkollegen und Vorgänger als Weltmeister Sebastien Ogier 34,6 Sekunden. Tänak, Rovanperäs erster Verfolger in der WM, wurde mit 48,5 Sekunden Rückstand Dritter.

Strafe gegen Tänak spielt letztlich keine Rolle mehr

Nachdem der Este bei der Powerstage 0,6 Sekunden langsager als Rovanperä war, spielten letztlich die insgesamt 15 Strafsekunden, die Tänak in Neuseeland wegen Überschreitung des zulässigen Hybrid-Boosts erhalten hatte, keine Rolle mehr. "Wir hatten ein alles andere als gutes Wochenende, aber Kalle und Toyota waren trotzdem sehr stark und haben alle anderen geschlagen, keine Frage", erkennt Tänak den Sieg seines Rivalen an.

Ott Tänak, Martin Jarveoja, Hyundai World Rally Team Hyundai i20 N Rally1

Ott Tänak, Martin Jarveoja, Hyundai World Rally Team Hyundai i20 N Rally1

Foto: Fabien Dufour / Hyundai Motorsport

Vierter wurde in Neuseeland Thierry Neuville vor Oliver Solberg (beide Hyundai). Rang sechs ging an Lokalmatador Hayden Paddon (Hyundai), der damit bei seiner Heimrallye souverän die WRC2-Wertung gewann. "Es waren sehr lange zweieinhalb Tage! Wir haben versucht, damit umzugehen und keine Dummheiten zu machen", sagt Paddon. "Wir sind froh, dass der Druck weg ist, weil wir es tatsächlich geschafft haben - wir hätten nicht so gut ausgesehen, wenn wir etwas Dummes gemacht hätten!"

Siebter wurde Lorenzo Bertelli (Ford). Damit war der Paydriver aus Italien bester M-Sport-Pilot, nachdem Craig Breen am Freitag und Gus Greensmith am Samstag verunfallt waren. Greensmith konnte die Rallye aufgrund eines Schadens am Überrollkäfig seines Autos nicht mehr fortsetzen. Gleiches galt für die Toyota-Piloten Elfyn Evans und Takamoto Katsuta, die ebenfalls am Samstag verunfallt waren.

Erfolge für Paddon, van Gisbergen und Kremer

Die Top 10 komplettierten mit Kajetan Kajetanowicz, Shane van Gisbergen und Harry Bates (alle Skoda) drei weitere WRC2-Piloten. Van Gisbergen, von Haus aus Rundstrecke-Pilot und einer der Stars der australischen Supercars-Meisterschaft, gewann damit bei seinem WRC-Debüt gleich WM-Punkte. "Das macht Spaß! Ich fahre ein Rallyeauto in der WRC - das ist ziemlich cool. Wir hatten eine tolle Zeit und ich lebe meinen Traum. Ein Podium zu holen, das freut mich sehr", sagt van Gisbergen.

Shane van Gisbergen, Glen Weston, Skoda Fabia Evo Rally2

Shane van Gisbergen, Glen Weston, Skoda Fabia Evo Rally2

Foto: Red Bull Content Pool

Erfolgreich war die Rallye Neuseeland auch für Armin Kremer, den einzigen deutschen Starter. Der Routinier ging in Neuseeland ungewohnterweise mit einem Citroen und erstmals in der WM mit Tochter Ella als Beifahrerin an den Start. Am Ende stand Gesamtrang zwölf und der Sieg in der Masters-Wertung der WRC2 zu Buche. "Das ist ein tolles Ergebnis für uns und wir sind wirklich glücklich. Alles war in Ordnung und das Team hat gut gearbeitet", freut sich Kremer.

Während Fahrer- und Beifahrer-Titel der WRC-Saison 2022 bereits vergeben sind, ist das Rennen um die Herstellerwertung formal noch offen. Hier führt Toyota mit 455 Punkten vor Hyundai (374) und M-Sport (224). Bei 81 Punkten Vorsprung und noch maximal 104 zu vergebenen Zähler ist dem japanischen Hersteller der Titel aber kaum noch zu nehmen.

Weiter geht es in der Rallye-Weltmeisterschaft in drei Wochen (20. bis 23. Oktober) mit der Rallye Spanien.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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