WRC Rallye Ypern 2021: Umjubelter Heimsieg für Thierry Neuville

Lokalmatador Thierry Neuville gewinnt die WRC-Premiere der Rallye Ypern: Craig Breen komplettiert Hyundai-Doppelsieg - WM-Punkte für Fabian Kreim

WRC Rallye Ypern 2021: Umjubelter Heimsieg für Thierry Neuville

Unter dem großen Jubel der heimischen Fans hat Lokalmatador Thierry Neuville (Hyundai) die Rallye Ypern in Belgien gewonnen, achter Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2021. Für Neuville ist es der erste WM-Sieg seit der Rallye Monte-Carlo 2020 und der insgesamt 14. in seiner WRC-Karriere.

Bei der Premiere der Asphaltrallye im Rahmen der WM hatte der Belgier am Sonntag nach 20 Wertungsprüfungen über 295,78 Kilometer im Ziel auf dem Grand-Prix-Kurs von Spa-Francorchamps einen Vorsprung von 24,3 Sekunden auf seinen Teamkollegen Craig Breen.

Fotos WRC Belgien

Ergebnisse WRC Belgien

Damit setzten sich zwei Fahrer durch, die die Rallye von früheren Teilnahmen im Rahmen der Rallye-EM schon kannten und in Ypern bereits gewonnen hatten. Dritter wurde Kalle Rovanperä (Toyota, +41,8 Sekunden), der im Dreikampf um den letzten Podiumsrang seine Teamkollegen Elfyn Evans und Sebastien Ogier hinter sich ließ.

Erstmals WM-Punkte für Fabian Kreim

Sechster wurde Ott Tänak (Hyundai), der die Powerstage gewann. Auf Gesamtrang sieben fuhr Yohan Roussel (Citroen), der damit die WRC3-Wertung für sich entschied. Achter wurde der einheimische Pieter Cracco (Skoda), auf Rang neun fuhr Fabian Kreim (Volkswagen). Der Deutsche gewann damit bei seinem Gaststart erstmals in seiner Karriere WM-Punkte. Vincent Verschueren (Volkswagen) komplettierte die Top 10.

Fabian Kreim bei der Rallye Deutschland 2019

Fabian Kreim fuhr als Neunter in die Punkteränge (Archivbild)

Foto: ADAC Motorsport

Nach einer Reihe von enttäuschenden Rallyes, bei denen Hyundai durch Fahrfehler der Piloten oder technische Probleme mögliche Siege verspielt hatte, gelang dem Werksteam des südkoreanischen Herstellers rechtzeitig vor dem Saisonendspurt der dringend benötigte Befreiungsschlag.

"Wir hatten eine Menge Druck, als wir hierher kamen, aber ich habe mich das ganze Wochenende über sehr wohl gefühlt und konnte mich auf mein Team und das Auto verlassen", sagt Neuville, der den Sieg ausgelassen mit einer Reihe von Donuts vor den Zuschauern feierte.

Hyundai in Belgien in einer eigenen Liga

"Es freut mich, Martijn [Wydaeghe, Beifahrer] hier in Belgien den ersten Sieg zu schenken. Er hätte schon früher kommen müssen, aber wir hatten Pech. Jetzt fühlt es sich hier gut an", so Neuville, der zusammen Wydaeghe den Siegerpokal aus den Händen der belgischen Motorsport-Legende Jacky Ickx entgegennahm.

Vom ersten Kilometer an machten die Hyundai-Piloten klar, dass der Weg zum Sieg in Belgien nur über sie geht. Am Freitag etablierten Neuville, Breen und Ott Tänak rasch eine Dreifachführung und distanzierten die Verfolger aus dem Toyota-Lager.

Am Samstagmorgen verlor Tänak dann aufgrund eines Reifenschadens gut drei Minuten, womit aus der Dreifach- eine Zweifachführung wurden. Neuville und Breen lieferten sich ein spannendes Duell um die Spitze und waren zeitweilig nur um wenige Sekunden getrennt, ehe am Samstagnachmittag die Teamleitung eingriff.

Ogier in der WM-Wertung weiter klar in Front

Aufgrund des deutlichen Vorsprungs vor den Toyota-Piloten und angesichts der Tatsache, dass Breen als Teilzeitfahrer in der WM-Wertung keine Rolle mehr spielt, kam die Ansage: Positionen halten. Daran hielten sich Neuville und Breen am Schlusstag und feierten im Ziel den Doppelsieg. Für Hyundai war es erst der zweite Saisonsieg und der erste seit dem Triumph von Tänak Ende Februar bei der Arctic-Rallye.

Kalle Rovanperä im Toyota Yaris WRC bei der Rallye Ypern 2021

Kalle Rovanperä im Toyota Yaris WRC bei der Rallye Ypern 2021

Foto: Motorsport Images

Die drei Toyota-Fahrer Rovanperä, Evans und Ogier fuhren in gewisser Weise ihr eigenes Rennen, nachdem rasch klar war, dass sie die Hyundais aus eigener Kraft nicht schlagen können. Dennoch ging es zwischen ihnen eng und spannend zu, mehrmals wechselten die Positionen.

Letztlich setzte sich Rovanperä durch, während Ogier am Sonntag bei der 17. WP durch einen Reifenschaden entscheidende Sekunden verlor. "Ich hatte nicht erwartet, dass es so schwierig sein würde", sagt Ogier. "Die Abstimmung war zu Beginn der Rallye nicht die beste, aber wir sind mit ein paar mehr Punkten von hier weggekommen, was gut ist."

Nächste Halt: Griechenland

Nachwuchsmann Takamoto Katsuta war im vierten Toyota am Samstagmorgen nach einem wilden Unfall ausgeschieden, den er und sein Beifahrer unverletzt überstanden. Nichts zu holen gab es in Belgien für M-Sport. Für Adrien Fourmaux war die Rallye bereits am Freitag nach einem Unfall vorzeitig beendet. Teamkollege Gus Greensmith rutschte am Freitag ebenfalls von der Straße, kämpfte am Samstag mit technischen Problemen an seinem Ford Fiesta WRC und landete mit mehr als 40 Minuten Rückstand weit außerhalb der Top 10.

In der Fahrerwertung führt nach acht von zwölf Rallyes weiterhin Ogier mit 162 Punkten vor den punktgleichen Evans (124) und Neuville (124). Mit 38 Punkten Vorsprung auf seine Verfolger liegt Ogier bei noch vier zu fahrenden Rallye weiter klar auf Kurs zu WM-Titel Nummer acht. In der Herstellerwertung führt Toyota mit 348 Punkten weiter vor Hyundai (307).

Weiter geht es in der Rallye-WM in vier Wochen. Vom 9. bis 12. September feiert dann die traditionelle Akropolis-Rallye in Griechenland ihr Comeback im Rahmen der WRC.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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