WRC-Teams zum Antrag von Volkswagen: Da könnte ja jeder kommen

Die Konkurrenzteams von Volkswagen konnten bei ihrem Meeting am Donnerstag noch zu keiner Entscheidung kommen, ob man VW die Bitte nach einer Ausnahmeregelung genehmigen wolle.

"Das Meeting war positiv, die Atmosphäre war gut, die Leute haben ihre Bedenken geäußert und das ist ihr gutes Recht", sagte FIA-Rallyedirektor Jarmo Mahonen gegenüber unserer Schwesterpublikation Autosport. "Ich werde das mit Volkswagen diskutieren und dann treffen wir uns wieder."

Volkswagen hatte bei der FIA beantragt, die Homologation seines VW Polo R WRC für 2017 nachholen zu dürfen, obwohl alle anderen Teams das, laut Reglement, bereits im Dezember vergangenen Jahres erledigt haben. Dazu müssten aber alle eingeschriebenen Teams zustimmen, die haben jedoch Bedenken.

"Wir brauchen mehr Informationen", brachte Citroën-Rennleiter Yves Matton die Bedenken der Teams auf den Punkt. Zwar sei es gut, mehr Autos am Start zu haben, aber: "Wir müssen sicher sein, dass sie zur Meisterschaft beitragen und nicht das Gegenteil der Fall ist. Momentan geht es nur um eine Frage: 'das Auto für einige Rallyes zu homologieren'."

Das reiche aber nicht aus, betonte er. "Wir müssen wissen, wer das Auto fährt, bei welchen Rallyes, was sind ihre Einschränkungen im Vergleich zu unseren. Wir müssen die Regeln nochmal überprüfen, aber wir müssen das ordentlich tun und nicht in einer 30-minütigen Sitzung."

Toyota-Rallye-Chef Tommi Mäkinen stand dem Antrag von Volkswagen positiv gegenüber, Hyundai-Teamchef Michel Nandan meinte dagegen, eine verspätete Homologation sei aufgrund des aktuellen Reglements nicht möglich.

"Ich habe nichts gegen Volkswagen, aber in meinen Augen ist es schon etwas seltsam, dass sie erst diese große Entscheidung treffen und dann plötzlich das neue Auto homologieren müssen."

Jeder müsse die Regeln respektieren, betonte er. "Wenn du das Auto homologieren willst, dann musst du dich in die Meisterschaft einschreiben. Ich kann ihr Problem verstehen, aber viele Unternehmen haben Probleme, aufgrund derer sie den Motorsport aufgeben müssen – ich habe das selbst schon erlebt."

Mahonen versteht die Teams verstehe, insbesondere, da Volkswagen keinerlei Absicht hat, als Werksteam zurückzukommen, sondern das Auto lediglich auf privater Basis und auch nicht bei allen Veranstaltungen einsetzen will.

Außerdem seien den Herstellern durch das Reglement auf Gebieten wie dem Getriebe Beschränkungen auferlegt und man müsse sicherstellen, "dass alle fair behandelt werden", sagte Mahonen. "Wir können es nicht erlauben, dass sie immer mit einem neuen Auto ankommen."

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