2022 letzte Saison: Tourenwagen-Weltcup WTCR wird nicht fortgeführt

Der Tourenwagen-Weltcup WTCR wird in der bisherigen Form 2023 nicht weitergeführt: Eine TCR-World-Tour mit zentralem Finale füllt die Lücke

2022 letzte Saison: Tourenwagen-Weltcup WTCR wird nicht fortgeführt
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Die Saison 2022 wird die letzte des Tourenwagen-Weltcups (WTCR) in seiner jetzigen Form sein. Wie der Automobil-Weltverband FIA und der Serienpromoter Discovery Sports Events am 14. Oktober bekannt gaben, wird die Rennserie 2023 nicht fortgesetzt. Stattdessen wird es im kommenden Jahr ein neues Format mit dem Titel TCR-World-Tour mit einem zentralen Final-Event geben.

Die TCR-World-Tour wird dabei von World Sporting Consulting (WSC), dem Inhaber des TCR-Reglements und der Marke ausgerichtet und setzt auf ein neues Ranglistensystem von WSC aus, bei dem sämtliche Teilnehmer am TCR-Rennen weltweit Punkte erhalten. Die World-Tour besteht dabei aus neun Veranstaltungen, die aus verschiedenen TCR-Serien weltweit ausgewählt werden.

Die 15 besten Fahrer der World-Tour-Wertung treffen dann beim einem Weltfinale, das WSC zusammen mit Discovery Sports Events ausrichten wird, auf die besten 45 Fahrer der TCR-Weltrangliste. Im Rahmen einer viertägigen Veranstaltung im Playoff-Format werden dann Titel für Fahrer, Teams und Hersteller vergeben.

Warum es mit dem WTCR nicht weitergeht

Der WTCR ist hingegen Geschichte. Neben den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie, dem Ukraine-Krieg und den generell schwachen Wirtschaftsaussichten nennt Francois Ribeiro, Chef des Promoters Discovery Sports Events, einen weitern Grund für das Aus der Rennserie.

"Als wir im vergangenen Jahr die Verlängerung unserer Partnerschaft mit der FIA zur Vermarktung des WTCR bekannt gaben, taten wir dies mit dem Ziel, den WTCR im Rahmen unserer Roadmap für einen nachhaltigeren Motorsport noch umweltfreundlicher zu gestalten. Die Einführung von 100 Prozent nachhaltigem Kraftstoff war dabei von zentraler Bedeutung", so Ribeiro.

"Leider hat sich herausgestellt, dass zu 100 Prozent fossilfreier Kraftstoff noch nicht mit den in der TCR-Kategorie verwendeten Serienmotoren kompatibel ist, da er zu hohe Anforderungen an die mechanischen Komponenten stellt", so der Franzose weiter.

2022 von Reifen-Querelen überschattet

"Da immer mehr Sponsoren nicht mit einer Kategorie in Verbindung gebracht werden wollen, die keinen fossilfreien Kraftstoff verwendet, haben wir große Bedenken, dass sich dies negativ auf die Starterzahlen des WTCR in der nächsten Saison auswirken wird", so der Chef des Serienpromoters weiter. Aus diesem Grund habe sich Discovery Sports Events entschieden, die Option für die Durchführung des WTCR in den Jahren 2023 bis 2025 nicht zu ziehen.

Der WTCR hatte 2018 die Nachfolge der Tourenwagen-Weltmeisterschaft (WTCC) angetreten. Nachdem die Serie zunächst sehr erfolgreich war und vor allem in der Saison 2019 ein starkes Feld mit zahlreichen Marken vorweisen konnte, war die Entwicklung seit 2020 rückläufig. Seitdem fuhr die Serie, vor allem in Folge der COVID-19-Pandemie, ausschließlich Rennen in Europa.

In der Saison 2022 machte der WTCR vor allem aufgrund von Problemen mit den Rennreifen von Goodyear Schlagzeilen. Aufgrund von Sicherheitsbedenken wurden die Rennen im Rahmen des 24-Stunden-Rennens auf der Nürburgring-Nordschleife im Mai wenige Minuten vor dem geplanten Rennstart abgesagt.

Im Juli hatte Lynk & Co seine Fahrzeuge dann von den Rennen in Vallelunga zurückgezogen, da mit den aktuellen Rennreifen ein sicherer Wettbewerb nicht mehr möglich sei. Anfang August gab der chinesische Hersteller dann den sofortigen Ausstieg seines Werksteams Cyan Racing aus der Serie bekanntgegeben. Daraufhin war das Starterfeld auf nur noch zwölf Autos geschrumpft.

Beendet werden soll die fünfte und letzte Saison des WTCR im November mit zwei Rennen im Nahen Osten. Vom 10. bis 11. November fährt die Serie im Rahmen der Langstrecken-WM (WEC) in Bahrain, vom 25. bis 27. November findet dann das Saisonfinale auf dem Stadtkurs von Dschidda in Saudi-Arabien statt.

Mit Bildmaterial von FIA WTCR.

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