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"Genervt von mir selbst": BMW-Pilot van der Linde spricht Klartext nach Sieg

Schubert-Pilot Kelvin van der Linde feiert seinen ersten DTM-Sieg mit BMW, erlaubte sich aber einen Fehler: Warum der Rückkehrer "ein bisschen genervt" von sich war

"Genervt von mir selbst": BMW-Pilot van der Linde spricht Klartext nach Sieg

Kelvin van der Linde feiert seinen ersten DTM-Sieg mit BMW

Foto: ADAC Motorsport

Die Erleichterung war Kelvin van der Linde nach seinem Sieg im zweiten DTM-Rennen in Zandvoort (Rennbericht) deutlich anzusehen: Der Schubert-BMW-Pilot hatte das Rennen über weite Strecken souverän kontrolliert, ehe ihm rund 20 Minuten vor Schluss ein Fehler unterlief, der ihn zwischenzeitlich sogar die Führung kostete.

"Ich war ein bisschen genervt von mir selbst, aber ich konnte nicht zu lange darüber nachdenken", gibt der Südafrikaner auf der Pressekonferenz nach dem Rennen zu. "Ich musste einfach weiter pushen, denn hinter mir waren sofort fünf andere Autos."

Doch was war überhaupt passiert? "Ich weiß nicht, ob es im Fernsehen zu sehen war, aber heute war es extrem rutschig da draußen", berichtet van der Linde. "Es lagen abseits der Ideallinie viele Gummireste von den verschiedenen Support-Kategorien herum."

"Wenn man nur ein kleines bisschen zu weit rauskommt, verliert man sehr leicht das Auto." Genau das passierte dem BMW-Piloten in der Kumhobocht, der vorletzten Kurve des Dünenkurses: Van der Linde kam leicht von der Ideallinie ab und öffnete Thierry Vermeulen (Emil-Frey-Ferrari) damit die Möglichkeit zum Führungswechsel.

Kelvin van der Linde profitiert von frischen Reifen

"Natürlich war das nicht schön, weil ich wusste, dass der Ferrari sehr schnell war", ergänzt van der Linde, der von seinem Ausfall am Samstag profitierte: "Mein einziger Joker war eigentlich, dass ich wusste, dass beim Boxenstopp frische Reifen auf mich warten würden. Ich wusste also, dass ich vielleicht noch eine Chance bekommen würde, ihn anzugreifen."

Kelvin van der Linde musste sich zur Halbzeit des Rennens verteidigen

Kelvin van der Linde musste sich zur Halbzeit des Rennens verteidigen

Foto: ADAC Motorsport

"Aber er war im mittleren Stint des Rennens sehr schnell." Tatsächlich setzte sich der Ferrari-Pilot zeitweise um mehr als zwei Sekunden ab, sodass der erste BMW-Sieg der Saison bereits in weite Ferne zu rücken schien. "Ich wusste, dass ich eine saubere Inlap und eine saubere Outlap fahren musste, um mich zurückzukämpfen", erklärt van der Linde.

Hinzu kam offenbar ein Fahrfehler des Niederländers, der ähnlich wie van der Linde selbst kurz von der Ideallinie abkam. "Ich weiß nicht, ob sie das im TV gezeigt haben, aber das hat ihn letztlich, glaube ich, auch einige Positionen beim Boxenstopp gekostet."

"Es war also einfach sehr schwierig, auf der Strecke zu bleiben. Auch das Safety-Car hat teilweise viel Gummi auf der Strecke hinterlassen, was für uns schwierig war, weil wir beim Restart viel Pickup hatten. Es waren ehrlich gesagt schwierige Bedingungen, und man konnte sich nie entspannen - man musste immer voll konzentriert bleiben."

Apropos Konzentration: Auch der Emil-Frey-Mannschaft unterlief beim Boxenstopp von Vermeulen ein Fehler, als der Ferrari kurzzeitig abgelassen wurde, obwohl das linke Vorderrad noch gar nicht montiert war. Das kostete Zeit, doch der Niederländer kam dennoch vor dem späteren Rennsieger zurück auf die Strecke.

Zandvoort-Sieger nutzt Erfahrung aus der Saison 2024

Der BMW-Pilot hatte seine Reifen zu diesem Zeitpunkt allerdings schon ins richtige Arbeitsfenster gebracht - und schlug wenig später zurück: Mit einem mutigen Manöver auf der Außenseite von Kurve 7 zog van der Linde am Ferrari vorbei. "Das war tatsächlich ein bisschen ein Deja-vu für mich", sagt der Südafrikaner.

"Ich weiß nicht, ob ihr euch an 2024 erinnert - damals waren Thierry und Rene Rast vor mir, und ich habe sie außen herum im Audi überholt", erinnert sich der BMW-Werksfahrer an das Rennen vor zwei Jahren. "Deshalb wusste ich, dass dort Grip vorhanden ist. Also habe ich es auch im BMW versucht, und es hat ziemlich gut funktioniert."

"Ich bin sehr froh über dieses Manöver. Es war extrem wichtig, um durch das Chaos zu kommen und danach eine Lücke herauszufahren. Ich würde sagen, das war das rennentscheidende Überholmanöver." Anschließend baute Kelvin van der Linde seinen Vorsprung in der Schlussphase auf mehr als sechs Sekunden aus.

"Ich hatte tatsächlich ein bisschen Glück, dass die Autos hinter mir gekämpft haben", sagt der Schubert-BMW-Pilot mit einem Grinsen. "Natürlich hatte ich am Ende einen Reifenvorteil, aber es sah so aus, als würde hinter mir ziemlich viel Chaos herrschen."

"Deshalb habe ich einfach versucht, den Schwung auf meiner Seite zu nutzen, mich zu konzentrieren und saubere Runden zu fahren. Ich habe gesehen, wie der Abstand größer wurde. Ich bin kein Risiko eingegangen, aber natürlich hilft es, wenn die Autos hinter dir miteinander kämpfen."

Van der Linde holt ersten BMW-Sieg in der DTM

Kelvin van der Linde feiert seinen ersten DTM-Sieg im Dienste von BMW. "Der erste BMW-Sieg ist etwas ganz Besonderes für mich. Ich habe lange darauf gewartet", sagt der Südafrikaner, der beim Saisonauftakt schon kurz vor seinem BMW-Debüterfolg stand.

"Wir waren im Qualifying in Spielberg und auch hier sehr stark, konnten es in Spielberg aber nicht umsetzen. Deshalb haben wir viel Arbeit in die kleinen Details gesteckt, um unsere Outlap-Performance und auch unsere Boxenstopps zu maximieren."

"Ich denke, das hat sich heute ausgezahlt", sagt van der Linde, der sich in der Gesamtwertung auf den siebten Rang verbessert. "Ich bin sehr stolz auf das gesamte Team, dass wir heute zurückschlagen und wirklich zeigen konnten, was wir können. Und wir wollen mehr."

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