"Mein Fehler": Warum Glock Platz vier verlor und fast doppelt bestraft wurde
Timo Glock holte in Spielberg sein bestes McLaren-Ergebnis - doch es war mehr drin: Warum er trotz Strafe glimpflich davonkam und der DTM-Auftakt holprig verlief
Glocks Boxenstopp am Samstag hätte beinahe zwei Strafen zur Folge gehabt
Foto: ADAC Motorsport
Timo Glock erreichte beim Samstagsrennen der DTM in Spielberg mit Platz sieben das beste Ergebnis seiner McLaren-Ära, doch es war deutlich mehr drin: Der Ex-Formel-1-Pilot wäre wohl Vierter geworden, hätte er nicht wegen des Durchdrehens der Räder beim Boxenstopp eine Penalty-Lap-Strafe kassiert, die fünf Sekunden kostete - und die er dann zu spät absaß.
"Am Ende war es mein Fehler", gibt Glock nach dem Rennen zu. "Ich habe gemerkt, dass der Boxenstopp gut ist und war einfach einen Tick zu früh mit dem Fuß von der Bremse." Beinahe wäre Glock auch noch Platz sieben entglitten, denn der McLaren-Pilot saß seine Penalty-Lap-Strafe, die er in der 28. Runde kassierte, erst in Runde 30 ab.
Dabei besagt das Reglement, dass die Ziellinie nach Verkündung der Strafe und vor dem Durchfahren der Penalty-Zone höchstens einmal überfahren werden darf. Wieso die Sportkommissare ein Auge zudrückten und auf "no further action" plädierten?
Das liegt daran, dass die Strafe dem Fahrer erst unmittelbar vor dem Überfahren der Ziellinie mitgeteilt wurde. Außerdem konnte das Team nachweisen, dass es Funkprobleme gab.
Nicht das erste Mal durchdrehende Räder bei Dörr-McLaren
Interessant: Teamkollege Ben Dörr wurde 2025 zweimal - am Norisring und beim Finale in Hockenheim -, für durchdrehende Räder beim Stopp bestraft, während das bei anderen Teams kaum vorkommt. Das kann daran liegen, dass die Kupplung, wenn sie heiß wird, nicht immer sauber trennt.
Deshalb müssen die Dörr-Piloten während des gesamten Boxenstopps neben dem Kupplungspedal auch das Bremspedal gedrückt halten. Bei Glock waren die durchdrehenden Räder in Spielberg aber offenbar darauf zurückzuführen, dass er die Kupplung etwas zu früh kommen ließ.
Auch sonst sind die Boxenstopps weiter die Achillesferse des Teams: Nur am Samstag lief Glocks Stopp mit 7,2 Sekunden glatt, am Sonntag benötigte die Crew bei Ben Dörr 8,5 und 8,2 Sekunden, bei Glock 8,8 und 10,8 Sekunden. "Hier haben wir noch Luft nach oben", weiß auch GT3-Leiter Volker Strycek.
Bestes DTM-Ergebnis für Ben Dörr nach Nachtschicht
Was das reine Tempo angeht, war Glocks Teamkollege an beiden Tagen schneller, doch am Samstag wurde der Youngster nach Startplatz zwei unglückliches Opfer der Berührung mit Land-Porsche-Rookie Bastian Buus und donnerte in die Leitplanken.
"Wir hatten einen schweren Schaden am Heck", sagt Dörr-Teammanager Axel Funke. "Dank einer super Teamleistung und einer Nachtschicht haben wir das Auto wieder hinbekommen." Ben Dörr fuhr am Sonntag mit dem reparierten Auto auf Platz sieben und damit ebenfalls zu seinem bisher besten DTM-Ergebnis, Glock wurde 15.
"Es hat sich sehr viel getan, auf meiner Seite am Auto. Da wurde sehr viel umgestellt, was es deutlich schwieriger gemacht hat", verweist Glock auf die schwierige Vorbereitung. "Mit nur einem wirklichen Test, den wir letzte Woche hatten, der aber leider auch nicht zufriedenstellend war, weil wir nur Probleme hatten und ich nicht wirklich viel fahren konnte."
"Basisthemen, die uns im Weg stehen": Warum Glock einen Fehlstart erlebte
Mit Gerd Kusstatscher, mit dem Glock bereits beim Ex-BMW-Team Walkenhorst arbeitete, hat der Odenwälder einen "neuen Ingenieur, der wirklich einen guten Job macht, aber der das Auto überhaupt nicht kennt und sich erstmal einarbeiten muss."
Außerdem habe man am Freitag "das nächste Thema mit Problemen am Auto" gehabt, sagt er, ohne ins Detail zu gehen. "Am Abend haben wir noch festgestellt, dass die Fahrzeughöhen, die wir gefahren sind, eigentlich gar nicht drin waren, weil wir von den Messinstrumenten einen Fehler hatten", erklärt Glock.
"Also viele Basisthemen, die uns irgendwie im Weg stehen. Jedenfalls an meinem Auto, beim Ben war alles in Ordnung." Entsprechend schlecht war Glock auf das erste Qualifying vorbereitet. "Für uns war das heute Morgen Finger in den Wind halten und gucken, was wir machen", beschreibt er die Ausgangslage vor dem neunten Startplatz.
"Dafür haben wir eigentlich ganz gut ausgesehen - und jetzt im Rennen haben wir auch nochmal eine Änderung gemacht, die positiv war." Zumindest am Samstag erlebte Glock laut eigenen Angaben einen "problemlosen Tag". Wie das Team reagiert? Angesprochen auf das Problem mit der Fahrzeughöhe meint Teammanager Funke: "Wir haben den Fehler erkannt und stellen das intern ab."
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