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Auf den zweiten Blick: Was Red Bull am RB16B wirklich geändert hat

Auf den ersten Blick fiel beim RB16B wenig Neues auf, doch wenn man genau hinschaut, lassen sich einige Veränderungen am Red Bull erkennen

Auf den zweiten Blick: Was Red Bull am RB16B wirklich geändert hat

Als Red Bull am Dienstag zwei Fotos seines RB16B veröffentlicht hat, fiel es vielen schwer, auf Anhieb etwas zu erkennen, das das Auto von seinem Vorgänger unterscheidet. Da es kaum auffällige Änderungen gab und auch die Lackierung im Grunde die gleiche ist, stach wohl am ehesten ins Auge, dass die Aston-Martin-Aufkleber von Honda-Aufklebern ersetzt wurden.

Natürlich besitzt der RB16B viele Wesenszüge des RB16, wie schon der Name verrät, dennoch gibt es einige subtile Anpassungen zu erkennen, wenn man genau hinschaut.

Die erste beginnt gleich ganz vorne an der Nase. Dort schien Red Bull zu Saisonbeginn 2020 einige Probleme zu haben, sodass man etwas Arbeit in den Bereich investiert hat. Der Hauptunterschied ist das Cape, das am Körper der Nase etwas nach hinten verschoben wurde und den Luftstrom nun auf andere Weise beeinflusst.

Veränderungen an der Nase

In Folge wurden auch die Einlässe auf jeder Seite der Nase, die den S-Schacht füttern, abgeändert. Eine zentrale Strebe in der Nasenspitze war bereits im Laufe der Vorsaison verschwunden.

Red Bull hatte in der Vorsaison auf einen schmaleren Nasenkörper und ein schmaleres Cape-Design gesetzt, was zu einem veränderten Luftstrom um die Front gesorgt hat. Zusammen mit den Korrelationsproblemen war das ein Rezept für Schwierigkeiten.

Red-Bull-Frontflügel

An der Nase lassen sich einige Anpassungen erkennen

Foto: Red Bull Content Pool

Das Team hat aber unermüdlich gearbeitet, um den Fehler zu finden. Man hielt sogar die Entwicklung an, um Vergleichstests zu absolvieren und den Entwicklungspfad wieder richtig einzustellen. Als Teil dieses Prozesses fuhr man im ersten Rennen mit einer neuen Nase mit einer schmalen Frontflügelhalterung. Das wurde jedoch schnell wieder verworfen.

Allerdings tauchte dieser Versuch im Saisonverlauf noch einmal auf, als man es in der Türkei zusammen mit Veränderungen an Cape und Frontflügel ausprobierte. Das neue Auto legt nun nahe, dass dieser Versuch jedoch endgültig zu den Akten gelegt wurde - konkret sagen kann man dies jedoch erst, wenn es auch bei den Testfahrten und den ersten Saisonrennen der Fall ist.

Bremsbelüftungen & Bargeboards

Die Bremsbelüftungen für den RB16B wurden optimiert. Die untere Hälfte des Einlasses wurde verjüngt, um den Luftstrom zu verbessern (roter Pfeil). Gleichzeitig sieht es so aus, als hätte das Team die Verkleidung der Pushrod-Stange an der Vorderradaufhängung verändert (blauer Pfeil) und den Teil schmaler gemacht, wo es auf die Verlängerung des Radträgers trifft.

Auch der komplette Bereich der Bargeboards hat eine Überarbeitung erfahren. Die Schlitze in der Oberseite des Hauptelements sind nun eher diagonal geschnitten. Das Design des Boomerang-Winglets weicht auch von seinen vorherigen Versionen ab: Es gibt nun nur noch ein einzelnes Element, das sich in der Mitte in zwei Teile aufspaltet.

Red Bull RB16B

Die Pfeile im oberen Ausschnitt zeigen die neue Bremsbelüftung

Foto: Red Bull

Bei den meisten Teams ändern sich auch die Seitenkästen, wo auf Verbesserungen bei der Kühlung und der Aerodynamik der neuen Power-Units reagiert wird. In der Hinsicht wurden einige Verbesserungen erzielt, allerdings hatte das Team bereits während der Saison 2020 mit einem Update reagiert. Daher sind alle Vergleiche mit den Präsentationsbildern des Vorjahres mit Vorsicht zu genießen.

Trotzdem bietet es einen Einblick in die generelle Richtung, in die das Team geht. Man kann sehen, wie das Bodywork an der internen Verpackung der Seitenkästen klebt, was den Designern die Möglichkeit gibt, Konturen nach ihren Vorlieben zu gestalten. Es scheint, dass der Luftstrom der Seitenkästen nun viel früher zum Unterboden geleitet wird als vorher.

Auch am Heck Neuerungen

Das Halo schien in der Vorsaison auch eine Spielwiese für Kühlungs- und Aerodynamik-Lösungen zu sein, allerdings scheint bislang keine davon den Weg an das Auto von 2021 gefunden zu haben. Man muss jedoch sagen, dass alle davon ganz einfach wieder hinzugefügt oder entfernt werden konnten. Somit könnten sie auch 2021 einfach wieder auftauchen.

Am Heck hat Red Bull das Design der ausgehöhlten Radträger-Verlängerung behalten, das man am Ende der Vorsaison eingeführt hat. Man glaubt, dass das Team in dem Bereich seine beiden Token eingesetzt hat, um den vorderen Arm des unteren Querlenkers hinter die Zugstrebe ("Pullrod") zu platzieren.

Red Bull RB16B

Das Team hat seine beiden Token wohl im Heck ausgegeben

Foto: Red Bull

Beim Unterboden setzt Red Bull auf eine ähnliche Lösung, die man bereits ab Portugal ausprobiert hatte. Wie vorgeschrieben ist das hintere Ende diagonal ausgeschnitten und frei von Löchern und Schlitzen.

Im äußeren Bereich des Unterbodens gibt es jedoch eine große Leiste, die nicht nur von vorne nach hinten gebogen ist, sondern auch eine interessante Geometrie von oben nach unten besitzt. Zusammen mit der sorgfältig geformten Hinterkante des Unterbodens soll so verlorener Abtrieb wieder zurückgewonnen werden.

Weitere Co-Autoren: Norman Fischer. Mit Bildmaterial von Red Bull Content Pool.

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Rennserie Formel 1
Teams Red Bull , Red Bull
Urheber Matt Somerfield