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Daniel Ricciardo spricht offen über den "Shoey": Woher die Geste wirklich kommt und warum er anfangs Angst vor der Reaktion der Formel-1-Bosse hatte

Daniel Ricciardo gesteht: Sein "Shoey" hat einen deutschen Ursprung

Daniel Ricciardo mit seinem berühmten "Shoey"

Foto: LAT Images

Daniel Ricciardo hat in einem aktuellen Gespräch detaillierte Einblicke in die Entstehungsgeschichte seines mittlerweile ikonischen Podium-Jubels, dem "Shoey", gegeben. Im YouTube-Interview mit Ford-CEO Jim Farley, der die Geste mit Dan Gurneys erstem Champagner-Spritzen in Le Mans 1966 verglich, erklärte der Australier, dass er den Move ursprünglich als Hommage an seine Heimat eingeführt habe.

Obwohl Ricciardo den "Shoey" weltberühmt machte, liegt der Ursprung wohl in Europa. "Ich glaube, als ich damit anfing, hat ein Freund von mir die Geschichte dahinter recherchiert und ich denke, es war ursprünglich so eine deutsche Sache", erklärte Ricciardo. Er könne sich zwar nicht an die exakte Historie erinnern, doch die Inspiration kam direkt aus seinem Freundeskreis.

"Ein paar meiner Freunde in Australien haben das gemacht. Da gab es eine Gruppe namens 'Mad Hueys‘, die sind für Surftrips um die Welt gereist und haben einfach aus ihren Schuhen getrunken. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt schon lange nicht mehr in Australien gelebt, aber es war meine Art, Australien zu zeigen, dass ich immer noch Australier bin", so der 36-Jährige.

Lockerheit in der Ära Ecclestone

Für Ricciardo war der Jubel zudem ein Mittel, um sich in der Königsklasse des Motorsports treu zu bleiben. "Ich habe immer versucht, auf eine fast schon verzweifelte Art und Weise ich selbst zu bleiben in einem Sport, der - heute hat sich das geändert, aber vor zehn Jahren war es definitiv noch ein bisschen zugeknöpft. Ich wollte versuchen, den Sport ein wenig zu lockern."

Der achtmalige Grand-Prix-Sieger war sich anfangs unsicher, wie die Aktion bei den Verantwortlichen ankommen würde. "Ich dachte mir beim 'Shoey‘: Wenn der Sport es hasst, werden mir wenigstens meine australischen Freunde Respekt dafür zollen. Als ich es dann zum ersten Mal machte, wusste ich wirklich nicht, wie es ankommen würde. Ich dachte, es bleibt bei einer einmaligen Sache."

Was die Buhrufe in Singapur veränderten

Die Entscheidung, den "Shoey" fest in sein Repertoire aufzunehmen, trafen letztlich die Fans. Ricciardo erinnert sich an ein Rennwochenende kurz nach der Premiere: "Ein paar Monate später stand ich in Singapur auf dem Podium. Nach dem ersten Mal dachte ich mir eigentlich: Okay, vielleicht hebe ich mir das nur für Siege auf, also für wirklich große Anlässe, nicht für jedes Podium."

In Singapur verzichtete er zunächst auf die Aktion, was bei den Zuschauern vor Ort jedoch nicht gut ankam. "Ich hörte 'Shoey‘-Sprechchöre und dann gab es einige Buhrufe, als ich es nicht tat. Da wurde mir klar: Okay, die wollen das wirklich. Also sagte ich mir: Gut, bei jedem Podium, das ich ab jetzt erreiche, muss ich es einfach tun."

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