Daniel Ricciardo schöpft Mut: "Du musst einfach Spaß haben!"

Nach einem enttäuschenden Qualifying betreibt McLaren-Pilot Daniel Ricciardo im Rennen Wiedergutmachung und schöpft Hoffnung für Silverstone

Daniel Ricciardo schöpft Mut: "Du musst einfach Spaß haben!"

Für Daniel Ricciardo nahm das zweite Formel-1-Wochenende in Spielberg nach einem enttäuschenden Qualifying und nur Startplatz 13 mit Rang sieben im Rennen doch noch ein versöhnliches Ende. Dabei spielte das Endergebnis in der Analyse des McLaren-Piloten eine beinahe untergeordnete Rolle.

"Um ehrlich zu sein, war die Position eigentlich egal. Es ging nur darum, ein paar Kämpfe zu bestreiten, und das war das Wichtigste", sagt der Australier.

"Manchmal vergisst man, und das gilt nicht für den Rennsport, sondern für jede Beschäftigung, die man im Leben hat, dass der Spaß das Wichtigste ist, weil man damit Erfüllung findet und dann in der Lage ist, das zu tun, was man liebt, und zwar mit dem Besten, was man kann." Und genau das sei am Sonntag der Fall gewesen.

Teamchef Seidl: "Er hatte viel Druck im Rennen"

"Natürlich war der Samstag nicht toll, hat keinen Spaß gemacht", blickt Ricciardo auf das verkorkste Qualifying zurück. "Aber ich habe das Rennen viel mehr genossen, es hat mich die ganze Zeit beschäftigt. Ich hatte einen guten Start und einen guten Restart. Dann war die Verteidigung knifflig, aber es war ein besserer Tag."

Auch McLaren-Teamchef Andreas Seidl ist zufrieden. "Einige der Autos vor uns konnten wir durch die Strategie schlagen, durch eine andere Reifenstrategie", analysiert der Deutsche. "Gleichzeitig spiegelte der Startplatz von Daniel nicht die Performance wider, die er und das Auto leisten können. Deshalb war klar, dass es am Sonntag darum ging, nach vorne zu kommen und gute Punkte zu holen."

Andreas Seidl, Lando Norris, Daniel Ricciardo

Ricciardos Teamkollege Lando Norris fuhr am Sonntag aufs Podest

Foto: Motorsport Images

"So sehr ich mich für das Team freue, für Lando (Norris; Anm. d. R.), dass er auf dem Podium steht, so sehr freue ich mich für Daniel, dass er dieses Rennen durchziehen konnte", sagt Seidl weiter. "Er hatte viel Druck im Rennen, es war anstrengend. Aber ich denke, er hat eine tolle Leistung gezeigt und es war schön zu sehen."

"Er hat einen wichtigen siebten Platz für uns geholt, wichtige Punkte für die Konstrukteurswertung. Und hoffentlich gibt ihm das jetzt gute Energie, um sich auf die nächsten zwei Wochen vorzubereiten, dann auf unser Heimrennen in Silverstone."

Ricciardo: Mit viel Selbstvertrauen nach Silverstone

Ricciardo hat vor allem mit Blick auf das Sprint-Qualifying in Silverstone Mut geschöpft: "Denn ich weiß, dass ich, egal von wo ich dieses Sprintrennen starte, das Selbstvertrauen habe, am Sonntag dann weiter vorne zu starten." Das Ergebnis des neuen Sprint-Qualifyings ist maßgebend für die Startaufstellung am Rennsonntag.

Bevor es aber nach Silverstone geht, haben die Formel-1-Piloten Gelegenheit, nach dem Tripleheader aus Frankreich und zweimal Österreich etwas durchzuatmen.

Zwar sagt Ricciardo: "Ich liebe es, beschäftigt zu sein und irgendwie in dieser Routine zu bleiben, aber ich bin kaputt. Ich denke, körperlich sind wir jetzt ziemlich fit, aber mental ist es so schwer, am Sonntagabend nach dem Rennen abzuschalten."

Dabei spiele es keine Rolle, ob es das Rennen gut oder schlecht war. "Wenn es ein gutes Rennen war, schaut man sich die Wiederholungen an, und wenn es ein schlechtes Rennen war, denkt man darüber nach, was man hätte tun können und welches Loch man irgendwo in eine Wand schlagen kann. Ich freue mich darauf, für ein paar Tage abzuschalten und den Reset-Knopf zu drücken", so Ricciardo.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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