Die mutige Cadillac-Jagd beginnt: Punkte bis zur Sommerpause?
Der Weg ins Mittelfeld ist für Cadillac noch weit - Sergio Perez setzt dem neuen Team dennoch ein ambitioniertes Ziel für die erste Saisonhälfte 2026
Valtteri Bottas und Sergio Perez: Cadillac will bis zum Sommer punkten
Foto: circuitpics.de circuitpics.de
Die Zielflagge im Albert Park markierte für das neue Team Cadillac im Fahrerlager das Ende der intensiven Vorbereitung und den Beginn einer harten Jagd. "Die Flitterwochen sind vorbei", stellte Sergio Perez nach dem ersten Grand Prix der Saison 2026 klar. Der Mexikaner, der zusammen mit Valtteri Bottas das erfahrene Duo für den Neueinsteiger bildet, weiß: Der Weg ins Mittelfeld ist weit - doch das Fundament steht.
Dass der Rennstall in Melbourne am Ende des Feldes kämpfte, kam für Perez nicht überraschend. Der Fokus lag primär darauf, überhaupt über die Distanz zu kommen.
"Ich denke, für das gesamte Team war es etwas ganz Besonderes, dieses Rennen zu beenden", so der Mexikaner. "Wenn man bedenkt, wie kurz die Zeit war, in der dieses Team zusammengearbeitet hat, ist das eine gewaltige Operation unter diesen neuen Regeln. Nicht viele Autos haben es bis ins Ziel geschafft. Wir haben es geschafft, leider nur mit einem Auto. Aber wir wissen, dass das erste Ziel erreicht ist."
Cadillac muss hart arbeiten
Jetzt beginnt die Phase der gnadenlosen Effizienz. Auf die Frage nach einem Zeitplan für den Anschluss an das Mittelfeld zeigt sich Perez ambitioniert: "Ich hoffe, dass wir bis zur Sommerpause bereits in der Lage waren, ein paar Punkte zu erzielen. Es ist offensichtlich eine große Aufgabe mit dem Rückstand, den wir derzeit haben."
Perez betont jedoch, dass die Infrastruktur nicht mit typischen Hinterbänklern vergangener Jahrzehnte vergleichbar sei: "Dieses Team ist neu, aber es unterscheidet sich sehr von all den anderen neuen Teams, die in den Sport gekommen sind. Dieses Team hat alle Ressourcen zur Verfügung und verfügt auch über die nötige Erfahrung. Es gibt viel Erfahrung im Team; viele Leute machen das seit mehr als 20 Jahren."
Dennoch warnt er vor zu hohen Erwartungen an kurzfristige Wunder: "In der Formel 1 kommen die Dinge leider nicht schnell. Es gibt viele Bereiche, in denen wir in den kommenden Rennen große Schritte machen werden, operativ und sogar bei der Strategie."
"Wenn wir unser Rennen schon ab Melbourne aufräumen, gibt es Dinge, die wir hätten besser machen können: bessere Ziele, bessere Strategie, operativ bessere Stopps. Unser letzter Stopp war sehr konkurrenzfähig. Der große Brocken ist natürlich die Aero-Entwicklung. Ich denke, das wird schnell kommen - hoffentlich."
Bottas: "Das Auto ist sehr einfach"
Sein Teamkollege Bottas bestätigt den Eindruck eines soliden, aber noch ungeschliffenen Diamanten. Das Auto, das in Australien an den Start ging, war eine Notwendigkeit der frühen Deadline.
"Nach dem, was wir bei den Tests gesehen haben und dem Wissen, was wir nach Melbourne mitbringen würden, wussten wir, dass wir eher am hinteren Ende liegen würden", gibt der Finne offen zu. "Es war mehr oder weniger so, wie wir es erwartet hatten: Wir haben gegen Aston Martin gekämpft und es geschafft, einen von ihnen während des Rennens hinter uns zu halten, bis ich ins Ziel kam. Aber ja, es gab immer noch eine Lücke zu den Autos vor uns, an deren Schließung wir jetzt arbeiten müssen."
Der Grund für den Rückstand liegt laut Bottas vor allem im frühen Finalisierung des Designs begraben: "Wir wussten, dass dieses Auto schon vor langer Zeit fertiggestellt wurde. Und es ist sehr einfach. Sie mussten das Design sehr früh freigeben. Wir wussten also, dass der Start immer schwierig sein würde."
Der Plan: Updates bei jedem der ersten fünf Rennen
Trotz der Basis-Version des aktuellen Boliden sieht Bottas keine Design-Sackgasse. Er erkennt im aktuellen Paket keine fundamentalen Architektur-Fehler, sondern ein Defizit im Detail.
"Ich denke, wenn man sich die Details im Vergleich zu anderen Autos ansieht - ich finde die Karosserie sieht toll aus, aber ich denke, es geht eher um die feineren Details, wo es einen größeren Unterschied zu den Top-Teams gibt", erklärt er.
Die Fans dürfen laut Bottas in den nächsten Wochen mit einem konstanten Strom an Neuteilen rechnen: "Ich denke, in den ersten vier oder fünf Rennen werden wir immer etwas an die Strecke bringen, was die Aerodynamik betrifft - bei jedem Rennen mehr Abtrieb."
"Dann werden wir sehen, wie groß der Unterschied ist. Aber das Team hat jetzt viel mehr Wissen über andere Autos und deren Philosophien. Ich bin mir sicher, dass sie im Moment im Windkanal Vollgas geben, um herauszufinden, in welche Richtung die langfristigen Verbesserungen gehen sollen."
Für Perez ist klar: Die Platzierung in Melbourne ist nur eine Momentaufnahme. "Es ist irrelevant, wo wir angefangen haben; es zählt nur, wie viel Fortschritt wir in den nächsten Monaten machen können. Denn: Es gibt in der Formel 1 keine Zeit."
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