Keine Strafen gegen Verstappen und Perez: Masi erklärt die Gründe

Max Verstappen und Sergio Perez kamen beim Formel-1-Rennen in Frankreich ohne Strafen davon - Rennleiter Michael Masi steht Rede und Antwort

Keine Strafen gegen Verstappen und Perez: Masi erklärt die Gründe

Der Große Preis von Frankreich in Le Castellet kam ohne besondere Zwischenfälle aus, alle 20 Fahrer erreichten das Ziel, auch Kollisionen gab es keine. Dennoch waren die Rennkommissare während des Formel-1-Rennens nicht völlig arbeitslos, einige Szenen gab es dann doch zu untersuchen.

Die erste folgte direkt nach dem Start, als Max Verstappen in Kurve 1 ins Rutschen und von der Strecke kam. Eigentlich gab es im Vorfeld des Wochenendes eine klare Anweisung, wie die Fahrer in solch einem Fall auf die Strecke zurückfahren sollten. Nämlich über eine etwas abgelegenere Fahrbahnbahn einige Meter von der Strecke entfernt, gekennzeichnet auch durch spezielle Markierungen.

Doch Verstappen fuhr nicht den vorgesehenen weiten Weg, sondern scherte schon deutlich früher wieder ein. Eine Bestrafung Verstappens wurde aber nicht vorgenommen. "Die Situation wurde angeschaut, auch mit Blick darauf, wo er von der Strecke abgekommen ist", sagt Rennleiter Michael Masi.

Masi: Verstappen hat alles richtig gemacht

Demnach sei es für Verstappen "physikalisch unmöglich" gewesen, den vorgeschriebenen Weg zu fahren. Die vorgesehenen Markierungen seien so angebracht gewesen, wie es für die meisten Ausrutscher in Kurve 1 vorgesehen war, meint Masi.

Verstappen aber hatte die Kurve nicht verpasst, sondern war erst nach dem Scheitelpunkt durch den Rutscher von der Strecke abgekommen. "Es wurde geprüft und festgestellt, dass es ziemlich klar war, dass Max verlangsamt und eine Position verloren hat und auf sichere Weise wieder auf die Strecke gekommen ist. Daher waren keine weiteren Maßnahmen notwendig", erklärt Masi.

Ganz ähnlich wurde die Situation mit Valtteri Bottas bewertet, der im Rennverlauf in Kurve 4 von der Strecke abkam und ebenfalls nicht den vorgesehenen Weg nahm, sondern früher wieder auf die Strecke fuhr. Masi berichtet, dass den Fahrern in den Meetings erklärt wurde, dass bei solchen Vorfällen stets die gesamten Umstände betrachtet werden sollen.

Bottas ähnlich wie Verstappen

"Man kam zu dem Schluss, dass Valtteri am Scheitelpunkt von Kurve 4 wahrscheinlich das Sicherste unter diesen Umständen getan hat. Er verlor eine beträchtliche Menge an Zeit und kam auf sichere Art und Weise wieder ins Rennen", sagt Masi.

Eine weitere wichtige Szene ereignete sich in der Schlussphase des Rennens. Im Kampf um Platz drei duellierten sich Sergio Perez und Bottas. Wie gegen Verstappen wenige Runden zuvor blockte der Finne auf dem ersten Teil der Mistral-Geraden die Innenbahn, was dazu führte, dass er ausgangs der Schikane eine deutlich schlechtere Traktion hatte.

Diese nutzte Perez, um sich auf dem zweiten Teil der Geraden an Bottas heranzusaugen und ihn außen zu überholen. Unmittelbar danach jedoch kam er in der folgenden Rechtskurve von der Strecke ab. Die Stewards untersuchten den Vorfall, um festzustellen, ob Perez nur dank dieses Ausritts überhaupt das Überholmanöver setzen konnte. Dies wäre ein Verlassen der Strecke mit anschließendem Vorteil gewesen.

Perez-Manöver bereits abgeschlossen

Mercedes verzichtete danach sogar darauf, Bottas noch einmal an die Box zu holen, um mit ihm wenigstens die schnellste Rennrunde fahren zu können, da das Team auf eine Fünf-Sekunden-Strafe gegen Perez spekulierte. Doch die Rennkommissare entschieden sich gegen eine Strafe.

"Die Stewards stellten fest, dass das Überholmanöver bereits abgeschlossen war, bevor Sergio die Strecke verlassen hat", erklärt Masi. Er habe durch das Verlassen der Strecke jeden dadurch gewonnen Vorteil sofort wieder verloren, erklärt er weiter.

Dies sei ein ganz anderer Zwischenfall gewesen, als jener zwischen Max Verstappen und Lewis Hamilton Anfang der Saison in Bahrain. Damals habe Verstappen die Position überhaupt nur gewinnen können, weil er von der Strecke gefahren war, urteilt Masi.

"Max hat ein anderes Auto, in diesem Fall Lewis, abseits der Strecke überholt und musste deshalb seine Position zurückgeben. Es waren zwei unterschiedliche Umstände", sagt er. Perez Vergehen sei somit ausschließlich ein für sich stehender Verstoß gegen die 'Track Limits'.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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