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Erst einmal keine großen McLaren-Updates: Was steckt dahinter?

Chefdesigner Rob Marshall kündigt an, dass es vor dem Saisonauftakt keine großen Updates für den MCL40 geben soll - Warum das sogar ein gutes Zeichen sein könnte

Erst einmal keine großen McLaren-Updates: Was steckt dahinter?

Mit dem MCL39 gewann McLaren im vergangenen Jahr beide WM-Titel

Foto: LAT Images

Geht Formel-1-Weltmeister McLaren mit dieser Entscheidung gegen den Trend? Chefdesigner Rob Marshall hat angekündigt, dass es für den MCL40 der Saison 2026 im Laufe der Wintertestfahrten in Barcelona und Bahrain keine größeren Updates geben soll.

Die Spezifikation, die man beim ersten Test in Spanien Ende Januar einsetzen werde, sei "wahrscheinlich ziemlich genau das, was wir zum ersten Rennen mitbringen werden", so Marshall, dessen Aussage auf den ersten Blick etwas überraschend kommt.

Denn beispielsweise Haas-Teamchef Ayao Komatsu hatte jüngst über den eigenen Boliden gesagt: "Das Auto, das alle in Barcelona sehen werden, wird nicht das Auto sein, das [beim Saisonauftakt] in Australien fährt, und ich denke, das wird überall so sein."

"Es wäre vielleicht etwas anders, wenn der Test erst zwei Wochen vor dem ersten Rennen stattfände. Aber da noch mehr als ein Monat bis zum ersten Rennen verbleibt, werden die Teams die Entwicklung im Windkanal nicht einstellen", kündigte Komatsu an.

Während er also davon ausgeht, dass fast alle Teams ihre Boliden in den kommenden Wochen weiterentwickeln werden, scheint das zumindest bei McLaren nicht der Fall zu sein. Marshall betont: "Wir müssen uns wirklich sehr darauf konzentrieren, dieses Auto zu verstehen."

"Es ist sehr kompliziert. Es ist alles neu. Es gibt eine Menge Dinge, die wir einstellen und abstimmen müssen. Ich denke also, dass es die Sache verkomplizieren würde, wenn wir schon frühzeitig eine Menge neuer Dinge bringen würden", erklärt er den McLaren-Ansatz.

Warum die neuen Regeln für Unsicherheiten sorgen

"Ich denke, wir sollten lieber erst einmal unsere Plattform verstehen, bevor wir uns zu sehr darauf stürzen, sie neu zu gestalten, ehe sie überhaupt auf die Strecke gegangen ist", sagt er und ergänzt: "Außerdem müssen wir berücksichtigen, was die Gegner machen."

"Wir müssen uns davon inspirieren lassen, was sie erreichen oder nicht erreichen und uns zeigen oder nicht zeigen", so Marshall. Heißt: McLaren möchte zunächst abwarten, ob das eigene Konzept das richtige ist, bevor man eine weitere Entwicklung in dieser Richtung verfolgt.

McLarens Performance-Direktor Mark Temple erklärt zudem, dass man erst einmal überprüfen müsse, ob die Korrelation zwischen Windkanal und Strecke passe. "Es gibt einige Aspekte der neuen Regeln, die die Aerodynamik komplizierter machen", warnt er.

So hatten viele Teams auch zu Beginn der Ground-Effect-Ära im Jahr 2022 beispielsweise Probleme, weil sich das Porpoising der Autos nicht im Windkanal reproduzieren ließ. Dadurch gab dieser Daten aus, die nicht mit denen auf der echten Strecke übereinstimmten.

Und auch dieses Mal könnte es unter dem komplett neuen Reglement wieder passieren, dass das Verhalten der neuen Autos "auf der Rennstrecke schwieriger vorherzusagen ist", so Temple, der daher erst einmal die nächsten Monate abwarten möchte.

Ist der neue McLaren bereits deutlich ausgereifter?

Was auf den ersten Blick nach einer sehr defensiven Einstellung bei McLaren aussieht, vor allem im Vergleich zu Haas und Co., kann jedoch auch einen ganz anderen Hintergrund haben. Denn die Aussagen lassen durchaus verschiedene Interpretationen zu.

So könnte es zum Beispiel auch der Fall sein, dass McLaren in der Entwicklung des MCL40 einfach schon einen deutlichen Schritt weiter als andere Teams ist. Dementsprechend würde man gleich zum ersten Test in Barcelona ein deutlich ausgereifteres Auto mitbringen.

Heißt: Während Haas und Co. beim ersten Test in Barcelona lediglich eine Basiskonfiguration des Autos einsetzen, die sie in den folgenden Wochen mit Updates erweitern, sind diese nächsten Entwicklungsstufen beim McLaren womöglich bereits von Anfang an integriert.

Dazu würde in gewisser Weise auch die Aussage von Teamchef Andrea Stella passen, dass McLaren mindestens den ersten Testtag in Barcelona auslassen wird. "Wir wollten uns selbst so viel Zeit wie möglich für die Entwicklung geben", so Stellas Begründung.

Der Barcelona-Test der Formel 1 findet vom 26. bis zum 30. Januar statt. Vom 11. bis zum 13. und noch einmal vom 18. bis zum 20. Februar stehen in Bahrain zwei weitere Testfahrten an, bevor am 8. März der Saisonauftakt in Melbourne (Australien) stattfindet.

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