Esteban Ocon: Alpine-Unstimmigkeiten noch nicht gelöst

Esteban Ocon räumt nach Istanbul-Qualifying ein, dass die "Divergenz"-Probleme aus Sotschi noch nicht gelöst sind - Fernando Alonso äußert sich ebenfalls dazu

Esteban Ocon: Alpine-Unstimmigkeiten noch nicht gelöst

Während Fernando Alonso im Qualifying zum Grand Prix der Türkei 2021 in Istanbul auf P6 fuhr (woraus aufgrund von Lewis Hamiltons Rückversetzung der fünfte Startplatz wird) kam Alonsos Alpine-Teamkollege Esteban Ocon nicht über P12 im Qualifying und eben diesen zwölften Startplatz hinaus. Der Franzose räumt ein, dass die am Sotschi-Wochenende aufgetretenen Unstimmigkeiten noch nicht gelöst sind.

"Es war sicherlich nicht der beste Samstag", meint Ocon nach dem Qualifying in Istanbul und geht ins Detail: "Ich glaube, das Potenzial für Q3 wäre vorhanden gewesen, wenn es uns gelungen wäre, für den letzten Versuch eine freie Runde zu erwischen. Weil es aber Verkehr auf der Strecke gab, musste ich vom Gas gehen und die Runde abbrechen. Das war unglücklich, denn ich glaube, anderenfalls hätte es gerade so für Q3 gereicht."

"Es fehlt uns aber auch ein bisschen an Pace. Mit der Konstanz der Performance sind wir schon seit einiger Zeit nicht ganz glücklich", spricht Ocon in erster Linie für seine Seite der Alpine-Box an und schiebt nach, dass man diesem Problem "hoffentlich bald auf den Grund kommen wird".

Was konkret das Problem ist, will Ocon aber weiterhin nicht verraten. "Ich würde das gerne innerhalb des Teams lassen", sagt er und wiederholt damit das, was er schon vor Trainingsbeginn in Istanbul gesagt hatte. "Es ist wichtig, dass wir uns das, was intern passiert, ganz genau anschauen. Hinsichtlich des Set-ups waren wir heute jedenfalls recht ähnlich unterwegs", so Ocon mit Verweis auf einerseits die Abstimmung seines A521 und anderseits jene, mit der Alonso die sechstschnellste Q3-Zeit fuhr.

Ocon moniert mangelnde Konstanz auf seiner Seite der Box

"Es ist einfach so, dass die Konstanz auf unserer Seit der Box nicht so ist wie sie sein sollte", unterstreicht Ocon. "Wir liefern momentan nicht die Performance, die wir uns selber vorstellen. Wir werden das aber lösen, wie wir es schon in Österreich getan haben."

Eine Analyse nach dem Grand Prix von Russland in Sotschi hatte laut Alpine-Sportdirektor Marcin Budkowski ergeben, "dass die Richtung, die wir beim Set-up von Esteban eingeschlagen haben, nicht die richtige war." Die Sotschi-Abstimmung von Ocon, welche von Budkowski als "Divergenz-Set-up" bezeichnet wird, sei etwas gewesen, "das sich im Laufe des Wochenendes aufgrund des Feedbacks und der Richtung, die wir verfolgen, entwickelt hat" - nicht etwas, für das man sich bewusst als abweichend entschieden hatte.

Fernando Alonso reagiert gelassen

Als Fernando Alonso nach dem Qualifying in Istanbul auf das Thema angesprochen wird, reagiert er gelassen. Auf Nachfrage, dass sich Ocon dem Anschein nach weniger wohl fühle mit dem Auto als er selber, antwortet Alonso: "Ich weiß nicht. Ich habe schon in Sotschi nach dem Rennen gesagt, dass es ein bisschen unerwartet kam, wie konkurrenzfähig wir dort im Rennen waren. Hier verfolgen wir hinsichtlich der Abstimmung und so weiter quasi dieselbe Philosophie [wie in Sotschi]."

Fernando Alonso, Esteban Ocon

Alpine in Istanbul: Alonso in Q3 auf P6 (Startplatz 5) - Ocon schon in Q2 raus

Foto: Motorsport Images

"Ich glaube nämlich", so Alonso weiter, "dass sich die beiden Strecken im Grunde ganz ähnlich sind. Das meine ich in Bezug auf die Kurvengeschwindigkeiten und das Grip-Niveau. Es scheint, dass diese mittelschnellen Kurven unserem Auto ein bisschen besser liegen." Damit meint Alonso aber den Alpine A521 generell, nicht etwa nur den von ihm selbst pilotierten.

Alonso hat nämlich auch eine Erklärung dafür, weshalb Teamkollege Ocon am Samstag in Istanbul nicht ganz so gut zurechtkam wie er selber: "Ich glaube, Esteban wurde heute unter Wert geschlagen. Seine Pace war besser als das Ergebnis. Er hatte einfach in Q2 ein bisschen Pech, weil er ein wenig im Verkehr steckengeblieben ist. Im Rennen sollten wir hoffentlich in der Lage sein, mit beiden Autos in die Punkteränge zu fahren."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

geteilte inhalte
kommentare
Nikita Masepin: Warum sein Rückstand auf Schumacher schon wieder riesig war

Vorheriger Artikel

Nikita Masepin: Warum sein Rückstand auf Schumacher schon wieder riesig war

Nächster Artikel

Lewis Hamilton: "Ich finde, ich sollte die Poleposition haben"

Lewis Hamilton: "Ich finde, ich sollte die Poleposition haben"
Kommentare laden