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Experte: "Kimi Antonelli hat George Russell komplett deklassiert"

Ralf Schumacher lobt Kimi Antonelli und glaubt, dass George Russell bei Mercedes an Einfluss verliert - Es werde nun "interessant, ob er das Ruder herumreißen kann"

Ralf Schumacher: George Russell droht jetzt die "Nummer-2-Position"

George Russell musste Kimi Antonelli in Miami wieder zum Sieg gratulieren

Foto: LAT Images

"Das ist schon eine böse Klatsche für George Russell", sagt Formel-1-Experte Ralf Schumacher nach dem Großen Preis von Miami am Wochenende. Im Podcast Backstage Boxengasse von Sky erklärt er, dass die WM-Chancen des Briten in diesem Jahr immer weiter schwinden.

"George Russell ist auf jeden Fall ein super Formel-1-Fahrer und hat genauso die Chance, dieses Jahr mit seiner Erfahrung um die WM zu fahren", betont Schumacher zwar. "Trotzdem merkt man, das läuft jetzt nicht mehr so rund", so der sechsmalige Grand-Prix-Sieger.

"Er hinterfragt sich", glaubt Schumacher und erklärt: "Ich kann mich da so ein bisschen reinversetzen, weil du hast dann Phasen, wo dein Teamkollege schneller ist, und dann willst du mit aller Gewalt dahin, und das merkt man gerade. Er verkrampft."

Russell war bei vielen Experten und Buchmachern als großer Favorit in die Saison 2026 gestartet. Die Realität sieht allerdings so aus, dass er lediglich den Saisonauftakt in Melbourne gewann. Seitdem holte Mercedes-Teamkollege Kimi Antonelli drei Grand-Prix-Siege in Serie.

In der Weltmeisterschaft liegt der Italiener nach Miami bereits 20 Punkte vor Russell. Während er dort erneut gewann, verpasste Russell als Vierter sogar das Podium. "Ich muss ganz ehrlich sagen, Kimi Antonelli hat an diesem Wochenende George Russell komplett deklassiert", sagt Schumacher daher.

"Die Abstände waren riesig, auch von den Rundenzeiten her", so der Experte, der erklärt, Antonelli sei "in einer anderen Welt gefahren mit dem Mercedes". Im Qualifying nahm der 19-Jährige Russell vier Zehntel ab, am Sonntag hatte er im Rennen 43 Sekunden Vorsprung im Ziel.

Warum Schumacher Antonelli im Vorteil sieht

"Ich glaube, er fährt einfach raus und hat Freude am Fahren und möchte einfach der Schnellste sein", sagt Schumacher über Antonelli und erklärt, er müsse sich "nicht so unter Druck setzen" wie sein Teamkollege, den viele eigentlich schon als diesjährigen Weltmeister gesehen hatten.

Es werde nun "interessant, ob er das Ruder nochmal herumreißen kann", sagt Schumacher über Russell, der selbst am Wochenende mehrfach erklärte, dass Miami einfach keine gute Strecke für ihn sei. Und auch Schumacher räumt ein, dass sich das interne Kräfteverhältnis auf einem anderen Kurs wieder verschieben könnte.

Tatsächlich gilt bereits die nächste Station im Kalender in Montreal als "Russell-Strecke". Dort stand der Brite 2024 und 2025 jeweils auf Pole, im Vorjahr gewann er zudem auch das Rennen. Trotzdem glaubt Schumacher, dass die nächsten Wochen und Monate "schwierig" für den Briten werden.

"Man wird immer mehr auf Kimi Antonelli hören", sagt er im Hinblick auf die Situation im Team und erklärt zudem, dass Teamchef Toto Wolff mit dem Italiener momentan "seine Nummer 1" habe. Russell müsse daher aufpassen, nicht völlig den Anschluss zu verlieren.

"Ich glaube, wenn es so weitergeht, ist er relativ schnell [...] in der Nummer-2-Position, so ein bisschen wie Bottas damals", erinnert Schumacher an die Zeiten von Lewis Hamilton und Valtteri Bottas bei den Silberpfeilen. Ganz so weit ist es aktuell zwar noch nicht.

Trotzdem braucht Russell nach zuletzt drei Niederlagen in Folge gegen Antonelli dringend wieder ein Erfolgserlebnis.

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