Experte sicher: Formel 1 weiß, dass das Reglement ein Reinfall ist
Christian Danner glaubt, dass sich die Formel 1 mit dem neuen Motorenreglement keinen Gefallen getan hat - Auch laut Timo Glock ist das Kind in den Brunnen gefallen
Ist das neue Formel-1-Reglement in diesem Jahr wirklich ein Erfolg?
Foto: LAT Images
Öffentlich ist die Formel 1 bemüht, das in diesem Jahr neue Reglement als Erfolg zu verkaufen. Obwohl in dieser Woche kleinere Anpassungen vorgenommen wurden, verteidigte beispielsweise Formel-1-Boss Stefano Domenicali die Regeln erst kürzlich in einem Interview mit dem Motorsport Network.
Christian Danner ist sich jedoch sicher, dass solche Aussagen nicht die ganze Wahrheit sind. "Bei allen Beteiligten, die jetzt hier händeringend versuchen, einen Kompromiss hinzukriegen, hat sich längst die absolut einhundertprozentige Überzeugung durchgesetzt, dass das, was man hat, nichts taugt", so Danner gegenüber sport.de.
Heißt: Der Experte geht davon aus, dass intern viel negativer über das neue Reglement gesprochen wird, als man in der Öffentlichkeit zugibt. "Das wird dazu führen, dass die Formel 1 in ihrem nächsten Motorenprogramm definitiv eine Simplifizierung, eine Vereinfachung haben wird", kündigt Danner an.
"Da wird sich wieder auf das konzentriert und auch konzentriert werden müssen, um was es im Motorsport geht. Nämlich: Der Schnellste und der, der am meisten Gas gibt, ist der, der am Schluss die Nase vorn haben sollte", erklärt der ehemalige Formel-1-Pilot.
Glock: Viel lässt sich nicht mehr ändern
Ähnlich sieht es mit Timo Glock auch ein weiterer Experte, der gegenüber Sky erklärt: "Meine Meinung dazu ist, dass dieses Reglement einfach nicht den Spielraum zulässt, um das Rennen wieder so zu gestalten, wie wir das aus der Vergangenheit kennen."
Auch mit den angekündigten Änderungen werde es "weiterhin so sein, dass es aufs Batteriemanagement ankommt", so der langjährige Formel-1-Fahrer, der betont: "Ich glaube weiterhin, die Grundproblematik wird die gleiche bleiben."
"Und ich bin mir sicher, mit den Regeländerungen wird Max Verstappen auch nicht wirklich happy sein", ergänzt Glock. Der viermalige Weltmeister ist einer der größten Kritiker der neuen Regeln und erklärte bereits mehrfach, dass ihm die Formel 1 aktuell keinen großen Spaß mache.
Ein neues Motorenreglement soll es in der Formel 1 voraussichtlich erst 2031 geben. Und die Experten gehen nicht davon aus, dass sich bis dahin grundsätzlich etwas an der aktuellen Situation ändern wird.
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