Fernando Alonso spricht Klartext: Wann er seinen Aston Martin abstellen muss
Aston Martin konnte sich im Australien-Qualifying minimal steigern, doch die große Sorge bleibt: Fernando Alonso verrät, wann er den AMR26 am Sonntag abstellen muss
Fernando Alonso muss den AMR26 am Sonntag möglicherweise abstellen
Foto: LAT Images
Wenngleich das Qualifying zum Großen Preis von Australien für Aston Martin die erwartete Enttäuschung brachte, gab es dennoch einen kleinen Hoffnungsschimmer: Fernando Alonso schnupperte zeitweise sogar an Q2 (hier zum Qualifying-Ergebnis) und wurde erst kurz vor Schluss noch aus den Top 16 verdrängt.
Der zweifache Weltmeister startet am Sonntag deshalb von der 17. Position, wobei aktuell noch unklar ist, wie lange der AMR26 überhaupt durchhalten wird. "Wir werden von Runde zu Runde flexibel bleiben und die Situation beobachten", verrät Alonso. Eine festgelegte Rundenanzahl gibt es demnach nicht.
"Wie Adrian Newey gestern gesagt hat, haben wir nur wenige Teile zur Verfügung. Das ist kein Geheimnis", erinnert der Aston-Martin-Pilot daran, dass vor allem die Batterie ein Sorgenkind ist. "Und nächste Woche steht China an. Deshalb hoffen wir, so viele Runden wie möglich fahren zu können."
Schafft Aston Martin sogar das ganze Rennen?
Nachdem zwischenzeitlich zu hören gewesen war, dass Alonso nicht mehr als 25 Runden am Stück fahren könne, ohne bleibende Nervenschäden davonzutragen, klang der Spanier am Samstag deutlich optimistischer: "Idealerweise schaffen wir fast das gesamte Rennen", hofft Alonso.
"Aber beim ersten Anzeichen dafür, dass möglicherweise etwas nicht stimmt, können wir es uns nicht leisten weiterzufahren, bis ein größerer Schaden entsteht und wir damit das nächste Wochenende gefährden. Deshalb müssen wir sehr flexibel bleiben."
Dass Alonso in Q1 "nur" 2,462 Sekunden hinter der Bestzeit von Mercedes-Pilot George Russell lag, kam durchaus überraschend. "Ich glaube nicht, dass das viel verändert, aber vielleicht hebt es die Stimmung in der Garage ein wenig", sagt der Aston-Martin-Pilot.
"Die Mechaniker haben in den letzten sechs Wochen rund um die Uhr gearbeitet und Tag und Nacht die Antriebseinheit gewechselt", erinnert der zweimalige Weltmeister an die stressigen Wochen, die hinter seinem Team liegen.
"Selbst auf der anderen Seite der Garage, wo Lance in FP3 und im Qualifying mit null gefahrenen Runden so viel Pech hatte, fühlt es sich ein bisschen besser an, wenn man auf die Strecke geht und zumindest mit ein paar Autos im Feld unterwegs ist - statt wie gestern abgeschlagen Letzter zu sein."
Alonso: Vibrationen haben sich nicht gebessert
Im zweiten Training am Freitag hatte Alonsos Rückstand noch knapp fünf Sekunden betragen. "Wir haben nichts geändert. Wir haben uns einfach um 1,5 Sekunden verbessert, weil wir endlich Runden fahren konnten - etwas, das uns den ganzen Winter über und auch im ersten Freien Training nicht gelungen ist", erklärte der Spanier bei DAZN.
"Wir kennen das Potenzial des Autos. Wir brauchen nur etwas mehr Zuverlässigkeit, um das volle Potenzial des Chassis auszuschöpfen. Aber es wird deutlich länger dauern, die Leistung des Motors freizusetzen." Ob sich die Vibrationen durch den Honda-Motor inzwischen verbessert haben? "Nein", stellt Alonso klar.
Das Qualifying-Ergebnis tröstet darüber zumindest ein wenig hinweg. "Vielleicht reicht das schon, um bei allen in der Garage wieder ein wenig Motivation zu entfachen", sagt der 44-Jährige. "Und wahrscheinlich gehört es jetzt auch zu unserer Aufgabe als Fahrer, die Moral des Teams in schwierigen Momenten hochzuhalten."
Seinem Teamkollegen Lance Stroll gelang das zumindest auf der Strecke nicht: Der Kanadier konnte aufgrund technischer Probleme gar nicht am Qualifying teilnehmen. Für das Rennen am Sonntag wurde Stroll eine Sondererlaubnis erteilt, nachdem er auch im Training bereits an der 107-Prozent-Regel scheiterte.
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