FIA-Präsident: V8-Comeback ist "nur eine Frage der Zeit"
Weniger Hybrid, mehr Verbrenner: Die Diskussion um das nächste Formel-1-Motorenreglement gewinnt in Miami deutlich an Dynamik
Mohammed bin Sulayem neben einem FIA-Logo (Fotomontage)
Foto: Getty Images
Mohammed bin Sulayem wünscht sich eine Rückkehr zu V8-Antrieben in der Formel 1. Das hat der Präsident des Automobil-Weltverbands (FIA) bereits mehrfach betont. Am Rande des Grand Prix von Miami 2026 beschrieb er, wie er sich das nächste Motorenformat konkret vorstellt.
Bin Sulayem sagte laut RacingNews365: "Der populärste und am einfachsten umzusetzende Weg ist der V8. Man bekommt den Sound, weniger Komplexität, geringeres Gewicht." Hersteller wie Audi, Cadillac, Ferrari und Mercedes hätten eigene Straßenwagen mit dieser Motorisierung im Portfolio. Das ergäbe ein stimmiges Gesamtbild, so bin Sulayem.
V8-Motoren waren in der Formel 1 zuletzt in der Saison 2013 im Einsatz, ehe die Rennserie zur Saison 2014 auf das Turbo-Hybrid-Reglement wechselte. Doch bin Sulayem strebt nicht nur bei der Motorenkonfiguration ein Comeback an, sondern auch beim Grad der Elektrifizierung. Er sagte: "Der Hauptfokus wird auf dem Verbrennungsmotor liegen, die elektrische Leistung minimal sein." So wie in der Formel-1-Ära bis 2013.
Das stellt eine Abkehr vom aktuellen Antriebsformat mit einer Aufteilung von rund 50:50 dar. Seit 2026 liefern Verbrennungsmotor und Hybridkomponenten ungefähr gleich viel Leistung. Davon will bin Sulayem schnellstmöglich wieder wegkommen.
Mit Zustimmung oder ohne: Bin Sulayem will das V8-Comeback
Aber wann genau? "Mein Ziel ist 2030", sagte der FIA-Präsident. Doch das wird kein Selbstläufer: Das aktuelle Motorenformat ist bis 2031 vorgesehen. Für einen vorzeitigen Wechsel wäre bin Sulayem auf das Wohlwollen und die Zustimmung der beteiligten Antriebshersteller angewiesen.
Bin Sulayem gibt sich selbstbewusst: "Es wird passieren - selbst wenn die Hersteller nicht zustimmen sollten. Dann kommt es eben ein Jahr später, aber es wird passieren. Der V8 kommt. Es ist letztlich nur eine Frage der Zeit."
Seit wann über das V8-Comeback diskutiert wird
Schon seit Jahren diskutieren die Entscheider in der Formel 1 über das nächste Antriebsformat. Serienchef Stefano Domenicali dachte bereits 2024 erstmals laut über "bessere Lösungen" als das Hybridkonzept nach - rund eineinhalb Jahre vor der Einführung der aktuellen Antriebsgeneration.
Im Frühjahr 2025 zog bin Sulayem nach und warb seinerseits für die Rückkehr zu V10-Verbrennermotoren mit nachhaltigem Kraftstoff. Seine Argumente haben sich nicht verändert: Die neue Antriebsgeneration müsse attraktiv für die Zuschauer und kostengünstig zu produzieren sein.
Auch einige Fahrer stehen einem Konzeptwechsel offen gegenüber. Max Verstappen etwa sagte schon 2023: "Ich würde auf jeden Fall den Hybrid loswerden." Mit der Einführung des aktuellen Antriebsformats zur Saison 2026 erneuerte der viermalige Weltmeister seine Regelkritik.
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