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Neues Reglement, neuer Termin, neuer Rhythmus: Monaco wird 2026 zum Sinnbild einer umfassenden Neuausrichtung der Formel 1

Formel-1-Kalender: So spät war Monaco noch nie dran!

Eine klassische Szene beim Monaco-Grand-Prix: Verkehr in der Haarnadelkurve

Foto: Sutton Images

Am 7. Juni 2026 fährt die Formel 1 durch die Straßen des Fürstentums Monaco. Was nach einem normalen Renntermin klingt, hat einen besonderen Beigeschmack: Noch nie seit Beginn der Formel-1-Weltmeisterschaft 1950 fand der Große Preis von Monaco so spät im Jahr statt.

Es ist eine von vielen Neuerungen in der Formel-1-Saison 2026: Die Rennserie hat mit dem veränderten technischen Reglement eine neue Ära eingeleitet. Und zum ersten Mal seit Jahrzehnten ändert sich auch der Rhythmus des Europa-Auftakts. Denn Monaco wurde bewusst aus seinem traditionellen Mai-Platz herausgelöst und auf das erste komplette Juni-Wochenende verschoben.

Der Grund liegt in der überarbeiteten Kalenderstruktur: Der Automobil-Weltverband (FIA) gruppiert die Rennen gemeinsam mit der Formel 1 stärker nach Regionen, um Transportwege zu verkürzen und den CO2-Fußabdruck der Serie zu senken.

Außerdem entzerrt der neue Termin die jährliche Kollision mit dem Indianapolis 500 (IndyCar) und dem Coca-Cola 600 (NASCAR), die in den USA traditionell am Memorial-Day-Weekend Ende Mai stattfinden. (Hier alle Informationen zum diesjährigen Indy 500 mit Mick Schumacher abrufen!)

Der Grand Prix von Monaco hat nun aber einen neuen Termin - und dieser weicht deutlich von früheren Terminen ab. Eine Auswertung aller Monaco-Grands-Prix seit 1950 zeigt klare Muster: Im Schnitt wurde das Rennen seit 1950 am 23. Mai gefahren. Traditionell besetzte Monaco über Jahrzehnte hinweg das lange Wochenende nach Christi Himmelfahrt.

Monaco im Juni? Das gab es schon!

Aber: Juni-Termine gab es auch schon vor 2026, insgesamt sechs: 1952, 1962, 1973, 1984, 2000 und 2003. Der bislang späteste Monaco-Termin war der 4. Juni 2000, als David Coulthard für McLaren triumphierte. Das Rennen 2026 wird drei Tage später ausgetragen - mehr als zwei Wochen nach dem bisher häufigsten Datum.

Ein absoluter Monaco-Rekord ist das aber nicht: In der Gesamtgeschichte des Rennens seit 1929 gab es sogar einmal einen Grand Prix im Hochsommer. Manfred von Brauchitsch siegte am 8. August 1937 für Mercedes. Die Formel-1-Weltmeisterschaft gab es damals noch nicht: Sie existiert erst seit 1950.

Was der späte Termin praktisch bedeutet

2026 ist die Bezeichnung Formel 1 längst etabliert, auch über Motorsport-affine Kreise hinaus. Doch für alle Beobachter ändert sich einiges beim Monaco-Grand-Prix: Anfang Juni ist in Monaco tendenziell mit höheren Temperaturen zu rechnen als in der dritten Maiwoche. Auch die Regenwahrscheinlichkeit dürfte tendenziell sinken.

Mehrere Mai-Ausgaben waren von wechselhafter Witterung geprägt, allen voran 1996 mit dem berühmten Überraschungssieg von Olivier Panis im Regen oder 2008, als Lewis Hamilton im Nassen für McLaren seinen ersten Monaco-Erfolg feierte.

Sportlich verändert sich der Saisonrhythmus: Statt früh ins WM-Geschehen einzugreifen, ist Monaco der sechste Saisonlauf - und wäre ohne die Absage von Bahrain und Saudi-Arabien nur die Nummer acht gewesen, das letzte Rennen im ersten Saisondrittel.

Große Veränderungen ist Monaco aber inzwischen gewohnt: Unter Liberty Media verlor das Traditionsrennen bereits einige Alleinstellungmerkmale wie den Donnerstag als Trainingstag. Einst schlossen die lokalen Veranstalter eigene Verträge mit Sponsoren und hatten ihre eigene TV-Regie. Beides gibt es so nicht mehr: Das Formel-1-Management hat übernommen. Geblieben ist der "Mythos Monaco".

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