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Formel-1-Teams einig: Triple-Header "dürfen nicht neuer Standard werden"!

Die Formel-1-Teams haben drei Triple-Header in Folge hinter sich: Das nehmen sie aufgrund der Umstände in Kauf, wollen das aber in Zukunft nicht akzeptieren

Formel-1-Teams einig: Triple-Header "dürfen nicht neuer Standard werden"!

Nach dem ersten Triple-Header in der Formel 1 2018 war die Meinung klar: nie wieder Triple-Header! Zwei Jahre später sieht die Situation völlig anders aus. In Mugello hat die Königsklasse bereits ihren dritten Triple-Header in Folge abgeleistet. Das bedeutet neun Rennen in elf Wochen. Die Formel 1 zeigt, dass es durchaus machbar ist, die Meinung darüber hat sich jedoch nicht geändert.

"Eine Sache ist glasklar, und das haben wir auch der Formel 1 klar mitgeteilt: Triple-Header sind in der Formel 1 definitiv kein nachhaltiger Schritt, um voranzukommen", sagt McLaren-Teamchef Andreas Seidl. "Für unsere Mitarbeiter ist das hart. Wir sind einfach viel zu lange von zuhause und unseren Familien weg. Darum ist das definitiv etwas, gegen das wir uns aussprechen."

2020 war die Situation jedoch eine besondere. Aufgrund der Corona-Pandemie musste die erste Saisonhälfte komplett ins Wasser fallen. Die Formel 1 stand daher unter besonderem Termindruck: Einerseits wusste man nicht, in welcher Form und wie lange man überhaupt fahren kann, andererseits wollte man unbedingt 15 Rennen hinbekommen, um die vollen TV-Gelder zu bekommen und so das Überleben der Teams zu sichern.

Daher mussten die Teams nun drei Triple-Header in Folge über sich ergehen lassen. Ein weiterer in Bahrain (zweimal) und Abu Dhabi folgt zum Finale bis Mitte Dezember. "Wir haben die Saison überlebt, weil jeder versteht, dass es eine besondere Saison ist", sagt Seidl. "Und jeder versteht, dass wir alle Kompromisse eingehen müssen, weil wir diese Rennen fahren und unser Einkommen sichern müssen."

Übersättigung tritt ein

Geholfen habe laut Haas-Teamchef Günther Steiner auch der Fakt, dass in den ersten Monaten überhaupt nichts stattfinden konnte. "Alle sind froh, dass sie hier sein können", sagt der Südtiroler. Allerdings gibt es Befürchtungen, dass Liberty Media sehen könnte, dass es möglich ist, 16 Rennen in fünfeinhalb Monaten unterzubringen. Der Schritt zu 25 Rennen in einer kompletten Saison erscheint nicht weit.

Andreas Seidl, Günther Steiner

Andreas Seidl und Günther Steiner sind sich einig: So kann's nicht bleiben!

Foto: LAT

Das ist wohl auch das mittelfristige Ziel der Amerikaner, doch Steiner warnt. Die aktuelle Situation als Standard für die Zukunft zu sehen, sei keine gute Idee - und das nicht nur für die Mitarbeiter, sondern auch für die Zuschauer. "Es gibt einen Sättigungsfaktor, und wenn man jedes Wochenende hintereinander fährt, dann verlieren die Leute das Interesse", sagt er.

Das lässt sich alleine im deutschsprachigen Raum auch mit Zahlen unterlegen. Sky Deutschland und der ORF in Österreich hatten beim Grand Prix der Toskana die niedrigste Zuschauerzahl der bisherigen Saison, bei RTL liefen nur Barcelona (ganz knapp) und das Steiermark-Rennen schlechter. Und das obwohl eine noch nie in der Formel 1 gewesene Strecke eigentlich Interesse wecken sollte.

Ricciardo: Einfach nur noch hinlegen ...

"Alle sind ein bisschen müde, aber das ist normal. Es ist gut, dass jetzt eine kleine Pause kommt", sagt Renaults Esteban Ocon. Für die Fahrer sind die Triple-Header noch die geringste Belastung im Paddock, doch selbst die haben nach neun Rennen in elf Wochen erst einmal genug. "Ich mag die Triple-Header eigentlich, aber am Ende spürt man das schon", sagt Daniel Ricciardo.

"Es ist in Ordnung, solange es läuft, aber wenn man es geschafft hat, dann möchte ich erst einmal nur noch horizontal liegen. Das ist alles, was ich tun möchte. Und ich glaube, da spreche ich für jeden", so der Australier. "Das ist das Limit."

Und das gilt im Grunde für den gesamten Paddock, egal ob Fahrer, Mechaniker, Ingenieure, Teamchef, und auch für die Mitarbeiter in den Fabriken. Denn auch dort bedeutet der straffe Kalender zusätzliche Arbeit, weil alle Komponenten nach einem Grand-Prix-Wochenende gecheckt und gewartet werden müssen.

Szafnauer: Dann suchen sich alle etwas anderes

"Das geschieht kontinuierlich Tag und Nacht, um sicherzustellen, dass wir ein schnelles und zuverlässiges Rennauto haben", sagt Mercedes-Chefstratege James Vowles, der die bisherige Saison als ziemlich hart beschreibt. Hinzu kommen dauerhafte Entwicklungen, die man für die Rennwagen benötigt, um der Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein.

Werden dann Erfolge eingefahren, dann gibt das zumindest ein bisschen Motivation. Ein Ergebnis wie in Monza sei etwa für das gesamte McLaren-Team ein echter Schub gewesen, betont Teamchef Andreas Seidl. Nach der Enttäuschung von Mugello dürfte sich das Team hingegen auf die Pause vor Russland gefreut haben.

Für Seidl steht jedoch eines fest: "Wir müssen klarstellen, dass das nicht der neue Standard in der Formel 1 sein kann." Racing-Point-Teamchef Otmar Szafnauer stimmt ihm zu: "Wenn ich den Mechanikern sagen würde, dass das der Weg in Zukunft sein wird, dann glaube ich, würden sie sich etwas anderes suchen."

Weitere Co-Autoren: Adam Cooper. Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Urheber Norman Fischer