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Frühstart von Valtteri Bottas: Darum gab es keine Strafe

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Frühstart von Valtteri Bottas: Darum gab es keine Strafe
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20.07.2020, 11:12

In Budapest rollte Valtteri Bottas am Start los, noch bevor das Ampelsignal erlosch, und wurde trotzdem nicht bestraft - Formel-1-Rennleiter Michael Masi erklärt das

Beim Start in das Formel-1-Rennen auf dem Hungaroring am Sonntag musste man keine Adleraugen haben, um zu sehen, dass Valtteri Bottas seinen Mercedes aus der Startbox bewegt hatte, noch bevor die Lichter der Ampel ausgingen. Trotzdem wurde der Finne nicht wegen eines Frühstarts bestraft.

Bottas selbst erklärte, er habe auf ein Licht auf seinem Display reagiert und sei deshalb losgerollt, dann gestoppt und schließlich weitergefahren. Das kostete dem Mercedes-Piloten, von P2 gestartet, gleich zu Beginn einige wichtige Positionen.

Sebastian Vettel, der mit seinem Ferrari als Fünfter ins Rennen ging, hatte den vermeintlichen Frühstart beobachtet und seinem Team mitgeteilt. Videobeweise schienen das zu bestätigen, aber das Urteil über einen Frühstart steht und fällt mit dem an der Strecke installierten Messsystem. Und das schlug nicht aus.

Messtoleranz der "entscheidende Faktor"

Formel-1-Rennleiter Michael Masi erklärt: "Die Mittel, mit denen ein Fehlstart festgestellt wird, sind im sportlichen Reglement eindeutig festgelegt. Es ist seit einigen Jahren derselbe Prozess, wobei der Transponder, der an jedem Auto angebracht ist, die Grundlage bildet. Es gibt auch einen Sensor auf der Rennstrecke."

Gemessen wird mit einer gewissen Toleranz. "Wie wir vergangenes Jahr in Japan gesehen haben, ist das der entscheidende Faktor", sagt Masi. Damals legte Vettel einen vermeintlichen Frühstart hin, doch auch hier blieb das vorzeitige Losrollen ohne Strafe.

In beiden Fällen wurde das Erkennungssystem nicht ausgelöst. "Es gab also nichts weiter zu untersuchen. Wir sprachen sofort mit den Zeitnehmern, und sie überprüften alle Daten, und das war das Ende der Angelegenheit", sagt Masi und erklärt, dass es bei der Höhe der Strafen einen gewissen Spielraum gibt.

Warum Räikkönen in Ungarn bestraft wurde

"Natürlich würden es die Kommissare unterschiedlich bestrafen, wenn in einem Fall ein Fahrer schon am ganzen Feld vorbeigezogen ist und in die erste Kurve einbiegt, bevor das letzte Licht erloschen ist, oder im anderen Fall sogar noch Plätze verliert."

Überhaupt seien die Frühstart-Regeln für 2020 angepasst worden. "Das hat sich auch im Fall von Kimi (Räikkönen; Anm. d. R.), der nicht richtig in seiner Startbox stand, ausgewirkt. Er hat fünf Sekunden bekommen. Bis 2019 wäre die Strafe entweder eine Durchfahrtstrafe gewesen oder eine Zehn-Sekunden-Zeitstrafe."

Bestraft wurden auch die beiden Haas-Fahrer Kevin Magnussen und Romain Grosjean. Der Grund: Sie waren per Funk benachrichtigt worden, in der Formationsrunde an die Box zu kommen, um von Intermediates auf Trockenreifen zu wechseln.

Auch Magnussen und Grosjean gemaßregelt

Solche Anweisungen sind jedoch nicht erlaubt. "Es gibt eine technische Richtlinie, die 2017 herauskam", sagt Masi. "Sie stellt klar, welche Kommunikation auf der Einführungsrunde erlaubt ist, und sie bezieht sich auf Artikel 27.1 des Sportreglements. Er besagt, dass der Fahrer das Auto allein und ohne Hilfe fahren muss."

Und weiter: "Im Wesentlichen kann mit dem Fahrer während der Formationsrunde nur über Sicherheitsfragen kommuniziert werden. Wenn es sich also um eine Frage der unmittelbar bevorstehenden Sicherheit handelt, kann diese Kommunikation stattfinden."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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