"Ging einen Schritt zu weit": Wolff hofft auf Deeskalation im Streit mit Red Bull

Mit seiner jüngsten Erklärung habe Mercedes nach der Kontroverse von Silverstone "den Respekt in der Diskussion zurückbringen" wollen, erklärt Teamchef Toto Wolff

"Ging einen Schritt zu weit": Wolff hofft auf Deeskalation im Streit mit Red Bull

Auch wenn der Antrag auf Revision scheiterte: Die verbalen Spitzen, mit denen sowohl Red Bull als auch Mercedes die umstrittene Silverstone-Kollision zwischen Max Verstappen und Lewis Hamilton am Mediendonnerstag in Ungarn kommentierten, lassen den Streit zwischen den beiden Formel-1-Teams weiter schwelen.

So hieß es in einer offiziellen Erklärung, die Mercedes als Reaktion auf den abgewiesenen Antrag veröffentlichte: "Wir hoffen, dass diese Entscheidung das Ende eines konzertierten Versuchs des hochrangigen Managements von Red Bull Racing markiert, den guten Namen und die sportliche Integrität von Lewis Hamilton zu beflecken."

Auf die Frage, warum sich das Team zu dieser Erklärung entschlossen hat, erklärt Mercedes-Teamchef Toto Wolff: "Wir wollten ein wenig Respekt in die Diskussion zurückbringen", nachdem Red Bull seiner Meinung nach "zu weit gegangen" sei.

Wolff: Es wurde eine Grenze überschritten

"Wir verstehen, dass die Emotionen hochkochen können, und das ist immer eine Frage der Perspektive und der Wahrnehmung", weiß der Österreicher. "Aber wir hatten das Gefühl, dass diese Grenze überschritten wurde." Red-Bull-Teamchef Christian Horner hatte Hamilton unter anderem als "ziemlich amateurhaft" bezeichnet.

Zwischen den beiden FIA-Pressekonferenzen, die nach dem ersten freien Training zum Grand Prix von Ungarn am Freitag stattfanden, habe er zum ersten Mal seit der Kollision mit Red-Bull-Teamchef Christian Horner gesprochen, verrät Wolff.

"Ich denke, die Bemerkungen, die während und nach dem Grand Prix von Silverstone gemacht wurden, wurden in dem Dokument (das der FIA von Red Bull vorgelegt wurde; Anm. d. R.) nur weiter ausgeführt", kommentiert er den Antrag auf Neubewertung des Unfalls und der damit einhergehenden Strafe für Hamilton.

Wolff mahnt: Nicht weit Öl ins Feuer gießen

"Die Bemerkungen waren nicht immer nur auf den Vorfall bezogen, sondern gaben ihm einen breiteren Beigeschmack. Das ging einfach einen Schritt zu weit. Ich denke, die Dinge, die gesagt und geschrieben wurden, waren sehr emotional und hitzig." Deshalb sei es Zeit, die Wogen zu glätten und für Beruhigung zu sorgen.

Wolff betont: "Ich möchte den Zündstoff, das Feuer und die Kontroverse nicht noch mehr anheizen. Was wir als Sportmannschaften tun müssen, ist, zu deeskalieren und nicht noch mehr Polarisierung in den sozialen Medien zu erzeugen."

Ob nach den "Unter der Gürtellinie"-Kommentaren seitens Red Bull eine Entschuldigung fällig sei, ließ der Mercedes-Teamchef offen. "Ich denke, jeder muss selbst entscheiden, ob er sich entschuldigen will oder nicht." Weder er noch Hamilton würden "verlangen", dass sich Red Bull in dieser Angelegenheit bei ihnen melde.

"Wir waren der Meinung, dass die Kommentare, die während und nach dem Rennen und dann in schriftlichen Erklärungen und in der Sitzung selbst gemacht wurden, unter die Gürtellinie gingen. Aber das ist nicht meine Aufgabe, und Lewis würde auch keine Entschuldigung verlangen wollen", stellt Wolff abschließend klar.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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