Hamilton mit "unfassbar viel Spaß" zum "besten Qualifying seit Langem"
Lewis Hamilton landete im engen Sprint-Qualifying von Kanada am Ende zwar nur auf Platz 5, war mit seinem Ferrari aber sichtlich zufrieden
Lewis Hamilton hatte im Sprint-Qualifying von Montreal sichtlich Spaß in seinem Ferrari
Foto: Sutton Images
"Ich werde noch eine ganze Weile hier sein. Also gewöhnt euch dran", hatte Lewis Hamilton noch am Medientag gesagt. Dass es für seinen Ruhestand eventuell noch zu früh ist, zeigte der siebenmalige Weltmeister im Sprint-Qualifying zum Großen Preis von Kanada 2026 auch wieder auf der Strecke.
Hamilton schien nach einem schwierigen ersten Jahr im Ferrari und einem guten Start in die Saison seinen Spirit vollends wiedergefunden zu haben: "Es hat da draußen unfassbar viel Spaß gemacht." Und genau das zeigten auch die Bilder. Hamilton wuchtete seinen Boliden beherzt um den Kurs in Montreal. Entschlossener ging an diesem Spätnachmittag vermutlich niemand in die berüchtigte letzte Schikane.
Dass das Endergebnis mit Startplatz 5 nicht ganz den Eifer von Hamilton widerspiegelt - geschenkt. "Keine Ahnung, warum die anderen dann noch etwas mehr nachlegen konnten", zeigt sich Hamilton nach der Sprint-Qualifikation etwas verblüfft, sei aber dennoch "einfach froh, überhaupt im Kampf mitzumischen". (Ergebnis des Sprint-Qualifying)
Ohne Simulatorarbeit zu alter Stärke?
Dass sich Lando Norris auf Platz 3 und Oscar Piastri auf Platz 4 kurz vor Schluss noch vorbeischieben konnten, ist sicher auch der rapiden Entwicklung der staubigen Strecke in Montreal zuzuschreiben. Mit knappen zwei Hundertstelsekunden auf Piastri und gut fünf Hundertstelsekunden auf Norris, steht Hamilton hier inmitten des Verfolgerfeldes auf die beiden Mercedes.
Session 1 und 2 bewiesen mit Platz 1 und 2 hingegen, dass der Ferrari-Pilot in Kanada konstant um die Spitzenplätze kämpfen kann. "Das Auto hat sich schon im ersten Training fantastisch angefühlt, und vor dem Qualifying haben wir dann nur noch Nuancen angepasst", so Hamilton. "Die Zusammenarbeit mit den Ingenieuren und die Set-up-Änderungen waren einfach großartig."
Zum guten Gefühl im Auto trägt offensichtlich auch eine Änderung in der Vorbereitung bei. Der Brite habe sich konsequent vom Simulator ferngehalten. Mit der Änderung fühle er sich "so wohl wie noch nie in diesem Jahr".
Ein Set-up, das Auto und Hamilton "komplett verwandelt” hat
Zum einen konnte sich Hamilton so "einfach auf das Training konzentrieren, ohne abgelenkt zu werden". Zum anderen sei mehr Zeit vorhanden gewesen, "das Auto wirklich bis ins kleinste Detail" zu durchleuchten. Er habe mit seinem Team "extrem hart gearbeitet" und durch die Daten gewühlt.
Fahrstabilität, Kurvenbalance und mechanische Balance seien akribisch analysiert worden. Herausgekommen sei ein Set-up, "das wir so noch nie gefahren sind". Genau das habe aber das Auto und den Briten "komplett verwandelt". Hamilton hofft jetzt auf eine Fortsetzung im Rest des Wochenendes.
Den Aufschwung in der Nachbargarage sieht auch Charles Leclerc: "Lewis war an diesem Wochenende unglaublich schnell." Der Monegasse hingegen war mit seinem Auto gar nicht zufrieden, hatte immer wieder Probleme mit der Bremse: "Wenn ich auf die Bremse trete und in die Kurve einlenke, hoffe ich momentan einfach nur, dass ich nicht geradeaus rutsche. Das ist derzeit die größte Baustelle."
Sprint soll weitere "Erkenntnisse” bringen
Am Ende des Sprint-Qualifyings lag Leclerc dennoch nur 8 Hundertstelsekunden hinter seinem Teamkollegen auf Platz 6. Zwei starke Auftritte sieht deshalb auch Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur. "Unsere beiden Fahrer waren während des gesamten Sprint-Qualifyings ziemlich stark unterwegs."
Daher sei das Ziel, im Sprint ein paar Punkte mitzunehmen und gleichzeitig die 23 Rennrunden optimal zu nutzen, "um weitere Erkenntnisse zu sammeln, die wir dann am Sonntag im Hauptrennen gewinnbringend einsetzen können".
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