Kimi Antonelli: Ferrari wird "definitiv näher herankommen" an Mercedes
Mercedes dominiert die ersten Rennen der Formel-1-Saison, doch vor allem Ferrari kommt den Silberpfeilen näher: Kimi Antonelli warnt, aber ist "nicht allzu besorgt"
Kimi Antonelli ist überzeugt, dass Ferrari den Silberpfeilen näherkommt
Foto: LAT Images
Mercedes ist mit Nachdruck in die neue Formel-1-Saison gestartet und hat die Erwartungen in den ersten drei Rennen überzeugend bestätigt: Die Silberpfeile sicherten sich durch George Russell und Kimi Antonelli bereits drei Siege und haben sich auch mit solidem Vorsprung an die Spitze der Konstrukteurs-WM gesetzt.
Ein wesentlicher Baustein dieses Erfolgs ist die Antriebseinheit von Mercedes, die schon vor dem Saisonauftakt für Gesprächsstoff sorgte. Im Paddock kursiert die Einschätzung, dass der Mercedes-Motor dem Ferrari-Aggregat um mindestens 15 PS überlegen ist. Hinzu kommt eine offenbar effizientere Energierückgewinnung.
Trotz dieses klaren Performance-Vorsprungs (im Qualifying beträgt der durchschnittliche Abstand aktuell 0,497 Sekunden) geht ein Großteil des Fahrerlagers davon aus, dass sich das Kräfteverhältnis in den kommenden Monaten verändern könnte.
ADUO-Mechanismus als möglicher Wendepunkt?
Eine Schlüsselrolle könnte das sogenannte ADUO-System (für "Additional Development and Upgrade Opportunities") spielen. Das neue Ausgleichsinstrument der Formel 1 sieht vor, dass Power-Units, die nach spezieller FIA-Leistungsmetrik zwischen zwei und vier Prozent unter dem Referenzwert liegen, gezielte Upgrades durchführen dürfen.
Liegt der Rückstand auf den Referenzwert sogar über vier Prozent, werden zusätzliche Zugeständnisse gewährt. Ursprünglich waren die Bewertungszeitpunkte für jedes Quartal der Saison 2026 vorgesehen, also die Rennen sechs, zwölf und achtzehn.

Kann Ferrari den Rückstand auf Mercedes dank ADUO verringern?
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Durch die Absagen von Saudi-Arabien und Bahrain ist der Kalender jedoch verschoben: Der Große Preis von Miami stellt nun bereits das vierte statt sechste Rennen dar. Entsprechend ist der erste Bewertungszeitpunkt noch nicht final definiert, und sowohl Miami als auch Monaco gelten als mögliche Zeitpunkte.
Antonelli: Ferrari wird "definitiv näher herankommen"
Ungeachtet dessen stehen Veränderungen durch die lange Pause bevor, weshalb Mercedes-Pilot Kimi Antonelli bereits erwartet, dass sich der Wettbewerb, wie in den meisten Regelzyklen üblich, verengen wird. "Ich weiß, dass es große Änderungen geben wird", sagt der WM-Führende gegenüber Sky Sports.
"Zum Beispiel wird Ferrari durch die ADUO-Regelung, die ihnen die Weiterentwicklung des Motors ermöglicht, definitiv näher herankommen, denn ihr Auto ist bereits stark. Wenn sie es schaffen, den Motor ebenfalls zu verbessern, werden sie den Abstand noch weiter verringern."
"Aber ich bin nicht allzu besorgt", ergänzt der 19-jährige Italiener. "Letztendlich werde ich mich, sobald ich auf der Strecke bin, auf das konzentrieren, was ich an den vergangenen Rennwochenenden getan habe: so schnell wie möglich sein, mich auf mich selbst und meine Aufgaben fokussieren."
"Ich bin mir auch sicher, dass wir einige wichtige Updates bringen werden. Das Auto ist bereits stark und die Dynamik im Team ist hervorragend. Daher bin ich nicht allzu besorgt, aber mir ist bewusst, dass die anderen Teams früher oder später aufholen werden."
Konkurrenz schon in Japan dichter an Mercedes
Genau deshalb bleibt Toto Wolff trotz des starken Saisonstarts bewusst zurückhaltend. Einen Vergleich mit der dominanten Phase von 2014 bis 2021, in der Mercedes acht Titel in Folge gewann, vermeidet der Österreicher, nicht zuletzt mit Blick auf die Dynamik des vergangenen Reglementzyklus.
So dominierte Red Bull die Jahre 2022 und 2023, ehe McLaren zum Abschluss der Ground-Effect-Ära die Führungsrolle übernahm und mit Lando Norris den neuen Weltmeister stellte. In der Gesamtwertung 2025 landete Red Bull schlussendlich sogar hinter Mercedes.
"Vielleicht hätten wir uns gewünscht, dass [ADUO] auch für die beiden Rennen im Mittleren Osten gilt und wir noch ein paar Punkte mehr holen können", scherzte Wolff in Japan. "Die Leute haben dazugelernt, die Teams haben dazugelernt, die Fahrer fangen an zu verstehen, wie sie diese Systeme zu ihrem Vorteil nutzen können, und das haben wir heute schon zum ersten Mal gesehen."
Beim Großen Preis von Japan zeichnete sich diese Entwicklung bereits ab: Nach starkem Beginn von Oscar Piastri lag ein McLaren-Sieg in der Luft, ehe ein strategisch günstiger Safety-Car-Stopp Antonelli wieder nach vorne brachte. Die Tendenz in Suzuka war dennoch eindeutig: Der Vorsprung von Mercedes schrumpft.
Mercedes-Teamchef: "Miami wird ein Neustart sein"
"Was in den ersten beiden Rennen wie ein Selbstläufer für uns aussah, ist es nicht, und davor haben wir immer gewarnt", betonte Wolff in Suzuka. "Miami wird für mich auch ein Neustart sein. Wie werden die Upgrades der anderen funktionieren, wie haben wir all die anderen Systeme optimiert? Es wird spannend."
"Wir müssen auf dem Boden bleiben. Wir haben drei Rennen hinter uns und sehen aus wie die Helden. Aber in drei Rennen könnten die Leute sagen: 'Es gibt keine Helden mehr, die anderen sind stärker geworden'", mahnt der Mercedes-Teamchef.
"Deshalb möchte ich zu diesem Zeitpunkt die erfolgreiche Ära nicht mit dem vergleichen, was wir hier begonnen haben. Wir werden aber definitiv nie aufhören, daran zu glauben, dass wir irgendwann ein Auto entwickeln und die nötigen Strukturen aufbauen können, um das mit den richtigen Fahrern zu schaffen. Und zu sehen, wie das nun endlich Gestalt annimmt, ist schön."
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