Liam Lawson: War sicher, dass Colapinto mich rammen würde!
Liam Lawson hatte beim Start in Australien schon fest mit einem Einschlag gerechnet und sagt, dass die Racing Bulls das Startproblem verstanden haben
Liam Lawsons Rennen hätte schon nach wenigen Metern enden können
Foto: LAT Images
Liam Lawson gibt zu, dass er beim Start in Australien am vergangenen Wochenende fest damit gerechnet habe, dass Franco Colapinto in ihn reinkrachen würde, doch eine wahnsinnige Reaktion des Argentiniers rettete beide vor einem schweren Unfall. "Das war extrem beeindruckend von ihm", sagt Lawson.
Der Neuseeländer war am Start in Melbourne nur im Schneckentempo von der Linie weggekommen, was zu einer gefährlichen Situation führte. Denn von hinten rauschten eine Menge schneller Autos heran, von denen eines Colapinto war, der Lawson erst im letzten Moment sehen konnte und mit einem Spitzenreflex sein Auto noch um den Racing Bulls herumgelenkt bekam - inklusive Mauerberührung.
"Ehrlich gesagt hatte ich mich im Auto in dem Moment schon auf den Einschlag vorbereitet", schildert Lawson. "Ich habe in den Spiegel geschaut und sah sein Auto links von mir, als er schon ganz nah war. Ich war mir sicher, dass er mich rammen würde, und dann ist er plötzlich rechts an mir vorbeigeschossen."
"Er hat wahnsinnig gut reagiert, und ich hatte riesiges Glück", meint der Neuseeländer. "Wir müssen natürlich alles tun, damit wir diese Probleme beim Start nicht noch mal haben, denn das hat uns das Rennen gekostet."
Racing Bulls hat Problem verstanden
Denn Lawson war nach dem langsamen Start Letzter. Er sagte in Australien, er habe beim Losfahren plötzlich keine Leistung mehr gehabt - erst nach einigen Sekunden sei sie plötzlich da gewesen. "Von meiner Seite aus kann ich im Cockpit ehrlich gesagt nicht viel machen", deutet er an, dass das Problem eher auf Seite des Autos lag.
"Das Problem, das wir jetzt hatten, kannten wir so noch nicht wirklich. Es ist vorher vielleicht ein- oder zweimal aufgetreten, aber wir haben beim Rennstart absolut nicht damit gerechnet", so Lawson, der aber betont, dass sein Team an der Sache dran sei: "Jetzt verstehen wir es vollkommen, und es geht darum, eine Lösung zu finden, damit es nicht wieder passiert."
"Manchmal müssen solche Dinge wohl erst passieren, damit man daraus lernt und versteht, was los ist."
"Momentan ist es ziemlich gefährlich"
Doch auch wenn die Racing Bulls ihren Startvorgang in den Griff bekommen ,bleiben die Starts derzeit ein heißes Thema in der Formel 1, und nicht wenige sind überzeugt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis es wirklich zu einem schweren Unfall kommt: "Wenn das so weitergeht, ja", nickt Lawson.
"Das, was am Wochenende passiert ist, kann so leicht schiefgehen. Wenn Franco nicht so gut ausgewichen wäre, wäre das ein richtig schwerer Unfall gewesen. Momentan ist es ziemlich gefährlich", sagt er.
"Es ist einfach verdammt kompliziert. Man sieht uns da zehn Sekunden lang stehen und versuchen, unsere Startprozedur einzuleiten, und die Starts sind extrem unbeständig. Es ist ein neues Auto, klar, aber im Moment ist es echt knifflig. Wir werden sowieso darüber reden. Es gibt momentan viele Dinge an den Autos, die noch nicht optimal sind, aber wir werden uns da stetig verbessern."
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