Reaktion
Formel 1 Monza
Max Verstappen: Hamilton wird definitiv an den McLaren vorbeikommen
Max Verstappen glaubt nicht, dass ihm die beiden McLaren wirklich gefährlich werden können, dafür rechnet er mit einem starken Lewis Hamilton
Norman Fischer Christian Nimmervoll
Bearbeitet: 12.09.2021, 08:13
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Sebastian Vettel war 2013 der letzte Red-Bull-Pilot, der ein Formel-1-Rennen in Monza gewinnen konnte. Acht Jahre später könnte es ihm nun Max Verstappen gleichtun, der den Grand Prix am Sonntag etwas überraschend von der Poleposition aus starten wird. "Das war immer ein seltsamer Kurs für uns", weiß Teamchef Christian Horner.
"Von daher ist es phänomenal, dass wir vom ersten Platz aus starten. Das müssen wir jetzt nur noch umsetzen", sagt er. Doch das ist einfacher gesagt als getan. Denn trotz der Pole gilt Red Bull in Monza nicht gerade als Favorit. Hinter ihm lauern gleich beide McLaren, die im Qualifying am Freitag gezeigt haben, dass sie auf einer Runde schnell sind. Und dahinter steht bereits WM-Rivale Lewis Hamilton.
"Ich erwarte nicht, dass es ein unkompliziertes und einfaches Rennen wird", sagt Max Verstappen. Zwar ist mit Valtteri Bottas einer der beiden Mercedes aufgrund eines Motorenwechsels ganz hinten, doch der Niederländer glaubt, dass der recht einfach wieder vorkommen wird. Und Hamilton ist ohnehin in Schlagdistanz. "Wir werden sehen, was wir gegen sie ausrichten können."
Verstappen glaubt: Hamilton kommt an McLaren vorbei
Mercedes, das hat das Qualifying gezeigt, ist im Königlichen Park von Monza eindeutig das schnellste Auto. Vier Zehntelsekunden konnte man Hauptkonkurrent Red Bull am Freitag abnehmen. "Auf eine Runde gesehen sind sie definitiv schneller als wir", sagt Teamchef Horner. "Es gibt einige Kurven, in denen wir einige Probleme haben."
Im Sprint am Samstag konnte Verstappen jedoch mit Bottas mithalten und sich deutlich von den McLaren absetzen, an denen Hamilton keinen Weg vorbei fand. Das könnte theoretisch auch Verstappens Hoffnung sein: Dass Hamilton hinter Daniel Ricciardo und Lando Norris festhängen wird.
Doch die Hoffnung macht er sich erst gar nicht. Denn anders als im Sprint gibt es im Rennen mindestens einen Boxenstopp, bei dem Hamilton die McLaren überholen kann. Verstappen ist sich sicher: "Hätten wir im Sprint einen Boxenstopp gemacht, hätte Lewis mit Sicherheit einen McLaren überholt. Er wird also definitiv vorbeikommen."
Die McLaren selbst sieht Verstappen dabei eigentlich nicht als große Gefahr: "Im Rennen sind sie im Vergleich zu uns nirgends", winkt er ab und verweist auf die zwölf Sekunden Vorsprung, die er auf den härteren Reifen im Sprint herausgefahren hat. "Wenn ich in den ersten beiden Kurven vor ihnen bleiben kann, sollten sie normalerweise keine Gefahr sein."
Was passiert, wenn McLaren vorne ist?
Aber was, wenn nicht? Das ist die große Unbekannte. Bei McLaren selbst träumt man insgeheim schon vom Sieg, weiß aber, dass man dafür einen guten Start benötigt. Dann könnte man die Konkurrenz eventuell wie Hamilton am Samstag hinter sich halten.
"Wir sind nur auf den Geraden konkurrenzfähig", betont Lando Norris. "Wir fahren mit vergleichsweise wenig Abtrieb, und vielleicht hätten wir gegen Red Bull eine etwas größere Chance, wenn wir vorne sein sollten. Ich konnte auch Hamilton hinter mir halten, und Mercedes war im Qualifying eine halbe Sekunde schneller als Red Bull. Es gibt also eine Chance."
Für Verstappen wäre es daher gut, wenn er keine Zweifel aufkommen lässt und sich am Start nicht von den McLaren schnappen lässt. Die hatten im Sprint mit weicheren Reifen eine bessere Ausgangsposition am Start und könnten das auch am Sonntag so machen, um ihre Chance wahrzunehmen.
"Der Reifen war ziemlich gut", gibt Ricciardo zu "Bei dem kurzen Rennen musste man aber versuchen mitzunehmen, was man kann", so der Australier, der scherzhaft ankündigt: "Für mich hat es gut funktioniert, und ich werde am Sonntag auf einem Supersoft starten!"
Verstappen: Keine Softs nur wegen McLaren
Doch dass er deswegen auch auf Softs setzen muss, um den Angriff zu verteidigen, sieht Verstappen nicht so: "Natürlich gibt dir der Soft am Start einen besseren Grip, aber wir müssen langfristig denken", sagt der Niederländer. "Nach dem Start hatten sie (McLaren; Anm. d. Red.) nicht viel Pace im Vergleich zu uns."
Bei Red Bull hat man ohnehin eher Hamilton im Blick, selbst wenn McLaren am Start vorbeiziehen könnte. Zwar betont Teamchef Horner, dass Verstappen natürlich um den Sieg kämpfen wird, wenn es möglich ist, "aber am Ende muss man ins Ziel kommen. Die Konsequenzen haben wir in Silverstone gesehen. Eine Wiederholung davon wollen wir nicht."
"Natürlich ist das Ziel, die Poleposition in einen Sieg umzuwandeln, aber es wird einige Herausforderungen geben."
Weitere Co-Autoren: Erwin Jaeggi. Mit Bildmaterial von Motorsport Images.
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