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Meinung

Meinung: Wo Audi in seiner Formel-1-Debütsaison landen wird

Unsere Redakteure erklären, was in der Formel-1-Debütsaison 2026 für Audi realistisch möglich ist und was das neue Team beweisen muss

Meinung: Wo Audi in seiner Formel-1-Debütsaison landen wird

Der neue Audi R26 für die Formel-1-Debütsaison von Audi 2026

Foto: Audi Audi

Formel-1-Neueinsteiger Audi steht 2026 vor einer gewaltigen Aufgabe: Als Werksteam baut die Marke aus Ingolstadt Chassis und Antrieb selbst - und geht mit Erfahrungsrückstand auf die anderen Formel-1-Antriebshersteller Ferrari, Honda und Mercedes in dieses Abenteuer.

Deshalb haben sich unsere Redakteure gefragt: Was ist eine realistische Erwartungshaltung für das erste Formel-1-Jahr von Audi? Was kann das neue deutsche Werksteam erreichen - und was muss es vielleicht sogar erreichen?

Messlatten gibt es 2026 genügend für Audi: Mit Mercedes ist ein weiteres deutsches Werksteam in der Formel 1 vertreten, mit Cadillac ein weiterer neuer Rennstall, mit Honda und Red-Bull-Ford sogar zwei weitere neue Antriebshersteller, wenngleich Honda natürlich früher schon mal in der Formel 1 aktiv war. Für Audi aber ist alles neu.

Audi kann die große Überraschung sein

von Kevin Scheuren

Ich glaube, dass Audi in dieser Saison das Zeug dazu hat, die große Überraschung zu sein. Klar, einerseits muss man die Frage stellen, wie überraschend das zumindest auf Seiten des Chassis wäre, weil man da nicht komplett von vorne beginnt durch die Expertise von Sauber, aber andererseits ist der eigene Motor der womöglich größte Fallstrick.

Aber es ist Audi. Die wissen, was sie tun. Die gehen nicht blauäugig in dieses Projekt und haben ihre Entwicklungsschritte gut getimt. Dazu haben sie zu den richtigen Zeitpunkten die richtigen Leute entlassen und dazugeholt, mit Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto eine starke Fahrerpaarung gefunden und ihr Aufschlag in Berlin zeugte von gesundem Selbstvertrauen. So muss man es angehen.

Ich gehe noch einen Schritt weiter und leiste meine erste bold prediction, die gewagte These: Audi wird im ersten Saisondrittel ein Rennen gewinnen, und zwar mit Nico Hülkenberg.

Der Gewichtsvorteil könnte ebenso helfen wie das Wissen, dass nicht nur in einem Chaosrennen alles passieren kann, sondern auch, dass es ein weißes Blatt Papier für alle war.

Allen voran für die Formel 1 wäre es ein wichtiges Zeichen, wenn nach 2014 nicht auch bei dieser Motoren-Novelle Mercedes allein seine Kreise zieht beziehungsweise mit allen Kundenteams untereinander. Deshalb wünsche ich der Formel 1, Audi, Nico Hülkenberg und uns, dass sie diesen großen Triumph früh feiern können. Ich traue es ihnen allemal zu.

Am Saisonende sehe ich Audi im gesicherten Mittelfeld. Ob es für eine Top-5-Platzierung reicht, das wage ich nicht vorherzusagen, aber eine Steigerung zum letztjährigen Ergebnis, die ist meiner Meinung nach drin - dazu aber noch ein bisschen was obendrauf.

Audi kann mitmischen, aber ...

von Norman Fischer

Audi hat es in seiner Pressemappe vor der Präsentation des R26 schon passend gesagt: Man möchte in seinem ersten Jahr ein "Challenger" - also ein Herausforderer - sein, der regelmäßig um Punkte kämpfen kann. Höhere Ziele gibt es erst in den folgenden Jahren.

Ich denke, mit dieser Taktik fährt der "Neuling" ganz gut, und diese ist auch realistisch. Ich traue Audi schon zu, eine gute Rolle in der Formel 1 zu spielen und nicht hoffnungslos unterlegen zu sein. Erfolge in der WEC oder der Formel E belegen, dass Audi sein Handwerk versteht.

Hinzu kommt, dass man sich intensiv mit dem neuen Reglement beschäftigen konnte und Sauber zwei Jahre einfach nur übergangsweise von Rennstrecke zu Rennstrecke geschleppt hat, während viele Konkurrenten deutlich mehr in die alten Jahre investiert hat.

Und hier kommt das Aber: Dass Audi ganz vorne mitmischt, das sehe ich nicht. Denn die Formel 1 ist nicht die Formel E und auch nicht die DTM.

Warum sollte man aus dem Stand in der Lage sein, etwa Mercedes zu schlagen, die ganz genau wissen, wie es in der Formel 1 läuft? Vor allem beim Motor dürfte Mercedes einen Vorteil haben. Zwar hat sich eine Menge verändert, zu 100 Prozent neu ist die Technologie bei den Antrieben aber auch nicht.

Audi kann mitmischen - aber keine Wunder vollbringen.

Audi fehlt Erfahrung und Know-how

von Sönke Brederlow

Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass Audi im ersten Jahr bereits mit den etablierten Formel-1-Teams mithalten kann. Es wäre fast schon fragwürdig, wenn man McLaren, Mercedes oder Ferrari auf Anhieb hinter sich lassen würde. Selbst Aston Martin und Alpine sehe ich mit Blick auf Motoren, Erfahrung und Personal im Vorteil.

Lediglich hinter Red Bull steht vor allem wegen der eigenen Motoren und dem Verlust an hochrangigem Personal noch ein kleines Fragezeichen. Dennoch wird Audi im Debütjahr allenfalls im Mittelfeld mitmischen und damit um jeden WM-Punkt kämpfen müssen. Es fehlt schlicht die Erfahrung und das Know-how, um sich direkt als Top-Team zu etablieren.

Zwar konnte man - anders als Neueinsteiger Cadillac - die bestehenden Strukturen und Erfahrungen von Sauber nutzen, allerdings war das auch kein Team, dem in naher Zukunft ein großer Erfolg vorausgesagt wurde. Mir fehlt deshalb aktuell das Argument, warum Audi in der Saison 2026 zur Überraschung werden könnte.

Dennoch bleibt die Saison 2026 voller Fragezeichen, Prognosen sind dementsprechend schwer. Sicherlich kann Audi bei dem ein oder anderen Rennen auftrumpfen und mal etwas weiter vorne landen. Doch selbst an einen Podestplatz glaube ich nach aktuellem Stand eher nicht.

Bleiben Highlights aus, wird es zäh

von Stefan Ehlen

Audi muss sich nach der Übernahme des Sauber-Teams erst einmal an den bisherigen Sauber-Ergebnissen messen lassen. Da liegt die Messlatte tief: Sauber hat 2025 in der Konstrukteurswertung unter zehn Teams den neunten Platz belegt. Das zu überbieten muss das Minimalziel sein im ersten Jahr. Praktischer Nebeneffekt: Alles, was besser ist, ist für Audi automatisch ein Erfolg - und wird sicher auch so verkauft.

Die Erwartungshaltung der Öffentlichkeit ist natürlich eine ganz andere, und das zu Recht. Denn Audi ist nicht mehr das Privatteam Sauber, sondern das Werksteam eines Herstellers, der in fünf Jahren Weltmeister sein will. Das Mittelfeld ist auf lange Sicht also nicht gut genug, für 2026 aber realistisch.

Ebenfalls realistisch ist, dass Audi mit seinem Werksteam Kundenteams wie Alpine, Haas, Racing Bulls und Williams hinter sich lassen sollte. Angesichts der großen Motorsport-Erfahrung bei Audi dürfte eigentlich auch Cadillac kein echter Gegner sein. Damit erscheint eine Top-6-Platzierung als logisches und erreichbares Ziel.

Von einem Neueinsteiger erwarte ich nicht, dass er auf Anhieb mit Ferrari, McLaren, Mercedes und Red Bull mithält. Spannend könnte es aber zwischen Aston Martin und Audi werden, zwei Teams mit großen Ambitionen. Deshalb glaube ich: In dieser Region wird Audi landen - hinter den Topteams, aber im vorderen Mittelfeld. Und das wäre für das erste Jahr völlig in Ordnung.

Zu wünschen wäre dem neuen Werksteam jedoch ein frühes Erfolgserlebnis - zum Beispiel ein überraschendes Podium, wie es Nico Hülkenberg 2025 in Silverstone gelungen ist. Das mag weit hergeholt sein, würde aber Ruhe reinbringen ins Projekt. Denn schon bei Mick Schumacher hat sich gezeigt: Bleiben solche Highlights aus, wird es zäh. Dann kippt die Stimmung schnell. Und dann zählen Durchhalteparolen gar nichts.

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