"Es war total marginal": Mercedes bangte um Doppelsieg in Spa

Warum Mercedes-Sportchef Toto Wolff glaubt, der Doppelsieg beim Belgien-Grand-Prix 2020 in Spa sei am seidenen Faden gehangen

"Es war total marginal": Mercedes bangte um Doppelsieg in Spa

Es war der 50. Doppelsieg von Mercedes seit dem Wiedereinstieg als Werksteam in die Formel 1 zur Saison 2010. Doch ein Spaziergang in Spa war es nicht, meint Teamchef Toto Wolff. Im Gegenteil: In den Schlussrunden beim Belgien-Grand-Prix 2020 sei "ein bisschen Zittern" dabeigewesen.

Der frühe Reifenwechsel, bedingt durch die Safety-Car-Phase in Folge des Unfalls von Antonio Giovinazzi und George Russell, habe Mercedes am Ende in Bedrängnis gebracht. O-Ton Wolff im 'ORF': "Am Ende war es auf der Einstoppstrategie total marginal. Wir hatten überhaupt keinen Gummi mehr."

Sowohl Lewis Hamilton auf Position eins als auch Valtteri Bottas auf Position zwei hätten "Vibrationen ohne Ende" gehabt. Entsprechend groß seien die Sorgen am Kommandostand von Mercedes gewesen.

Wolff befürchtete Reifenschäden

"Da kann natürlich von einer Sekunde auf die andere der Reifen [kaputt-] gehen", erklärt Wolff. "Du hast einen Platten und dann verlierst du das Rennen." Er bezeichnet die letzten Rennrunden daher als "kritisch".

"Es war wirklich ein Nachhausetragen der Autos. Man hat es am Ende gesehen: Ricciardo ist teilweise drei Sekunden schneller gefahren als die ersten Drei. Das ist die Pace, die möglich war, aber du darfst es dann einfach nicht mehr riskieren."

Race Winner Lewis Hamilton, Mercedes-AMG F1 celebrate on the podium
Race Winner Lewis Hamilton, Mercedes-AMG F1 celebrate on the podium
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Foto: Zak Mauger / Motorsport Images

Valtteri Bottas, Mercedes F1 W11
Valtteri Bottas, Mercedes F1 W11
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Foto: Mark Sutton / Motorsport Images

Valtteri Bottas, Mercedes F1 W11 and Max Verstappen, Red Bull Racing RB16 pit stop
Valtteri Bottas, Mercedes F1 W11 and Max Verstappen, Red Bull Racing RB16 pit stop
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Foto: Andy Hone / Motorsport Images

Lewis Hamilton, Mercedes F1 W11 EQ Performance
Lewis Hamilton, Mercedes F1 W11 EQ Performance
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Foto: Steve Etherington / Motorsport Images

Valtteri Bottas, Mercedes F1 W11
Valtteri Bottas, Mercedes F1 W11
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Foto: Charles Coates / Motorsport Images

Lewis Hamilton, Mercedes F1 W11 and Valtteri Bottas, Mercedes F1 W11
Lewis Hamilton, Mercedes F1 W11 and Valtteri Bottas, Mercedes F1 W11
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Foto: Mark Sutton / Motorsport Images

Ansonsten habe er "nichts Negatives zu berichten", betont Wolff bei 'Sky'. "Die Pace war gut. Wir hatten Reserven."

Verstappen nur eine theoretische Bedrohung

Und Max Verstappen auf P3 war nie eine ernsthafte Bedrohung für Mercedes, weil sich Hamilton und Bottas schon früh im Rennen ausreichend vom Red-Bull-Fahrer abgesetzt hatten.

Wolff aber glaubt: "[Red Bull] hätte uns zu einem Stopp zwingen können. Irgendwann lagen wir nur 1,2 Sekunden vor Max. Der Undercut-Abstand hätte zwei Sekunden betragen. Da hätte er eine Position gewonnen und wäre wahrscheinlich am Ende an Lewis drangewesen."

In diesem Fall hätte Mercedes, so sagt Wolff weiter, aber wohl reagiert und Hamilton ebenfalls zum Service reinbeordert. Und "es hätte ein Risiko bestanden, am Ende P1 und P3 zu belegen" statt einen Doppelsieg einzufahren, meint Wolff.

So aber hat Mercedes seinen Vorsprung in der Konstrukteurswertung weiter ausgebaut, auf fast einhundert Punkte. Und Bottas hat in der Fahrerwertung auf Verstappen aufgeholt, bleibt aber nach dem Belgien-Grand-Prix Dritter. Hamilton führt unangefochten.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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