Mick Schumacher: Katar nicht im Simulator getestet

Formel-1-Rookie Mick Schumacher spricht über seine Erwartungen in Katar, den noch fehlenden ersten WM-Punkt und seinen Crash mit Kimi Räikkönen in Brasilien

Mick Schumacher: Katar nicht im Simulator getestet

Während Nikita Masepin den Losail International Circuit bereits kennt, weil er dort vor Jahren sein erstes Formelrennen bestritt, ist die Strecke für Formel-1-Rookie Mick Schumacher, wie für die meisten Fahrer an diesem Wochenende, Neuland.

"Leider habe ich nicht die Chance gehabt, hier im Simulator zu fahren, also ist es eine komplett neue Strecke für mich", erklärt Schumacher, der sonst den Vorteil hat, als Mitglied der Fahrerakademie von Ferrari deren Infrastruktur in Maranello zu nutzen. Doch diesmal drehte er vorab keine Runden im Simulator.

"Es war auch das erste Mal, dass ich die Strecke gesehen habe beim Trackwalk. So weit sieht sie eigentlich interessant aus, aber ich glaube, dass wir da wirklich warten müssen, wie sich dann im ersten Freien Training anfühlt. Aber wir sind gespannt."

Katar für alle neu: Ein Vorteil für Rookies?

"Ich glaube, dass es recht schnell sein wird von dem, was wir so sehen", blickt der Haas-Pilot voraus. "Viele Kurven, die den Reifen dann natürlich nicht gut tun werden. Wir haben ja hier auch die härtesten Reifen bei uns dabei: C1, C2 und C3."

Dass es für ihn als Rookie ein Vorteil sein wird, dass die Strecke diesmal auch für die meisten Fahrerkollegen neu ist, glaubt Schumacher nicht. "Naja, die alteingesessenen Fahrer sind natürlich dann meistens auch in größeren Teams, die dann mit ihren ganzen Mappings und auch Simulationen von der Strecke wahrscheinlich etwas besser sind als die, die wir im Moment zur Verfügung haben", meint er.

Trotzdem hat er die Hoffnung, "dass es das Feld hoffentlich ein bisschen weiter zusammenbringt. Aber im Endeffekt glaube ich, dass im Qualifying dann doch alle wieder in den gewohnten Plätzen sein werden." Beim Grand Prix von Sao Paulo sah es jedoch zuletzt danach aus, als hätte Haas zu Williams aufschließen können.

Warum Williams in Brasilien in Reichweite war

Lag das daran, dass der britische Rennstall mit seiner Form seit ein paar Rennen zu kämpfen hat und die Lücke deshalb kleiner war? "Ich glaube nicht, dass wir sagen können, Williams war schlecht", sagt Schumacher und sucht nach Erklärungen.

"Was uns wahrscheinlich geholfen hat an diesem Wochenende, ist, dass die Strecke weniger eine Motorenstrecke ist, sondern mehr, ja, wie soll ich sagen... Man muss sich halt schnell in diesen Rhythmus hineinbegeben. Das ist eine sehr, sehr hohe Rhythmus-Strecke, die mir persönlich sehr, sehr gut gefällt."

Außerdem habe Haas das Auto im Laufe des Jahres "perfektioniert" und "die Set-ups so gefunden, wie wir sie gerne haben, sodass uns das vielleicht ein bisschen mehr näher heranbringt an die anderen". Woran es genau liegt, wisse er jedoch nicht. "Aber wie gesagt, ich fühle mich sehr wohl auf der Strecke und ich glaube, dass sich ein großer Teil davon dann widerspiegelt in der Performance."

Fehlender WM-Punkt "das große Ziel von uns"

Einen besonderen Druck, in den letzten drei Rennen doch noch den lang ersehnten ersten Punkt zu holen, verspürt Schumacher nicht. "Ich würde jetzt nie sagen, dass es mir egal ist. Aber ich glaube, dass Druck wahrscheinlich auch das falsche Wort wäre, sondern ich glaube, dass wir einfach unser Bestes geben werden", hält er fest.

Dieser Punkt sei natürlich "das große Ziel von uns", räumt der Haas-Pilot ein. "Inwiefern wir werden das schaffen werden, das ist die Frage. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt." Damit es klappt, gilt es Vorfälle wie mit Kimi Räikkönen in Brasilien natürlich zu vermeiden. Doch Schumacher weiß: Das ist eine Gratwanderung.

"Ich glaube, dass natürlich in dieser Situation, speziell in Kurve 1, wo alles recht eng ist, dass wir beide wahrscheinlich nicht viel Platz gelassen haben", blickt der Rookie zurück. "Aber das macht es natürlich auch aus, wenn es schön eng beieinander da durch geht."

Crash mit Kimi Räikkönen ist "Teil des Lernens"

"Leider bin ich dann über den Kerb gefahren und habe Übersteuern gekriegt, was wahrscheinlich diese ganze Situation gestartet hat. Ich bin dann leider etwas zu nah mit dem Frontflügel ans Hinterrad gekommen. Das passiert halt sehr schnell. Es ist sehr schade, weil wir insgesamt echt die Pace hatten, um bestimmt vor Williams zu sein."

Ärger mit Teamchef Günther Steiner, der sich in der Vergangenheit schon mal über zu viele Unfallschäden - vor allem in den Trainings - beschwerte, habe es deshalb aber nicht gegeben, versichert Schumacher. "Es gab keine Gespräche, nein. Ich glaube, dass speziell in solchen Fällen so was eigentlich schnell passiert."

"Und wenn wir doch lernen wollen und vorwärts kommen wollen, dann muss man halt auch mal Risiko gehen. Und in dem Fall war es halt beim Abwehren. Ich glaube nicht, dass es da jetzt wirklich einen Grund gäbe, also von meiner Seite aus, sich schlecht zu fühlen. Das ist alles ein Teil des Lernens und des Wachsens."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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