Neuer Boost-Modus: George Russell warnt vor naivem Einsatz
Droht der Formel 1 in dieser Saison eine Welle von künstlichen Überholmanövern? George Russell betont, dass man das taktische Element nicht unterschätzen dürfe
Wird in der Formel-1-Saison 2026 nur noch per Knopfdruck überholt?
Foto: Sutton Images
Einige Formel-1-Fans befürchten, dass die Mehrheit der Überholmanöver in diesem Jahr zu künstlich sein könnte. Durch Dinge wie den neuen Boost- oder Overtake-Modus könnten die Manöver für die Piloten zu leicht werden, so die Befürchtung. George Russell gibt jedoch Entwarnung.
Auf die Frage, ob es in der Königsklasse unter dem neuen Reglement kaum noch echte Überholmanöver geben werde, antwortet der Mercedes-Pilot: "Nein, denn natürlich kannst du überholen, indem du deinen Boost-Knopf drückst und deine gesamte Energie aufwendest."
"Aber wenn du ihn unklug einsetzt, wirst du danach einfach wieder überholt und möglicherweise auch noch von weiteren Autos überholt", erklärt Russell. Es werde also nicht so sein, dass man durch das simple Drücken eines Knopfes eine Position gewinne und diese auch halten könne.
Vielmehr müsse man "strategisch vorgehen" und seine Energie sinnvoll einsetzen, erklärt Russell, der zudem darauf verweist, dass die Taktik auf jeder Strecke anders aussehen werde. "Auf Rennstrecken wie Barcelona gibt es nur eine Gerade", nennt der Mercedes-Pilot ein Beispiel.
"Daher werden alle Teams auf dieser Hauptgeraden über einen längeren Zeitraum hinweg 350 kW einsetzen", erklärt er. "Wenn man hingegen auf einer Rennstrecke wie Saudi-Arabien oder Silverstone fährt, wo es mehrere Geraden hintereinander gibt, kann man nicht die gesamte Energie auf einer einzigen Geraden einsetzen."
Dort müsse man sich die verfügbare Energie gut über die Runde einteilen, so Russell. Und genau da kommt das taktische Element ins Spiel. Es werde "unterschiedliche Strategien der verschiedenen Teams" geben, kündigt der Brite an.
Manche Fahrer würden dann "auf einer Geraden mehr Energie verbrauchen und auf einer anderen weniger", während bei anderen Piloten genau das Gegenteil der Fall sei. "Ich finde das spannend", so Russell, der daher in diesem Jahr keine künstlichen Rennen befürchtet.
Ohnehin gehört der 28-Jährige zu den Piloten im Formel-1-Feld, die sich dafür aussprechen, den neuen Regeln eine neue Chance zu geben. "Ich denke schon, dass es ein Schritt nach vorn ist, und ich gebe neuen Dingen immer gerne eine Chance", erklärte er jüngst.
Zuvor hatte unter anderem Max Verstappen das neue Reglement in der Königsklasse heftig kritisiert.
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