Pierre Gasly vor Sprint: Was AlphaTauri diesmal besser machen muss

Pierre Gasly erlebte beim ersten Sprint-Rennwochenende der Formel-1-Geschichte in Silverstone eine Enttäuschung, die sich in Monza nicht wiederholen soll

Pierre Gasly vor Sprint: Was AlphaTauri diesmal besser machen muss

"Das ist unsere schlechteste Performance des gesamten Jahres." Dieses enttäuschende Urteil fällte Pierre Gasly nach dem ersten Sprint der Formel-1-Geschichte. In Silverstone konnte er sich nur auf dem zwölften Rang qualifizieren und im Sprint-Quali am Samstag nicht verbessern. Daraus hat er Lehren für Monza gezogen.

"Wir wollen versuchen, die Fehler, die wir in Silverstone gemacht haben, nicht zu wiederholen", betont der Franzose vor dem Rennwochenende in Italien. "Wir müssen wohl schneller reagieren und vielleicht mehr Risiken nehmen, falls es nicht so gut läuft."

Was war bei der Premiere des neuen Formats in Großbritannien schiefgelaufen? AlphaTauri sei "einfach nicht gut genug" gewesen, und startete mit einer schlechten Performance in das erste Freie Training. Danach blieb keine Zeit mehr für eine Kurskorrektur. "Wir müssen unsere Vorbereitung hinterfragen", forderte Gasly.

"Eine gewisse Unsicherheit bleibt immer"

Normalerweise, merkt er nun an, sei der stetige Fortschritt über die drei Trainings hinweg eine Stärke des Teams. "Auch wenn wir nicht so gut reinstarten ins erste Freie Training, holen wir meist auf und machen einen Schritt für FT2 und einen weiteren für FT3. Im Quali haben wir dann meist eine gute Pace."

Das zeigt auch die bisherige Bilanz: Zehnmal schaffte es der Franzose bislang in dieser Saison in die Top 6 im Qualifying. Der letzte Ausreißer: Silverstone mit P12. Auch im Sprint schaffte er keine Verbesserung, im Rennen landete er nach einem späten Reifenschaden auf dem undankbaren elften Rang.

Doch das neue Format mit nur einem Freien Training vor dem Qualifying am Freitag erlaubt keine Aufbauarbeit. "Dadurch haben wir keine Zeit, um zu reagieren. Wir wissen, dass es in Silverstone daher nicht gut für uns lief. Hoffentlich können wir an diesem Wochenende besser abschneiden."

Gasly rechnet vor: Im Vorjahr habe er vor dem Zeittraining vier Stunden an Vorbereitungs- und Trainingszeit zur Verfügung gehabt, in diesem Jahr ist nur noch eine Stunde Zeit, um am Set-up zu tüfteln. "Das ist sehr wenig Zeit, um sicherzustellen, dass wir reagieren und mit dem richtigen Set-up ins Wochenende gehen."

Das fordert die Ingenieure und Mechaniker heraus, denn Monza ist eine sehr spezifische Strecke. "Hier fahren wir mit einem Set-up, das nur einmal im Jahr zum Einsatz kommt." Auf der Hochgeschwindigkeitspiste ist so wenig Abtrieb und so viel Motorenpower wie möglich gefragt.

"Ich mache mir aber keine Sorgen. Ich vertraue den Jungs und den Simulationen und Vorbereitungen, die wir vor dem Wochenende gemacht haben. Aber eine gewisse Unsicherheit bleibt immer."

Diese Lektionen hat Gasly in Silverstone gelernt

Neben einer optimalen Vorbereitung hat Gasly noch eine Lektion in Großbritannien gelernt. "Wir sind vor der eigentlichen ersten Rennrunde schon dreimal gestartet. Ein Start im Sprint, ein Start am Sonntag. Danach kam die rote Flagge und wir hatten einen dritten Start."

Gasly ging von Position zwölf ins Rennen und verlor vier Plätze. "Das mussten wir verstehen und daran arbeiten, besonders bei so einem Format. Teams, die sehr gute Starts hinlegen, bekommen dadurch zwei Möglichkeiten, Positionen aufzuholen", gibt er zu bedenken.

"Daher lag unser Fokus mehr als sonst darauf." Außerdem habe er an seiner Herangehensweise an das Rennwochenende insgesamt gearbeitet. "Fernando hat viele von uns überrascht, da er auf dem weichen Reifen gestartet ist und viele Plätze aufholen konnte", merkt er als positives Beispiel an.

Er konnte daher "einige Lektionen" in Silverstone lernen, die er nun in Italien in die Tat umsetzen möchte. Insgesamt 18 Runden werden am Samstagnachmittag absolviert.

Ist die Rennstrecke in Monza der richtige Kurs für ein solches Experiment? "Das ist eine gute Frage", denkt Gasly darüber zunächst nach und hält kurz inne. "Wenn man sich das Rennen im Vorjahr ansieht, dann ist in den ersten 18 Runden des Rennens nichts passiert. Es gab wenige Überholmanöver, fast alle waren im DRS-Zug."

Kein aufregender Rennverlauf also, meint der spätere Überraschungssieger des Grand Prix von Italien 2020. Dennoch verschließt er sich nicht gegen Innovationen. "Es ist dennoch gut, das auszuprobieren. Wir haben drei Sprint-Rennen in dieser Saison." Nach Saisonende wird sich Liberty Media gemeinsam mit der FIA die Bilanz ansehen.

"[Dann muss man sich fragen], ob es genau das gebracht hat, was wir wollten, und wenn nicht, wie können wir es besser machen?"

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

geteilte inhalte
kommentare
Red Bull schiebt Monza-Favoritenrolle weg: "Unser schwierigstes Rennen"

Vorheriger Artikel

Red Bull schiebt Monza-Favoritenrolle weg: "Unser schwierigstes Rennen"

Nächster Artikel

Lewis Hamilton: Veto gegen Teamkollege Russell "nicht mein Stil"

Lewis Hamilton: Veto gegen Teamkollege Russell "nicht mein Stil"
Kommentare laden