Ricciardo über Perez-Stallorder: Ich würde nicht Platz machen!

Müsste Sergio Perez am Sonntag einen möglichen Heimsieg an Max Verstappen abtreten? Daniel Ricciardo wüsste, wie er darauf reagieren würde

Ricciardo über Perez-Stallorder: Ich würde nicht Platz machen!

Für Sergio Perez ist das anstehende Rennwochenende das große Highlight im Formel-1-Kalender. Im vergangenen Jahr blieb Perez sein Heimspiel in Mexiko aufgrund der Corona-Pandemie verwehrt, umso glücklicher ist er, dass er nun wieder vor seinen enthusiastischen Fans fahren darf.

"Der Empfang war unglaublich, der Enthusiasmus der Leute. Das war wirklich sehr, sehr schön", strahlt der Red-Bull-Pilot. Allein zu einem Showrun in einem alten Red Bull in Mexiko-Stadt am Mittwoch kamen etwa 130.000 Menschen gepilgert. "Das ist gar nicht so viel für Mexiko", merkt Perez an. Die Fans sollten vor allem einen schönen Nachmittag haben.

Die Tribünen werden wie gewohnt in Mexiko bestens gefüllt sein, und die Chancen, dass die Massen ein starkes Wochenende ihres Lieblings sehen können, stehen gut. Perez befand sich zuletzt in guter Verfassung und fuhr in zwei Rennen nacheinander auf das Podium. "Ich möchte auf dieser Form aufbauen. Ich fühle mich nun mehr wie zu Hause im Team und im Auto", erklärt Perez.

Perez sicher: Team würde mich gewinnen lassen

Da Red Bull aufgrund der Höhenlage ohnehin als Favorit in das Wochenende geht, stehen die Chancen auf das nächste Podium ziemlich gut. Oder geht sogar noch mehr? In Austin fuhr Perez gerade im Qualifying auf Augenhöhe mit Teamkollege Max Verstappen. Kann Perez tatsächlich vor seinem Heimpublikum triumphieren? Und dürfte er es überhaupt?

Im WM-Kampf zwischen Verstappen und Lewis Hamilton zählt jeder Punkt. Müsste Perez im Zweifel also Verstappen via Stallorder den Sieg überlassen? Der 31-Jährige hofft und glaubt das nicht. "Es hängt immer von der Situation ab, viele Entscheidungen werden während des Rennens und in der Hitze des Events getroffen", sagt Perez.

Er schiebt jedoch nach: "Ich bin sehr sicher, dass das gesamte Team Red Bull will, dass ich dieses Rennen gewinne." Was zunächst ziemlich naiv klingt, versucht Perez zu unterfüttern. "Alle sind so enthusiastisch, alle im Team, die Fans. Es ist ein besonderer Ort für uns", sagt er: "Wenn es ein Rennen gibt, das ich aus ihrer Sicht gewinnen soll, dann ist es das. Ich bin sicher, dass ich die volle Unterstützung des Teams haben werde."

Ricciardo: Teamorder? Nur im letzten Rennen

Die Reaktionen der Fans dürften recht eindeutig ausfallen, sollte ihr Held in Führung liegend plötzlich den Sieg abtreten müssen. Im Kampf um den Titel stehen emotionale Befindlichkeiten der Nummer zwei im Team aber meist hinten an.

McLaren-Pilot Daniel Ricciardo, ein Vorvorgänger von Perez bei Red Bull, hat eine klare Meinung zu der Thematik. Er würde keinen Platz machen, zumindest nicht im fünftletzten Saisonrennen. "Wenn es das letzte Rennen der Saison wäre und ein Positionstausch würde über den Titel entscheiden, dann wäre der Entscheidungsprozess komplexer", erklärt Ricciardo.

"Aber nein, von einem Heimsieg träumt man als Kind. Und wenn du dir diesen auf der Strecke verdient, dann sollte es auch deiner sein", schiebt er nach. Ricciardo kam übrigens noch nie in den Genuss, beim Großen Preis von Australien ganz oben zu stehen.

Mit Bildmaterial von Bernardo Maldonado.

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