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"Runde meines Lebens!" Norris packt Barcelona-Pole mit irrem Risiko

Mit enormem Risiko schafft Lando Norris den Sprung auf die Poleposition für den Spanien-Grand-Prix - Warum diese Pole in mehrerlei Hinsicht befriedigt

"Runde meines Lebens!" Norris packt Barcelona-Pole mit irrem Risiko

"Ich habe die Eier aus der Hose geholt und alles riskiert!" - Stolz wie Oscar (man sehe uns das Wortspiel angesichts seines Teamkollegen an dieser Stelle nach) ist Lando Norris nach seiner Poleposition für den Großen Preis von Spanien 2024 (im Liveticker!). Der McLaren-Pilot feiert die beste Einzelrunde seiner Karriere, wie er sagt.

"Es war fast eine perfekte Runde. Am Ende hat wirklich alles gepasst. Ich hatte noch nicht viele Polepositions, aber von allen, die ich hatte, war das meine beste." Für Norris ist es erst die zweite Pole bei einem Grand Prix nach Sotschi 2021. In der Zwischenzeit hatte er allerdings einige Polepositions bei Sprintrennen geholt.

Was ihn besonders stolz macht, ist die Tatsache, dass er Max Verstappen und Red Bull eigentlich für das stärkere Paket gehalten hatte, was auch die Zeiten in Q1 und Q2 unterstrichen: "Ich würde sagen, dass Max und Red Bull das ganze Wochenende etwas stärker waren als wir. Aber wir haben für den letzten Run ein paar Änderungen vorgenommen. Und dann war es die perfekte Runde."

Welche Änderungen das waren, will Norris nicht verraten. Allerdings sagte ihm sein Renningenieur nach seinem ersten Versuch in Q3, dass er "über den Frontflügel" nachdenke. Norris hatte in Kurve 4 (Repsol) mit Untersteuern zu kämpfen und lag rund eine Zehntelsekunde hinter Verstappen. Im zweiten Versuch verbesserte er sich von 1:11.696 auf 1:11.383 Minuten - 0,020 Sekunden schneller als Verstappen.

Die Runde begann schon perfekt, denn er hatte einen kleinen Windschatten von Esteban Ocon, den er kurz zuvor vorbeigelassen hatte. Viel war es nicht, aber die 20 Tausendstelsekunden könnten es schon gewesen sein. In Kurve 4 gab es diesmal kein Untersteuern, der Rest der Runde war "wahrscheinlich die beste Runde, die ich je gefahren bin."

Kurve 4 war allerdings gar nicht die Kurve, auf die sich der McLaren-Pilot konzentrierte. Nach Q1 und Q2 stellte er fest, dass Verstappen in Kurve 9 (Campsa) und in der Zielkurve (New Holland) schneller war. Beides sind extrem schnelle 90-Grad-Rechtskurven.

Der McLaren MCL38 setzte dort immer wieder auf. "Das Auto bewegte sich und sprang. Man hat einfach kein Vertrauen, wenn das Auto so etwas macht", kommentiert Norris. "Ich habe in diesen beiden Kurven eineinhalb bis zwei Zehntel auf Max verloren."

"Aber dann habe ich die Eier aus der Hose geholt und alles riskiert. Ich musste es tun, und genau das habe ich getan. Bei so etwas muss man einfach alles reinlegen und hoffen, dass man auf der anderen Seite heil wieder rauskommt."

"Ich habe genau die zwei, drei, vier Hundertstelsekunden rausgeholt, die ich gebraucht habe. Ich bin so froh, dass sich das Risiko ausgezahlt und alles zusammengepasst hat, als ich es brauchte."

McLaren bekommt psychologisch Oberwasser

Seit Silverstone 2023 ist McLaren regelmäßiger in der Spitzengruppe vertreten, seit Miami 2024 auch aus eigener Kraft siegfähig. Auf die Frage, ob das Team selbstbewusster denn je sei, antwortet er: "Aus Sicht des Teams auf jeden Fall. Es ist das beste Auto, das wir je hatten. Wenn das Auto gut ist, muss man zuversichtlich sein."

"Ich denke, wir hätten in Imola und Kanada besser sein müssen, aber da haben wir nicht den besten Job gemacht. Wir hatten jetzt mehrmals die Pace, um Rennen zu gewinnen. Ich habe zu Beginn der Saison gesagt, dass wir gewinnen werden, dass wir gegen Red Bull kämpfen werden und dass sie nicht so dominieren werden, wie sie es in der Vergangenheit getan haben. Und genau das ist passiert."

"Aber wir haben noch viel Arbeit vor uns. Ich glaube nicht, dass wir heute das beste Auto auf der Strecke hatten. Ich bin nur eine perfekte Runde gefahren. Aber das ist sehr schwer zu sagen. Ich denke, dass alle in den Top 10 auf einem so hohen Niveau sind, dass es wahrscheinlich schwierig sein wird, Unterschiede zwischen den Fahrern auszumachen."

Auch persönlich fühle er sich so zuversichtlich wie noch nie, fügt er hinzu: "Ich habe in den vergangenen Wochen immer wieder gesagt, dass ich nicht in der Lage bin, im Qualifying noch ein bisschen mehr herauszuholen und das Limit zu finden, und dass ich ein bisschen feststecke. Ich fand es sehr schwierig, im Qualifying zuzulegen und in einen guten Rhythmus zu kommen."

Deshalb gab es viele Simulator-Sessions, in denen Fahrer und Team genau dieser Schwäche auf den Grund gingen. "Im Vergleich zu Oscar habe ich mich in einigen Bereichen einfach nicht wohl gefühlt. Da hat mir das Selbstvertrauen gefehlt."

"Aber an diesem Wochenende bin ich mit einer anderen Herangehensweise reingegangen und habe einige Dinge auf Anfang gestellt - und jetzt habe ich definitiv das Gefühl, dass ich auf einem solideren Fundament stehe. Ich sage nicht oft, dass ich selbstsicher bin. Aber in den zurückliegenden Monaten hat das Auto eine Leistung gezeigt, die mir Selbstvertrauen gibt. Das ist ein Verdienst des Teams."

Bis zu acht siegfähige Autos

Dennoch wäre es vermessen zu glauben, dass es im Rennen einfacher wird. Die Fachwelt freut sich schon auf den großen Kampf der Giganten Max Verstappen und Lando Norris. Der hat daran aber nicht allzu viel Interesse: "Ich hoffe, dass es nicht dazu kommt. Ich hoffe, dass ich einen guten Start erwische und von da an alles kontrolliere."

Er gibt aber zu, dass ein Kampf gegen Verstappen durchaus seinen Reiz hätte: "Max ist wahrscheinlich der Fahrer, gegen den ich am wenigsten gefahren bin, weil er immer vorne weggefahren ist oder eine Sekunde schneller war. Ich bin mir sicher, dass es morgen ein Kampf bis zum Schluss wird, wenn wir auf den ersten beiden Plätzen aus der ersten Kurve kommen."

Doch auch das ist nicht in Stein gemeißelt, denn der Circuit de Barcelona-Catalunya weist eine der längsten Distanzen bis zum ersten Bremspunkt auf: "Es ist wahrscheinlich eine der Strecken, auf denen man nicht von der Poleposition starten möchte, aber es ist eine Chance für uns, ein Rennen zu gewinnen."

"Ich denke, dass es zwischen Mercedes, uns, Red Bull und Ferrari acht Autos gibt, die heute wahrscheinlich auf der Pole hätten stehen können und die auch morgen die Chance haben, das Rennen zu gewinnen. Es geht also darum, so wenig Fehler wie möglich zu machen - so wie heute - und einfach zu versuchen, ein gutes Rennen zu fahren, wie wir es normalerweise tun."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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