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Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat: Lewis Hamilton

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Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat: Lewis Hamilton
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Rekordsieg, Teamkollege demontiert, WM-Titel zum Greifen nah: Lewis Hamilton ist der ganz große Gewinner des Portugal-Grand-Prix in Portimao

Liebe Leser,

Hand aufs Herz: Wirklich niemand von uns hat damit gerechnet, dass die Rekorde von Michael Schumacher jemals gebrochen werden würden. Doch jetzt ist es passiert: Lewis Hamilton hat mit seinem Erfolg beim Portugal-Grand-Prix in Portimao den Siegrekord von Schumacher überboten und ist nun alleiniger Rekordhalter.

Um die historische Dimension dieser Leistung einzuordnen, gestatten Sie mir einen kleinen Ausflug in die Formel-1-Geschichte.

Denn seit Bestehen der Rennserie hatten nur acht Fahrer besagten Siegrekord inne, nämlich Giuseppe Farina, Juan Manuel Fangio (zweimal!), Alberto Ascari, Jim Clark, Jackie Stewart, Alain Prost, Michael Schumacher und jetzt Hamilton. Alleine diese Namensliste ist bemerkenswert.

In Hamiltons Geburtsjahr 1985 galt immer noch die 1973 aufgestellte Bestmarke von Stewart mit 27 Siegen. Dann kam Prost, hat diesen Rekord pulverisiert und ging 1993 mit 51 Siegen in Rente. Im gleichen Jahr hat Hamilton erstmals ein Kart bewegt.

Als Schumacher am 1. Oktober 2006 den Rekord auf 91 Siege stellte, da war McLaren-intern bereits die Entscheidung getroffen worden, GP2-Meister Hamilton zur Saison 2007 in die Formel 1 zu holen. 14 Jahre später hat Hamilton Schumachers Siegrekord gebrochen.

Die historische Chance auf den achten Titel 2021

Dass Hamilton bei der Anzahl WM-Titel mit Schumacher gleichzieht, das ist praktisch nur noch Formsache, bei aktuell 77 Punkten Vorsprung auf Valtteri Bottas in der Formel-1-Gesamtwertung.

Gewinnt Hamilton 2020 den Titel, dann könnte er schon 2021 erneut Geschichte schreiben und als erster Fahrer zum achten Mal Formel-1-Weltmeister werden. Kaum jemand zweifelt daran, dass Hamilton im nächsten Jahr nicht zu stoppen sein wird.

Einen Beweis für diese These hat Hamilton in Portimao geliefert: Sein Mercedes-Teamkollege Bottas hatte sämtliche Trainings dominiert, aber im entscheidenden Moment im Qualifying war Hamilton voll da und fuhr auf die Pole-Position.

Und nach den turbulenten ersten Rennrunden mit leichtem Regen und kalten Reifen hat Hamilton erneut aufgedreht und Bottas wieder sehr alt aussehen lassen. Vorsprung im Ziel: 25,592 Sekunden, so viel wie nie zuvor bei einem Mercedes-Doppelsieg in diesem Jahr.

Hat Hamilton zu wenig Konkurrenz?

Es ist vor allem der Vergleich zum Teamkollegen, der in der Formel 1 darüber entscheidet, wie ein Fahrer wahrgenommen wird. Manchmal spricht dieser Vergleich Bände, wie zum Beispiel aktuell bei Max Verstappen und Alexander Albon, oder eben bei Hamilton und Bottas.

Viele meinen deshalb: Hamilton hat (zu) leichtes Spiel und keinen Teamkollegen, der ihn fordert, so wie einst Nico Rosberg. Doch Hamilton ist nicht der erste Weltmeister, an dessen Seite der zweite Fahrer des Teams keine allzu gute Figur macht. Das war bei Schumacher nicht anders.

Und es ist auch nicht Hamiltons Fehler, dass Mercedes hier eine vermeintlich konservative Strategie fährt und den Weg des geringsten Widerstands geht.

Warum Mercedes nichts ändern wird

Bottas, das ist inzwischen klar, ist der perfekte Flügelmann, mit hervorragender Leistung an guten Tagen, aber ein Überflieger ist er nicht. Das muss er auch nicht sein, weil Hamilton das schon ist. Und diese Konstellation reicht seit Jahren, um beide WM-Titel souverän einzutüten.

Natürlich würde man sich wünschen, Hamilton hätte mehr Konkurrenz im eigenen Team, eben wie damals mit Rosberg. Ob er zum Beispiel mit Verstappen oder Charles Leclerc als Teamkollegen ebenso leichtes Spiel hätte wie mit Bottas? Wir werden es vermutlich nicht erfahren.

Und Mercedes wird den Teufel tun und die bisherige Erfolgsstrategie über den Haufen werfen, nur um am Ende mehr Unfrieden und vielleicht auch mehr Schrott in der Garage zu haben, aber unterm Strich die gleiche Ausbeute oder weniger. Das ist nicht besonders aufregend, aber nachvollziehbar.

Hamilton profitiert vom Mercedes-Vorteil

Klar ist auch: Die Mercedes-Autos seit 2014 hatten entscheidenden Anteil an den jüngsten Erfolgen von Hamilton. Doch auch das kann man ihm schwerlich zum Vorwurf machen: Es war Formel-1-historisch schon sehr oft der Fall, dass die besten Fahrer im besten Auto landen. Schumacher im Ferrari etwa, Prost im Williams, Senna im McLaren. Warum sollte Hamilton diese Situation bei Mercedes nicht auskosten?

Wahr ist allerdings: Eine größere technische Dominanz hat die Formel 1 noch nicht erlebt. Gleichzeitig werden pro Jahr mehr Rennen gefahren als jemals zuvor. Nur: Das haben Hamilton und Mercedes nicht exklusiv, es war für Schumacher und Ferrari einst ebenso der Fall, oder für Sebastian Vettel und Red Bull vor wenigen Jahren.

Die Frage aller Fragen

Womit wir bei der alles entscheidenden Frage wären: Wer ist denn nun der beste Formel-1-Fahrer, Schumacher oder Hamilton? Die reinen Zahlen geben seit gestern eine neue Antwort darauf.

Darüber hinaus hat jeder eine subjektive Meinung dazu, und das ist auch völlig in Ordnung. Denn ganz praktisch ist es völlig unmöglich, die besten Fahrer miteinander zu vergleichen, einen Fangio mit einem Hamilton, einen Clark mit einem Schumacher, einen Lauda mit einem Senna. Dafür waren die jeweiligen Voraussetzungen viel zu unterschiedlich.

In einem Sport, in dem es so sehr auf nüchterne Zahlen, Daten und Fakten ankommt, ist die Antwort auf die größte Frage überhaupt vor allem eines: eine emotionale. Das wird sie auch bleiben. Und das ist vielleicht ganz gut so.

Ihr
Stefan Ehlen

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