Formel E London 1: Starke Aufholjagd von DS-Penske
Nach einem schwierigen Qualifying fuhren die DS-Penske-Piloten am Samstag bei der Formel E in London nach vorne - und knacken eine historische Bestmarke
DS Automobiles knackte am Samstag die 2.000-Punkte-Marke in der Formel E
Foto: DPPI DPPI
Von den Startplätzen 12 und 19 gestartet, schafften die DS-Penske-Piloten Taylor Barnard und Maximilian Günther im ersten Rennen des London E-Prix den Sprung nach vorne. Durch den fünften Platz des Briten durchbrach DS Automobiles als erste Marke symbolisch die Marke von 2.000 Punkten in der Formel E (genau genommen sind es jetzt 2.005) - ein neuer Rekord in der Geschichte der Elektro-Weltmeisterschaft.
Ein schwieriges Qualifying und ungemütliche Ausgangspositionen hielten die beiden Piloten des französisch-amerikanischen Teams im vorletzten Saisonrennen keineswegs davon ab, ein Ausrufezeichen zu setzen. Mit den Rängen fünf und zwölf behaupteten sich Barnard und Günther unter äußerst anspruchsvollen Bedingungen.
Die Hitzewelle, die derzeit Europa im Griff hat, macht auch vor Großbritannien nicht halt: Am Freitagnachmittag kletterte das Thermometer im ersten Freien Training auf 33 Grad Lufttemperatur, der Asphalt war noch einmal gut zehn Grad heißer.
Die einzigartige Kombination aus Innen- und Außenbereich des ExCeL-Geländes erschwert die Suche nach dem passenden Set-up enorm. Durch den ständigen Wechsel zwischen praller Sonne und kühlerem Hallenbereich schwankt das Gripniveau gewaltig. Während sich einige Konkurrenten über die wechselnden Verhältnisse beschwerten, blieb man bei DS-Penske gelassen.
"Alle sitzen im selben Boot. Der Fokus muss darauf liegen, vor dem Qualifying das Maximum aus dem Auto herauszuholen", erklärte Barnard. "Die Strecke ist eng, Überholen ist extrem schwer. Die Startaufstellung ist wichtig, aber unmöglich ist hier nichts." Am Steuer seines DS E-Tense FE25, der an diesem Wochenende in einer spektakulären Gold-Lackierung glänzt, unterstrich der junge Brite seine Form direkt und bracht die viertschnellste Zeit ins Ziel.
Harter Arbeitstag am Samstag
Im 40-minütigen Freien Training am Samstagmorgen stand die Feinabstimmung im Vordergrund. Beide Boliden steuerten mehrfach die Box an, um Details zu justieren. "Auch wenn wir an diesem Wochenende nicht mehr um die Meisterschaft kämpfen, wollen wir ein Top-Ergebnis einfahren", betonte Günther. "Wir haben in dieser Saison mehrfach gezeigt, dass wir ganz vorne mitfahren können. Ich hoffe, das gelingt uns auch hier."

Maximilian Günther
Foto: DPPI
Die Temperaturen waren am Samstag etwas moderater, wodurch die Gripunterschiede zwischen den Hallen- und Freiluftpassagen weniger extrem ausfielen. Bei unverändert unebener Fahrbahn zog das Tempo spürbar an. Beide DS-Penske-Piloten unterstrichen ihr Potenzial und hielten sich lange in den Top 5 auf. Wie schon am Freitag beendete Barnard auch die zweite Session auf dem vierten Platz.
Im Qualifying erwischte es beide Fahrer in derselben Gruppe - was den Einzug ins Viertelfinale verkomplizierte. In einer extrem engen Session verpasste Barnard die K.-o.-Phase um gerade einmal zwei Zehntelsekunden. Günther erlitt auf seiner fliegenden Runde einen leichten Kontakt und musste vorzeitig an der Box parken. Das bedeutete Startplatz zwölf für Barnard und Rang 19 für Günther.
Jedoch: Die Poleposition bringt zwar drei Zusatzpunkte, ist in London aber längst keine Sieggarantie. Bei den bisherigen elf Rennen auf dem ExCeL-Kurs konnten lediglich drei Polesetter auch den Sieg einfahren. Entsprechend offen war das Rennen für DS-Penske - zumal das Energiemanagement traditionell zu den großen Stärken der Truppe gehört.
Ungewöhnliche Strategie zahlt sich aus
38 Runden standen im ersten Lauf auf dem Programm. Wie bei allen Double-Headern sorgte der verpflichtende Pit-Boost-Stopp für zusätzliche Würze, während der sechsminütige Attack-Mode temporär Mehrleistung freischaltete. Da die Strecke kaum Überholmöglichkeiten bietet und Unfälle wegen der engen Passagen schnell passieren, ging das Feld das Rennen zunächst verhalten an. Energiesparen stand im Vordergrund.
Ein Abflug in Runde 7 löste die erste Full-Course-Yellow-Phase aus. Beim Re-Start hielten sich beide DS-Penske-Piloten weiter im Mittelfeld auf und schonten ihre Batterien. Zu diesem Zeitpunkt hatten sie rund ein Prozent mehr Restenergie als die direkte Konkurrenz. Nach dem ersten Drittel hatte erst ein einziger Fahrer seinen Attack-Mode gezündet; der Großteil wartete bis zur Rennmitte ab, um auch den Pflichtstopp für den PitBoost strategisch einzubauen.

Taylor Barnard
Foto: DPPI
Genau hier griff die Taktik von DS-Penske: Während viele Autos vergleichsweise früh an die Box kamen, verlängerten Barnard und Günther ihren Stint deutlich. Beide arbeiteten sich Stück für Stück in die Top 10 vor. Barnard aktivierte schließlich seinen Attack-Mode, um den Energiesport-Vorteil direkt auf der Strecke umzusetzen. Günther hielt sich etwas länger zurück und sparte Reserven für den Schlussspurt auf.
Eine zweite Gelbphase - ausgelöst durch den gestrandeten Lola von Lucas di Grassi - fror das Feld erneut ein. Nach dem Re-Start mussten die DS-Penske-Boliden ihren Pflichtstopp noch absolvieren. Vor seiner Einfahrt in die Boxengasse spülte es Günther zwischenzeitlich bis auf Rang zwei nach vorne - eine bemerkenswerte Aufholjagd des Deutschen von Startplatz 19.
Auf den letzten zehn Runden zog das Tempo drastisch an. Das feinfühlige Energiesparen wich harten Zweikämpfen. In der hektischen Schlussphase nutzte Barnard die Vorarbeit seines Teams perfekt aus und überquerte die Ziellinie als starker Fünfter. Günther machte insgesamt sieben Plätze gut und beendete das Rennen auf Rang 12.
Über das reine Rennergebnis hinaus hat dieser Top-5-Platz für DS Automobiles eine historische Dimension: Durch die zehn Punkte von Barnard hat der französische Hersteller seit seinem Debüt (damals mit DS Virgin Racing, später DS Techeetah und heute DS Penske) die magische Grenze von 2.000 Punkten in der Formel E überschritten. Ein Meilenstein, der den Stellenwert der Marke in der Elektroserie unterstreicht.
Am morgigen Sonntag steigt das allerletzte Saisonrennen auf demselben Kurs - dann ohne PitBoost, dafür aber mit acht Minuten Attack-Mode.
Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde mithilfe eines Produktionskostenzuschusses von DS Automobiles ermöglicht. Eine inhaltliche Einflussnahme von DS auf den Beitrag fand nicht statt.
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