Alpine: Hoffentlich ist der Stint-Nachteil nur eine Runde ...

Alpine hofft, mit dem LMP1-Auto bei den 24h von Le Mans mithalten zu können - Doch hat die neue BoP einen Einfluss auf die Stint-Länge?

Alpine: Hoffentlich ist der Stint-Nachteil nur eine Runde ...

Am kommenden Wochenende wird auf dem Circuit de la Sarthe der Sieger der 24h von Le Mans gesucht. In der Hypercar-Klasse (LMH) startet neben Toyota und Glickenhaus auch Alpine. Die französische Marke setzt aber kein LMH-Auto, sondern einen LMP1-Boliden aus der ehemaligen Prototypen-Spitzenklasse ein. Die Balance of Performance (BoP) könnte Einfluss darauf haben, ob Alpine aufgrund der Stint-Länge mithalten kann oder nicht.

Aktuell hofft das Team, dass es pro Stint nur eine Runde weniger fahren kann als Toyota mit seinen LMH-Fahrzeugen. Vor dem Testtag am Sonntag wurde an der BoP geschraubt, weshalb der A480 Gibson der Franzosen weniger Energie zur Verfügung gestellt bekommt - rund acht Prozent weniger Output pro Stint im Vergleich zum Rennen in Monza.

Nicolas Lapierre, der sich das Auto mit Andre Negrao und Matthieu Vaxiviere teilen wird, kann noch nicht einschätzen, wie sehr sich die BoP-Änderung auf den Alpine auswirken wird, denn Toyota und Glickenhaus werden ihre Einstellungen aus Monza erst einmal behalten. "Wir werden kürzere Stints als Toyota haben, aber das ist schon seit Beginn des Jahres so, deshalb haben wir uns daran gewöhnt", sagt er gegenüber 'Sportscar365.com'.

Ähnliche Stint-Längen gleich besseres Racing?

"In Monza war das gar nicht so schlimm, aber jetzt haben sie unsere Energie gesenkt. Hier ist eine Runde aber viel länger, weshalb das vielleicht gar nicht so schlimm sein wird. Ich hoffe, dass wir pro Stint nur eine Runde weniger fahren können. Wenn wir zwei Runden früher zum Service kommen müssen, ruiniert uns das das Rennen. Hoffen wir einfach, dass es nur eine Runde Unterschied sein wird, was großartig wäre."

Dabei hat der Franzose auch die Zuschauer im Kopf, die mit einer ähnlichen Stint-Länge zwischen den LMH-Boliden und Alpine "besseres Racing" sehen würden. Immerhin: Lapierre war mit der BoP in den ersten Rennen in Sachen Pace soweit zufrieden, was sich auch positiv auf das Endprodukt in der Langstrecken-WM (WEC) ausgewirkt habe.

Die kürzeren Stints von Alpine machten dem Team aber immer wieder einen Strich durch die Rechnung: "Weil wir so früh zum Boxenstopp mussten, wurde alles zerstört. Das ist für einen Fahrer sehr frustrierend. Ich hoffe, dass es hier besser wird." Das Toyota und Glickenhaus für Le Mans nicht von 515 Kilowatt beziehungsweise 520 Kilowatt auf mindestens 500 Kilowatt - wie es in den Regeln steht - heruntergeregelt wurden, überrascht Lapierre.

Es wird eine Haltbarkeitsschlacht

Trotz dieser vorläufigen Entscheidung gibt sich das Alpine-Team vor dem Langstrecken-Klassiker kämpferisch, denn die 24h von Le Mans werden nicht nur über Geschwindigkeit, sondern auch über Haltbarkeit entschieden. Letzteres treibt Toyota und Glickenhaus die Sorgenfalten ins Gesicht. Eine Chance für Alpine, glaubt Lapierre. Jedoch ist das LMP1-Auto im Vergleich zu früher schwerer, weshalb auch dessen Komponenten stärker verschleißen werden.

Trotzdem: Das LMP1-Auto hat sich über viele Jahre hinweg als widerstandsfähig gezeigt, was auch Lapierre als Vorteil sieht: "Das Fahrzeug hat seine Haltbarkeit bewiesen, aber es wird auch viel schwerer als noch vergangenes Jahr sein - rund 100 Kilogram. Deshalb wird es auch schwieriger für das Auto, das Rennen zu beenden." Dennoch glaubt der Franzose, dass das Team es schaffen kann, die schwarz-weiß-karierte Flagge der 24h von Le Mans zu sehen.

"Wir sind da sicher in einer besseren Position als Toyota!", so Lapierre. "Natürlich haben sie zwei Autos auf der Strecke und damit eine doppelte Chance. Für uns ist es wichtig, nicht zu weit zurückzufallen und Druck auszuüben, damit sie es sich gar nicht erst in ihrer Komfortzone gemütlich machen können."

Dennoch warnt der erfahrene Langstrecken-Pilot vor wenig Action, sollten die LMH-Autos deutlich schneller sein und eine größere Reichweite haben. "Sie würden dann einfach cruisen", erklärt Lapierre. Die 89. Ausgabe der 24h von Le Mans startet am Samstag, den 21. August. Den Zeitplan gibt es hier und alle Informationen zum Live-TV-Angebot hier.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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