MotoGP Le Mans

KTM oder Honda? Tech3 steht kurz vor Entscheidung "mit klarer Tendenz"

Bleibt Tech3 auch 2027 KTM-Partner oder wechselt das MotoGP-Team zu Honda? - Teammanager Nicolas Goyon spricht in Le Mans über die aktuelle Situation

Vincent Lalanne-Sicaud Gerald Dirnbeck

Bearbeitet: 08.05.2026, 18:52

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KTM oder Honda? Tech3 steht kurz vor Entscheidung "mit klarer Tendenz"

Nicolas Goyon (li.) im Gespräch mit Günther Steiner (re.)

Foto: Getty Getty

Honda arbeitet an einem ambitionierten Plan, ab der MotoGP-Saison 2027 nicht nur vier, sondern sechs Motorräder an den Start zu bringen. Im Hintergrund werden Gespräche geführt. In den vergangenen Wochen ist zunehmend das Tech3-Team in den Fokus gerückt.

Der französische Rennstall hat seit diesem Jahr mit Günther Steiner und einem Konsortium an Investoren einen neuen Eigentümer. Der Vertrag mit KTM läuft mit Saisonende 2026 aus.

Dass ein Wechsel für Honda eine Option für Tech3 ist, bestätigt auch Teammanager Nicolas Goyon gegenüber Motorsport.com Frankreich, einer Schwesterplattform von Motorsport-Total.com im Motorsport Network.

"Hinter den Kulissen hat jeder Hersteller Verhandlungen mit seinem Satellitenteam geführt", so Goyon. "Ich denke, dass bei Teams wie zum Beispiel VR46 offiziell noch nichts verkündet wurde."

"Auf ihrer Seite ist aber bereits alles klar: Sie werden mit Ducati weitermachen. Wenn man genau hinblickt, glaube ich, dass jedes Team die Situation geklärt hat. Das einzige Team, das noch in Gesprächen ist, sind wir."

"Es stimmt, Günther spricht auch mit Honda. Ich denke, Honda möchte ein drittes Team gewinnen. Günther ist neu dabei, er führt Gespräche, er sieht den Markt so, wie er ist, er sondiert die verschiedenen Möglichkeiten."

"Die einzige Möglichkeit, die wir [neben KTM] offenbar haben, ist Honda. Er betreibt schlicht eine Marktanalyse. Wir haben eine gute Vereinbarung mit KTM, aber er schaut sich auch um."

Auch die österreichische Marke weiß, dass sie Tech3 eventuell als Partner verlieren könnte. "Günther möchte keine übereilten Entscheidungen treffen", sagt Goyon. "Er analysiert den Markt, prüft die Optionen. Und dann trifft er seine Wahl."

Warum es demnächst eine Entscheidung geben muss

Dass die fünf MotoGP-Hersteller und die MotoGP Sports Entertainment Group noch keine Einigung über einen neuen Vertrag für 2027-2031 gefunden haben, soll bei den Abwägungen von Tech3 keine Rolle spielen.

"Es ist noch nichts beschlossen, die Gespräche laufen", betont der Teammanager. "Die Probleme zwischen Dorna und den Herstellern sind eine separate Angelegenheit."

"Das hält uns nicht davon ab, unsere eigenen Verhandlungen zu führen und abzuwarten, was sich ergibt." Goyon hofft auf eine rasche Entscheidung: "Ich hatte gehofft, dass hier [in Le Mans] eine Ankündigung gemacht würde."

Enea Bastianini

Bleibt Tech3 bei KTM oder wechselt das Team zu Honda?

Foto: Getty Images Europe

"Aber es wird hier keine Ankündigung geben. Ich glaube, es gibt bereits eine starke Tendenz, die sich abzeichnet. Jetzt müssen die Details finalisiert werden. Ich denke, dort stehen wir gerade. Ich hoffe, dass es bald verkündet wird."

Dass Goyon auf eine rasche Lösung hofft, liegt auch daran, dass der Fahrermarkt in Bewegung ist und die Optionen für Tech3 schwinden. Denn auch die Fahrer wollen wissen, mit welchem Motorrad das Team im nächsten Jahr fährt.

"Meine Aufgabe ist es zumindest, Günther zu sagen, dass wir den Hersteller offiziell machen müssen, dass wir wissen müssen, welcher Hersteller es ist, um mit Fahrern sprechen zu können."

"Denn wir haben Fahrer, die auf uns zukommen und mit uns reden möchten, aber wir haben ihnen im Moment kein wirkliches Projekt anzubieten", beschreibt Goyon das Dilemma der Ungewissheit. "Daher ist es extrem wichtig, hier voranzukommen."

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