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Vinales: "KTM schickte mir Vertrag, der zwei Wochen später ungültig war"

Maverick Vinales packt am Sachsenring aus - KTM schickte ihm per Mail einen Vertrag - Wenig später war dieser ungültig - Tech3-CEO Günther Steiner hält sich heraus

Vinales: "KTM legte mir Vertrag vor, der zwei Wochen später ungültig war"

Maverick Vinales fühlt sich nach den Ereignissen mit KTM "ausgebrannt"

Foto: Gold Gold

"Die Stimmung, ich weiß nicht", sagt Maverick Vinales zu Beginn des MotoGP-Rennwochenendes auf dem Sachsenring. "Ich denke, wenn das Team Vertrauen gehabt hätte, du weißt schon, KTM, wäre die Stimmung eine völlig andere gewesen."

Die österreichische Marke setzt für die Saison 2027 auf die Fahrerpaarung Alex Marquez und Fabio Di Giannantonio. Auch im Tech3-Team wird in Zukunft weder für Brad Binder noch für Vinales Platz sein.

Vinales tat seinen Frust bereits zwei Wochen zuvor in Assen kund. Bereits in den Niederlanden sagte der Spanier unmissverständlich, dass es die Schuld von KTM ist, wenn er im nächsten Jahr nicht mehr in der MotoGP fährt.

"Die Sache ist", schildert Vinales am Sachsenring seine Sicht, "nach Montmelo hat mir KTM gesagt, dass... Nun, gesagt, nein. Ich wusste aus den Medien, dass Di Giannantonio in diesem Fall meinen Platz einnehmen würde, sagen wir mal so."

"Und dann hat KTM, als ich in Mugello ankam, mir einen Vertrag geschickt. Sagen wir mal so, per E-Mail, und habe ich ihn unterschrieben. Okay, er war wirklich nicht besonders gut. Aber ich wollte auf jeden Fall fahren."

"Ich glaube wirklich an die Ingenieure, die bei KTM sind. Deshalb habe ich ihn unterschrieben, auch wenn es wirklich gegen meinen eigenen Vorteil war. Und nach zwei Wochen sagten sie, dieser Vertrag sei vollständig ungültig", schildert Vinales.

"Was kann man danach noch erwarten? Ich meine, ich möchte hier nicht bleiben. Das war von ihrer Seite wirklich nicht ernsthaft. Deshalb bin ich von dieser Welt des Motorsports wirklich ausgebrannt."

Auf Nachfrage, ob er seither mit dem KTM-Management und Motorsportchef Pit Beirer gesprochen hat, antwortet Vinales: "Nein, nicht mehr. Ich denke, letzte Woche waren die letzten Bedingungen. Danach habe ich nicht mehr mit ihnen gesprochen."

Steiner hält sich heraus: "Es ist ein KTM-Vertrag"

Tech3-CEO Günther Steiner betont, dass es eine Sache zwischen KTM und Vinales ist und er sich aus dieser Angelegenheit heraushält. Denn der Südtiroler sagt, dass er nie den Vertrag von Vinales gelesen hat.

"Ich versuche es auch nicht, weil ich mit seinem Vertrag nichts zu tun habe", so Steiner. "Es ist ein KTM-Vertrag. Ich versuche keinen Kommentar abzugeben. Ich liebe es, Kommentare abzugeben, das wisst ihr."

Günther Steiner

Günther Steiner betont, dass er und Tech3 nichts mit dem Streit zu tun haben

Foto: Getty Images South America

"Aber ich kann mir dazu keine Meinung bilden. Ich lese normalerweise nicht viele Artikel, aber ich habe die Schlagzeilen gesehen und mir gedacht: Ich hoffe, ich stehe hier nicht mittendrin, denn das hat weder mit mir noch mit Tech3 etwas zu tun."

"Es ist ein Vertrag zwischen Maverick und KTM, und ich weiß nicht, was da gemacht wurde. Und wenn mir Leute erzählen, was sie getan haben, dann müsste ich erst prüfen, ob das wahr ist oder nicht, aber das ist nicht meine Position."

"Ich halte mich gerne aus dieser Sache heraus und lasse sie das untereinander klären, denn ich kenne seinen Vertrag ehrlich gesagt nicht. Ich habe ihn nie gesehen, und übrigens will ich ihn auch gar nicht sehen."

Vinales und Binder für 2027 keine Option für Tech3

Dass Vinales noch im nächsten Jahr für das Tech3-Team fahren wird, ist so gut wie ausgeschlossen. "Irgendwie denke ich, dass es angesichts der Situation, die wir gerade besprochen haben, sehr schwierig ist, das zu regeln", begründet Steiner.

"Weil es keine gute Situation ist. Ich meine, wenn man gegeneinander in die Presse geht. Am Ende arbeiten wir in Zukunft weiterhin mit KTM zusammen, also müssen wir etwas tun, damit er sich auch wohlfühlt."

"Und ich glaube nicht, dass er sich in diesem Stall wohlfühlt. Aber im Moment sprechen wir, wie gesagt, mit ein paar Fahrern, und wir haben noch keine Entscheidung getroffen."

Maverick Vinales

Maverick Vinales stürzte im ersten Training auf dem Sachsenring

Foto: AFP

Aus einem ähnlichen Grund kommt auch Binder für Steiner nicht als Fahrer infrage: "Auch da gibt es eine lange Geschichte, und manchmal muss man neu beginnen, um nicht zu viel Altlast mitzunehmen."

"Ich meine, wir sprechen die ganze Zeit über diese schwierigen Situationen, und am Ende müssen wir, ich nenne es, ein glückliches Team sein, das nach vorne blickt", sagt Steiner, denn für Tech3 soll 2027 ein Neustart darstellen.

"Wir wollen keinen ... wie sagt man ... alten Ballast, wisst ihr, keinen alten Ballast. Wir wollen einen frischen Start, und deshalb passt es vielleicht nicht mit Leuten, die zu lange mit der Gruppe in Verbindung standen."

"Denn man denkt immer wieder daran, wie es in den alten Tagen war. Manchmal braucht man einen frischen Start", so der Südtiroler. Sowohl für Binder als auch für Vinales bedeuten die jüngsten Entscheidungen von KTM ihren MotoGP-Abschied.

Vinales ist "ausgebrannt" von der MotoGP

Vinales deutet auf dem Sachsenring an, dass er sich Ende des Jahres vollständig aus dem Motorradrennsport zurückziehen könnte, denn er fühlt sich "ausgebrannt" von all den Vorkommnissen.

"Ich weiß nicht. Ich denke, im Motorradsport habe ich alles gemacht, was ich machen konnte. Ich bin mir also nicht sicher", meint der 31-Jährige. "Offensichtlich gibt es vielleicht gute Möglichkeiten, oder auch nicht. Ich weiß es nicht."

"Ich schaue nicht einmal danach. Vielleicht möchte ich fahren und Rennen machen, um den Rennsport zu genießen. Aber im Moment suche ich nach nichts. Ich suche nach ausgedehnten Ferien."

"Ich liebe es, Rennen zu fahren, ich liebe es, Motocross zu fahren. Ich würde gerne, vielleicht in Zukunft, verschiedene Rennen fahren. Zuletzt habe ich mir Jack [Miller] bei den 8 Stunden in Suzuka angesehen, und ich finde, das ist wirklich cool."

"Also, ja, ich würde gerne etwas anderes machen", sagt Vinales, aber von der MotoGP hat er genug: "Ich denke, von dieser Welt bin ich im Moment ausgebrannt. Ich glaube also nicht, dass ich weitermachen werde."

Vinales fuhr seit 2015 in der MotoGP für Suzuki, Yamaha, Aprilia und Tech3-KTM. Mit den Werksteams von Suzuki, Yamaha und Aprilia gewann er Rennen und feierte insgesamt zehn Siege. Zweimal wurde er mit Yamaha WM-Dritter. 2013 wurde Vinales Moto3-Weltmeister.

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